Die Stadt Phoenix in Arizona hat offiziell die Rückkehr von Radarkameras auf ihren Straßen angekündigt. Insgesamt 17 neue Geschwindigkeitsüberwachungsanlagen wurden aktiviert, um die Verkehrssicherheit zu erhöhen und das Fahrverhalten zu beeinflussen. Die Maßnahme ist eine direkte Reaktion auf Unfälle in der Vergangenheit und personelle Engpässe bei der örtlichen Polizei.
Wichtige Fakten
- In Phoenix wurden 17 neue Radarkameras in Betrieb genommen.
- Neun Kameras rotieren an Unfallschwerpunkten, acht weitere überwachen Schulzonen.
- Nach einer 30-tägigen Verwarnungsphase werden ab dem 25. März Bußgelder verhängt.
- Die Stadt begründet den Schritt mit dem Ziel, die Verkehrssicherheit zu verbessern und die Polizei zu entlasten.
Ein Netz aus 17 Kameras für mehr Sicherheit
Die Stadtverwaltung hat ein detailliertes Konzept für den Einsatz der neuen Überwachungsanlagen vorgestellt. Das Programm zielt darauf ab, die Sicherheit auf den Straßen von Phoenix nachhaltig zu verbessern und die Bemühungen der Polizei bei der Verkehrsüberwachung zu unterstützen.
Von den 17 Kameras sind neun für den Einsatz in sogenannten „Korridoren“ vorgesehen. Dies sind Straßenabschnitte, die in der Vergangenheit eine hohe Anzahl an geschwindigkeitsbedingten Unfällen aufwiesen. Die Standorte dieser Kameras werden alle sechs Monate gewechselt, um eine flächendeckende Wirkung zu erzielen.
Fokus auf Schulzonen und Unfallschwerpunkte
Die verbleibenden acht Kameras werden speziell in Schulzonen mit einer Geschwindigkeitsbegrenzung von 15 Meilen pro Stunde (ca. 24 km/h) eingesetzt. Um die Präsenz der Überwachung zu maximieren, rotieren diese Kameras wöchentlich während des gesamten Schuljahres an verschiedenen Standorten.
Strategische Standorte der Korridor-Kameras
Die Kameras zur Überwachung von Unfallschwerpunkten werden an folgenden Orten platziert:
- Bell Road: Zwischen Interstate 17 und 19th Avenue
- Thunderbird Road: Zwei Abschnitte, einer zwischen 35th Avenue und Interstate 17, der andere zwischen Interstate 17 und 19th Avenue
- Indian School Road: Zwischen 83rd Avenue und 75th Avenue
- Camelback Road: Zwischen 24th Street und 32nd Street
- Baseline Road: Zwischen 16th Street und 24th Street
- 51st Avenue: Zwischen Van Buren Street und Interstate 10
- 7th Street: Zwischen Thomas Road und Indian School Road
- 32nd Street: Zwischen Greenway Parkway und Bell Road
Diese Auswahl basiert auf Verkehrsdaten und Unfallstatistiken, um den größtmöglichen Einfluss auf die Sicherheit zu nehmen.
Offizielle Begründung: Verhalten ändern, nicht Einnahmen generieren
Vertreter der Stadt betonen, dass das Hauptziel des „Photo Safety Program“ die Erhöhung der Verkehrssicherheit ist und nicht die Generierung von Einnahmen. „Das Programm ist ein wichtiger Schritt nach vorn in unserem Engagement, die Zahl der Todesopfer auf den Straßen von Phoenix zu reduzieren“, erklärte Briiana Velez, Direktorin des Verkehrsamtes der Stadt Phoenix.
Diese Aussage wird von Stadtratsmitglied Kevin Robinson unterstützt, der die Notwendigkeit einer Verhaltensänderung bei den Autofahrern hervorhebt. „Wir müssen das Fahrverhalten ändern“, sagte Robinson. „Wir wollen, dass die Leute langsamer fahren.“
„Die Technologie wird in der Zwischenzeit unser Freund sein“, fügte Robinson hinzu und verwies auf die aktuellen Personalengpässe bei der Polizei von Phoenix.
Auf die Frage, ob die Kameras nach einer Aufstockung des Polizeipersonals wieder entfernt würden, antwortete Robinson zurückhaltend. Er erklärte, dass dies nicht unbedingt der Fall sein werde und es Jahre dauern könnte, bis die Personalstärke wieder das gewünschte Niveau erreicht hat.
Erste Beobachtungen zeigen Wirkung
Kurz nach der Aktivierung der Kameras wurde deren Notwendigkeit bereits deutlich. An einem Standort an der 7th Street löste die Kamera innerhalb von nur fünf Minuten fünfmal aus. An einem anderen Standort an der Camelback Road blitzte es im gleichen Zeitraum sogar siebenmal.
Umsetzungsplan und Reaktionen der Bürger
Die Einführung des Programms erfolgt schrittweise. Seit dem 23. Februar läuft eine 30-tägige Übergangsfrist. In diesem Zeitraum erhalten Fahrer, die die Geschwindigkeitsbegrenzung überschreiten, lediglich eine schriftliche Verwarnung per Post.
Die tatsächliche Ahndung mit Bußgeldern beginnt am 25. März. Ab diesem Datum werden Geschwindigkeitsüberschreitungen konsequent geahndet.
Die Meinungen der Anwohner sind geteilt. Einige sehen die Kameras als notwendige Maßnahme zur Eindämmung von Rasern. „Sie sind wahrscheinlich ein notwendiges Übel im Moment“, kommentierte ein Anwohner namens Bob Rosenberg. Er fügte hinzu, dass die Fahrer sich wahrscheinlich an die Standorte gewöhnen werden, auch wenn diese regelmäßig wechseln.
Die Debatte ist jedoch noch nicht abgeschlossen. Berichten zufolge gibt es im Parlament des Bundesstaates Arizona Bestrebungen, die Frage des Einsatzes von Radarkameras den Wählern zur Abstimmung vorzulegen. Die langfristige Zukunft der Technologie auf den Straßen von Phoenix könnte also auch von politischen Entscheidungen abhängen.




