Ein neues Pilotprojekt mit Radarkameras in Minneapolis zeigt bereits nach drei Monaten deutliche Erfolge. Die Zahl der Fahrer, die das Tempolimit erheblich überschreiten, ist an den fünf Teststandorten um mehr als die Hälfte gesunken. Die Stadtverwaltung wertet dies als wichtigen Schritt zur Verbesserung der Verkehrssicherheit.
Wichtige Erkenntnisse
- Die Zahl der Fahrer, die 10 mph (ca. 16 km/h) zu schnell fuhren, sank um über 50 %.
- An den fünf Pilotstandorten wurden mehr als 13.000 Geschwindigkeitsüberschreitungen weniger registriert.
- Das Programm ist Teil der „Vision Zero“-Initiative der Stadt zur Vermeidung von Verkehrstoten.
- Insgesamt wurden seit November 4.325 Bußgelder und 29.500 Verwarnungen ausgestellt.
- Eine Ausweitung des Programms auf weitere Standorte und zur Überwachung von Rotlichtverstößen wird erwogen.
Ein deutlicher Rückgang der Geschwindigkeitsverstöße
Seit der Einführung von fünf neuen Geschwindigkeitskameras im Oktober letzten Jahres hat die Stadt Minneapolis eine signifikante Verhaltensänderung bei Autofahrern festgestellt. Einem Bericht, der dem Stadtrat vorgelegt wird, zufolge ist die Anzahl der Fahrzeuge, die mit mehr als 10 Meilen pro Stunde (mph) über dem Tempolimit erfasst wurden, um über 50 Prozent zurückgegangen.
Noch deutlicher ist der Rückgang bei extremen Rasern. Die Zahl der Fahrer, die die Geschwindigkeitsbegrenzung um 20 mph oder mehr überschritten, fiel sogar um fast 60 Prozent. Insgesamt bedeutet dies, dass an den überwachten Kreuzungen über 13.000 Geschwindigkeitsverstöße weniger stattfanden.
Teil der "Vision Zero" Strategie
Das Kameraprojekt ist ein zentraler Baustein der städtischen Initiative „Vision Zero“. Das Ziel dieser globalen Strategie ist es, die Zahl der Todesfälle und schweren Verletzungen im Straßenverkehr auf null zu reduzieren. Die Legislative des Bundesstaates hat Minneapolis die Genehmigung erteilt, das Pilotprogramm bis 2029 zu betreiben.
Die Funktionsweise des Systems
Die Technologie hinter dem Projekt ist unkompliziert. Die Kameras sind so eingestellt, dass sie automatisch das hintere Nummernschild eines Fahrzeugs fotografieren, sobald dieses das Tempolimit um 10 mph oder mehr überschreitet. Aus diesen Daten wird dann eine Verwarnung oder ein Bußgeldbescheid erstellt.
Im ersten Monat des Programms, dem Oktober, erhielten die Fahrer ausschließlich Verwarnungen. Ab November wurde dann ein Bußgeld in Höhe von 40 US-Dollar fällig. „Wir haben überwiegend Verwarnungen ausgestellt“, erklärte Ethan Fawley, Koordinator des „Vision Zero“-Programms der Stadt. „Wir klären die Menschen über die Bedeutung sicherer Geschwindigkeiten auf. Wir tun dies, um die Verkehrssicherheit zu verbessern.“
„Wir sehen anfänglich eine positive Wirkung. Wir gehen davon aus, dass die Zahlen weiter sinken werden. Die ersten Ergebnisse sind ermutigend.“
Standorte und Daten im Detail
Die fünf Kameras wurden an strategisch ausgewählten Orten mit hohem Verkehrsaufkommen oder bekannten Sicherheitsproblemen installiert:
- N. 3rd Street nahe 1st Avenue N. (Innenstadt)
- Fremont Avenue nahe W. Broadway (Norden)
- 18th Avenue nahe Central Avenue (Nordosten)
- Chicago Avenue nahe Franklin Avenue (Süden)
- Nicollet Avenue nahe 46th Street (Süden)
Statistischer Erfolg
Die Daten zeigen einen klaren Trend: Während im Oktober noch etwa 3,2 % der Fahrer an diesen Standorten deutlich zu schnell fuhren, sank dieser Anteil bis Ende Dezember auf knapp über 1,5 %. Das ist mehr als eine Halbierung innerhalb von drei Monaten.
Besonders auffällig war die Entwicklung an der Nicollet Avenue. Diese Kamera erfasste mit 5.797 Verwarnungen und 1.076 Bußgeldern die meisten Verstöße. Gleichzeitig war hier der Rückgang am stärksten: Die Zahl der monatlichen Verstöße sank von über 3.200 im Oktober auf knapp 1.275 im Dezember. Der Anteil der Raser fiel hier von fast 10 % auf etwas über 4 %.
Kosten, Einnahmen und Zukunftspläne
Die Implementierung und der Betrieb des Programms verursachten Kosten in Höhe von über 955.900 US-Dollar. Demgegenüber stehen Einnahmen aus Bußgeldern von 18.016 US-Dollar. Der Bericht merkt jedoch an, dass diese Zahl noch steigen wird, da viele im Jahr 2025 ausgestellte Bußgelder erst in diesem Jahr bezahlt werden.
Fawley betonte, dass das Hauptziel nicht die Einnahmeerzielung, sondern die Verkehrssicherheit sei. Die Kameras seien ein „bewährtes Instrument“, das die Erwartungen der Gemeinde unterstütze, dass Fahrer sich an die Geschwindigkeitsbegrenzungen halten.
Ausweitung des Programms wahrscheinlich
Der Erfolg des Pilotprojekts hat bereits zu Forderungen nach mehr Kameras geführt. Laut Fawley haben sich einige Anwohner bei der Stadt gemeldet und um die Installation von Kameras in ihren Nachbarschaften gebeten.
Eine Entscheidung über neue Standorte oder die Anzahl zusätzlicher Kameras ist noch nicht gefallen, aber eine Ausweitung könnte bereits im Mai beginnen. Darüber hinaus wird überlegt, das Programm um Kameras zu erweitern, die auch Fahrer erfassen, die bei Rot über die Ampel fahren. Die Stadt plant, die Öffentlichkeit umfassend zu informieren, bevor neue Kameras in Betrieb genommen werden.




