Der amerikanische Motorradhersteller Harley-Davidson sah sich im Jahr 2025 mit Zollkosten in Höhe von rund 67 Millionen US-Dollar konfrontiert. Diese Summe, die aus verschiedenen von der Trump-Regierung verhängten Zöllen resultiert, stellt eine erhebliche finanzielle Belastung für das Unternehmen dar, auch wenn sie unter den ursprünglichen Befürchtungen liegt.
Die Kosten entstanden hauptsächlich durch Zölle auf Stahl und Aluminium sowie durch spezifische Abgaben auf Importe aus wichtigen Handelspartnerländern. Trotz der Belastung blickt das Unternehmen mit einer klaren Strategie und einer Prognose für steigende Zollkosten in das Jahr 2026.
Wichtige Fakten
- Die Gesamtkosten durch Zölle für Harley-Davidson betrugen im Jahr 2025 rund 67 Millionen US-Dollar.
- Allein die Zölle auf Stahl und Aluminium verursachten Kosten in Höhe von 31 Millionen Dollar.
- Für das Jahr 2026 rechnet das Unternehmen mit Zollkosten zwischen 75 und 105 Millionen Dollar.
- Trotz der globalen Lieferketten ist die Produktion stark in den USA verankert, was die Auswirkungen teilweise abfedert.
Ein volatiles Handelsumfeld
Das Geschäftsjahr 2025 war für Harley-Davidson von einem unsicheren globalen Handelsumfeld geprägt. Jonathan Root, CFO und Chief Commercial Officer des Unternehmens, beschrieb die Situation während einer Telefonkonferenz als „volatiler und unsicherer als zu Beginn des Jahres erwartet“.
Allein im vierten Quartal 2025 beliefen sich die Kosten durch neue oder erhöhte Zölle auf 22 Millionen Dollar. Über das gesamte Jahr summierten sich die Belastungen auf 67 Millionen Dollar. Diese Zahl ist zwar erheblich, liegt aber deutlich unter der im Mai prognostizierten Summe von bis zu 175 Millionen Dollar. Eine 90-tägige Aussetzung der Zölle auf chinesische Waren trug maßgeblich dazu bei, die Kosten zu senken.
Zollkosten im Detail (2025)
- Stahl- und Aluminiumzölle (50%): 31 Millionen $
- Zölle (China, Mexiko, Indien, Thailand, EU): 17 Millionen $
- Zölle (Kanada, 35%): 8 Millionen $
- Zölle (Rest der Welt): 11 Millionen $
- Gesamtkosten: 67 Millionen $
Die globale Aufschlüsselung der Kosten
Die finanzielle Belastung für Harley-Davidson kam aus verschiedenen Quellen. Den größten Einzelposten bildeten die 50-prozentigen Zölle auf Stahl und Aluminium, die das Unternehmen rund 31 Millionen Dollar kosteten. Diese Materialien sind für die Motorradproduktion von entscheidender Bedeutung.
Auch die Handelsbeziehungen mit direkten Nachbarn und globalen Partnern schlugen zu Buche. Kanada, ein wichtiger Markt, verursachte mit einem Zollsatz von 35 % Kosten von 8 Millionen Dollar. Eine Gruppe von Ländern, darunter China, Mexiko, Indien, Thailand und die Europäische Union, trug mit insgesamt 17 Millionen Dollar zur Belastung bei. Weitere 11 Millionen Dollar entfielen auf Zölle aus dem Rest der Welt.
Hintergrund der Handelskonflikte
Die Zölle wurden im Rahmen der Handelspolitik der Trump-Regierung eingeführt, die darauf abzielte, die heimische Industrie zu schützen. Insbesondere die Stahl- und Aluminiumindustrie sollte gestärkt werden. Diese Maßnahmen führten jedoch zu Gegenreaktionen von Handelspartnern und schufen ein komplexes und kostspieliges Umfeld für international agierende Unternehmen wie Harley-Davidson.
Fokus auf amerikanische Produktion
Trotz der globalen Herausforderungen betont die Unternehmensführung die starke Verankerung in den Vereinigten Staaten. „Harley-Davidson ist als Unternehmen sehr stark in den Vereinigten Staaten zentriert“, erklärte Jonathan Root. Diese Strategie hilft, die Auswirkungen von Handelskonflikten teilweise zu mildern.
Drei der vier Produktionsstätten des Unternehmens befinden sich in den USA. Zudem werden 100 % der Kernprodukte für den US-Markt im eigenen Land hergestellt. Dieser Ansatz erstreckt sich auch auf die Beschaffung.
„Wir haben einen auf die USA ausgerichteten Beschaffungsansatz, bei dem etwa 75 % unserer Komponenten aus den USA stammen.“
Diese starke lokale Basis bietet eine gewisse Stabilität in einem ansonsten unvorhersehbaren internationalen Marktumfeld. Das Unternehmen arbeitet aktiv daran, die Auswirkungen der Zölle weiter zu minimieren, geht aber davon aus, dass die Lage unbeständig bleiben wird.
Ausblick auf 2026: Steigende Kosten erwartet
Für das kommende Jahr 2026 prognostiziert Harley-Davidson einen weiteren Anstieg der zollbedingten Kosten. Das Unternehmen rechnet mit einer Belastung zwischen 75 und 105 Millionen Dollar. Dies deutet darauf hin, dass die Unternehmensführung nicht von einer baldigen Entspannung der globalen Handelssituation ausgeht.
Trotz der finanziellen Herausforderungen äußerte sich das Unternehmen dankbar gegenüber der US-Regierung und dem Kongress. In einer Präsentation für Aktionäre und Analysten hieß es, man sei „dankbar, dass die US-Regierung und der US-Kongress weiterhin auf die Beiträge der Harley-Davidson-Organisation hören“.
Die kommenden Monate werden zeigen, wie sich die Handelsbeziehungen weiterentwickeln und welche strategischen Anpassungen Harley-Davidson vornehmen wird, um die finanzielle Stabilität zu wahren und gleichzeitig seine ikonische Position auf dem Weltmarkt zu verteidigen.




