Norwegen hat im September 2025 einen neuen Rekord beim Marktanteil von Elektrofahrzeugen (EVs) erzielt. 98,9 Prozent aller verkauften Neuwagen waren Plugin-EVs. Dieser Wert stellt eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr dar und unterstreicht die führende Rolle Norwegens bei der Umstellung auf Elektromobilität. Allein batterieelektrische Fahrzeuge (BEVs) erreichten einen Anteil von 98,3 Prozent.
Das Gesamtabsatzvolumen im Automobilmarkt betrug 14.329 Einheiten, was einem Anstieg von etwa 11 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Der Tesla Model Y war erneut das meistverkaufte Modell und dominierte den Markt deutlich.
Wichtige Erkenntnisse
- Plugin-EVs erreichten im September 2025 einen Rekordanteil von 98,9% in Norwegen.
- Batterieelektrische Fahrzeuge (BEVs) machten 98,3% dieses Anteils aus.
- Das Tesla Model Y war das meistverkaufte Fahrzeug, gefolgt vom Tesla Model 3.
- Steueranreize haben die BEV-Käufe weiter gefördert.
- Der Flottenanteil von BEVs wird voraussichtlich noch vor Jahresende den von Dieselfahrzeugen übertreffen.
Marktdominanz von Elektrofahrzeugen
Der norwegische Automobilmarkt zeigte im September eine klare Präferenz für Elektromobilität. Der kombinierte Anteil von Plugin-EVs (BEVs und Plugin-Hybride) erreichte 98,9 Prozent. Dies setzt sich zusammen aus 98,3 Prozent reinen Elektrofahrzeugen (BEVs) und 0,6 Prozent Plugin-Hybriden (PHEVs).
Im Vergleich zum Vorjahr, als der kombinierte Anteil bei 97,5 Prozent lag (96,4% BEV, 1,1% PHEV), ist dies eine signifikante Entwicklung. Es ist der vierte Monat in Folge mit einem Rekordanteil für Plugin-EVs und der dritte Monat in Folge mit einem Rekordanteil für BEVs. Diese Entwicklung deutet darauf hin, dass die zu Beginn des Aprils eingeführten Steueranpassungen die gewünschte Wirkung erzielt haben. Sie sollen den Kauf von Fahrzeugen, die keine BEVs sind, weiter unattraktiver machen.
Fakten zum September 2025
- Gesamtvolumen: 14.329 Einheiten (+11% YoY)
- Plugin-EV-Anteil: 98,9% (Vorjahr: 97,5%)
- BEV-Anteil: 98,3% (Vorjahr: 96,4%)
- PHEV-Anteil: 0,6% (Vorjahr: 1,1%)
Verbleibende Antriebsarten
Die Anteile der verbleibenden Antriebsarten sind gering. PHEVs (0,6% Anteil) sind nun beliebter als HEVs (0,2%) und reine Benziner (0,2%). Reine Dieselfahrzeuge halten noch einen Anteil von 0,7 Prozent. Dies könnte daran liegen, dass es in einigen Nischensegmenten noch wenige BEV- oder PHEV-Modelle gibt. Zudem schätzen manche Käufer die Zuverlässigkeit von Dieselfahrzeugen.
Der Marktanteil von Dieselfahrzeugen nimmt jedoch stetig ab. Bei nur 0,7 Prozent des Gesamtmarktes ist dieser Rückgang keine große Besorgnis. Experten gehen davon aus, dass weitere Fortschritte bei der BEV-Technologie und eine verbesserte Ladeinfrastruktur die Bedürfnisse dieser Nischensegmente in Zukunft erfüllen werden.
Die Bestseller des Monats
Das Tesla Model Y war im September erneut das meistverkaufte Auto in Norwegen. Mit 4.123 verkauften Einheiten machte es rund 29 Prozent des gesamten Automarktes aus. Dies ist mehr als die nächsten zehn Modelle zusammen. Das Tesla Model 3 belegte mit 695 Einheiten den zweiten Platz. Der Volvo EX30 erreichte mit 543 Einheiten den dritten Rang.
„Das Tesla Model Y dominiert den norwegischen Markt in einer Weise, die in kaum einem anderen Land zu beobachten ist. Es zeigt, wie stark die Präferenz der norwegischen Verbraucher für vollelektrische, reichweitenstarke Fahrzeuge ist.“
Die Top 20 der meistverkauften Modelle enthielten bekannte Namen. Es gab keine neuen Modelle, die direkt in die Top 20 aufstiegen. Monatliche Schwankungen in der Rangliste gab es vor allem bei Marken mit unregelmäßigen Liefervolumen, wie Tesla, Polestar und Volvo.
Bemerkenswerte Leistungen
- Der Skoda Elroq, der im Februar debütierte, kletterte stetig nach oben und erreichte im September mit 411 Einheiten seinen höchsten Rang (Platz 5).
- Der Ford Explorer verzeichnete mit 334 Einheiten (Platz 7) sein höchstes Jahresvolumen.
- Der Polestar 4 erreichte mit 303 Einheiten sein bisher höchstes Volumen und belegte den zehnten Platz. Die Lieferungen von Polestar sind jedoch oft unregelmäßig, was auf temporäre Nachlieferungen hindeuten könnte.
Neue Modelle auf dem Markt
Im September gab es einige bemerkenswerte BEV-Debüts. MG Motor führte die neuen Modelle IM5 und IM6 ein. Der IM5, eine Limousine, verzeichnete 20 Einheiten. Der IM6, ein SUV, erreichte 24 Einheiten. Beide sind Fahrzeuge des E-Segments.
Der MG IM5 startet bei 399.000 NOK (ca. 34.360 €) mit einer 75 kWh Batterie (100 kWh optional). Der IM6 beginnt bei 489.900 NOK (ca. 42.200 €) und ist standardmäßig mit einer 100 kWh Batterie ausgestattet. Diese neuen MGs bieten für E-Segment-Fahrzeuge erschwingliche Preise, insbesondere angesichts der Ladegeschwindigkeit von rund 400 kW bei den 100 kWh Varianten. Der IM6 SUV könnte in Norwegen gute Verkaufszahlen erzielen.
Hintergrund: Isuzu D-Max und KGM Musso
Eine weitere Premiere war der Isuzu D-Max Pickup-Truck, von dem vorerst eine Einheit zu Testzwecken registriert wurde. Der kommerzielle Start des D-Max ist für Anfang 2026 geplant.
Der KGM Musso, ein weiterer BEV-Pickup-Truck, steigerte seine Verkaufszahlen von 5 Einheiten im August auf 29 Einheiten im September. Der Maxus eTerron, der im August mit 5 Einheiten startete, erreichte im September 15 Einheiten. Der Musso ist preisgünstiger (ab 469.900 NOK, ca. 39.900 €) und bietet dennoch eine gute Reichweite und Funktionalität.
Weitere Aufsteiger
Der neue Mercedes CLA, der im August mit 8 Einheiten debütierte, erreichte im September 27 Einheiten. Basierend auf seinem schnellen Aufstieg im benachbarten Schweden könnte der CLA auch in Norwegen weiter zulegen. Der Renault 4, ein weiterer Neuzugang aus dem August, steigerte sich auf 28 Einheiten. Das Schwestermodell Renault 5 verkauft sich bereits über 100 Einheiten pro Monat und rangiert um Platz 30. Der Renault 4 basiert auf der gleichen Plattform, ist aber als SUV größer und passt besser zu den norwegischen Präferenzen.
Der Hyundai Inster belegte mit 82 Einheiten den 33. Platz. Es bleibt abzuwarten, ob dies ein Plateau oder eine Zwischenstation auf einem weiteren Aufstieg ist. Der Citroën e-C3 verzeichnete im September 54 Einheiten, nach anfänglichen Spitzenwerten im Frühjahr, was auf technische Anlaufschwierigkeiten zurückzuführen ist, die jedoch behoben werden. Der BYD Dolphin Surf ist in Norwegen noch nicht auf dem Markt, was auf weiteres Wachstum und Wettbewerb in den A- und B-Segmenten hindeutet.
Flottenentwicklung und Ausblick
Aktualisierte Flottendaten zum Ende des dritten Quartals zeigen einen stetigen Anstieg des EV-Anteils zulasten von Benzin- und Dieselfahrzeugen. Der kombinierte Plugin-Anteil der gesamten Fahrzeugflotte lag Ende Q3 bei 37,8 Prozent, davon 30,6 Prozent BEVs. Dies ist ein Anstieg gegenüber dem zweiten Quartal, als der Anteil bei 36,7 Prozent kombiniert und 29,5 Prozent BEVs lag. Der BEV-Anteil stieg innerhalb von drei Monaten um über 1,1 Prozent.
Veränderungen bei den Antriebsarten
- PHEVs: Ihr Flottenanteil hat seinen Höhepunkt (ca. 7,2%) überschritten, da die Verkäufe vor etwa vier Jahren ihren Höhepunkt erreichten und nun auf etwa 1% des Neuwagenmarktes gesunken sind. Ihr Anteil wird in den kommenden Jahren langsam abnehmen.
- HEVs: Der HEV-Flottenanteil erreichte vor etwa einem Jahr seinen Höhepunkt bei 5,4%. Neue HEV-Verkäufe sind in den letzten 18 Monaten drastisch zurückgegangen.
- Diesel: Dieselfahrzeuge bilden mit 32,2% noch den größten Teil der Flotte, verlieren aber pro Quartal etwa 0,6% Anteil (ca. 2,5% pro Jahr). Es wird erwartet, dass der BEV-Flottenanteil den Diesel-Anteil noch vor Jahresende übertreffen wird.
- Benziner: Der Anteil von Benzinern liegt bei 24,6% der Flotte und verliert durchschnittlich 0,4% pro Quartal. In etwa drei Jahren wird der Anteil voraussichtlich unter 20% fallen.
Es ist wichtig zu beachten, dass neuere Fahrzeuge, insbesondere BEVs, im Durchschnitt mehr Kilometer pro Jahr gefahren werden als ältere Fahrzeuge. Die jährliche Fahrleistung von BEVs hat die von Dieselfahrzeugen bereits übertroffen, obwohl Diesel noch zahlenmäßig stärker in der Flotte vertreten sind.
Wirtschaftlicher Kontext und globale Lehren
Norwegen setzt seinen konsequenten Weg bei der EV-Umstellung fort. Dies wird durch eine beständige politische Unterstützung und hohe Akzeptanz der Technologie durch die Verbraucher ermöglicht. Nur China kommt der rationalen Umstellung Norwegens nahe. Chinas Leistung ist besonders bemerkenswert, da das Land nicht so wohlhabend wie Norwegen ist und die Fahrzeuge in großem Maßstab selbst produzieren muss, während Norwegen sie importieren kann.
Andere Regionen, wie Schweden, Frankreich, Deutschland und die USA, haben in ihrer Umstellung oft inkonsistente und unaufrichtige Ansätze gezeigt. Der norwegische Automobilmarkt ist im bisherigen Jahresverlauf um 23,5 Prozent gewachsen. Dieses Wachstum, das nun fast ausschließlich auf BEVs entfällt, beschleunigt die Flottenumstellung.
Wirtschaftsdaten Norwegen (Q2 2025)
- BIP (YoY): -2,1%
- Inflation (August): 3,5% (Juli: 3,3%)
- Zinssatz (Mitte September): 4,0% (von 4,25%)
- Verarbeitendes Gewerbe PMI (September): 49,9 Punkte (August: 49,6 Punkte)
Die makroökonomischen Zahlen Norwegens sind aufgrund hoher öffentlicher Ausgaben und des Einflusses von fossilen Brennstoffverkäufen oft volatil. Trotzdem zeigen die Fortschritte im Automobilsektor eine klare Richtung. Die Erfahrungen Norwegens können anderen Ländern als Blaupause dienen, auch wenn die spezifischen Bedingungen nicht überall replizierbar sind.




