Toyota erprobt derzeit in Portugal sein Rallye-Weltmeisterschafts-Prototypenfahrzeug für das Jahr 2027. Auffällig ist dabei die Karosserieform: Statt eines gewohnten Hatchbacks präsentiert sich das Fahrzeug als elegantes Coupé. Diese Designwahl weckt Spekulationen über eine mögliche Neuauflage des Toyota Celica, insbesondere vor dem Hintergrund der tiefen Rallye-Geschichte dieses Modells.
Wichtige Erkenntnisse
- Toyota testet einen Coupé-Prototypen für die WRC 2027.
- Die neue Karosserieform weicht stark vom bisherigen GR Yaris ab.
- Es gibt starke Hinweise auf eine mögliche Rückkehr des Celica.
- Neue WRC-Regularien erlauben flexible Karosseriedesigns.
- Toyota setzt verstärkt auf Sportwagenmodelle.
Ein Coupé für die Rallye-Weltmeisterschaft
Das aktuelle Testfahrzeug unterscheidet sich deutlich von Toyotas bisherigen Rallye-Autos. Anstelle eines kompakten GR Yaris sieht man ein fließendes Coupé, dessen Design an kein aktuelles Serienmodell erinnert. Diese bewusste Entscheidung von Toyota, ein Coupé zu entwickeln, ist bemerkenswert, da die neuen WRC27-Regularien eine große Freiheit bei der Wahl der Karosserieform zulassen.
Ab dem kommenden Jahr treten die neuen WRC27-Regularien in Kraft. Diese ermöglichen es den Herstellern, nahezu jede gewünschte Karosserieform auf das neue Spaceframe-Chassis zu setzen. Die Vorschriften definieren lediglich eine spezifische Zone, innerhalb derer sich alle Karosseriepaneele befinden müssen. Innerhalb dieses Volumens haben Hersteller die Freiheit, verschiedene Designs zu skalieren und zu integrieren. Dies bedeutet, dass Limousinen, Hatchbacks, Crossover und sogar speziell angefertigte Designs zugelassen sind.
Die Flexibilität der neuen WRC-Regularien soll über einen Zeitraum von zehn Jahren bis 2037 gelten, ohne die Performance der Fahrzeuge zu beeinträchtigen.
Faktencheck
- Regulierungszyklus: Die WRC27-Regularien sind für zehn Jahre bis 2037 ausgelegt.
- Designfreiheit: Hersteller können Limousinen, Hatchbacks, Crossover oder maßgeschneiderte Designs verwenden.
Warum ein Coupé? Die Celica-Spekulationen
Toyota hätte für sein WRC27-Fahrzeug jedes beliebige Design wählen können. Eine Fortsetzung des erfolgreichen GR Yaris wäre denkbar gewesen. Auch ein Wechsel zu einem Crossover-Modell wie dem RAV4 hätte sich angeboten, da Crossover heutzutage deutlich populärer sind als Coupés. Ford setzt beispielsweise bereits auf einen WRC Puma Crossover, und der RAV4 hat im NASA Rally Sport Erfolge gefeiert.
Die Entscheidung für ein Coupé ist daher eine bewusste strategische Wahl. Sie könnte ein starkes Signal für eine Rückkehr des Celica sein, einem Modell mit einer reichen Rallye-Geschichte. Der Celica war in der Vergangenheit ein fester Bestandteil der WRC und prägte das Bild des Rallye-Sports maßgeblich mit.
Toyotas Sportwagen-Offensive
Toyota engagiert sich in jüngster Zeit stark im Sportwagenbereich. Das Unternehmen bietet bereits den GR86 Coupé und den GR Corolla an, der als kleines Rallye-Auto gilt. Zudem soll der Supra ohne die Hilfe von BMW zurückkehren, und es gibt Gerüchte über einen Mittelmotor-Sportwagen, der möglicherweise den Namen MR2 tragen wird. Ein neuer Celica würde diese Modellpalette sinnvoll ergänzen.
Hintergrundinformationen
Der Toyota Celica wurde von 1970 bis 2006 produziert und war bekannt für seine sportliche Leistung und sein attraktives Design. Besonders erfolgreich war er im Rallye-Sport, wo er mehrere Weltmeistertitel gewann. Eine Neuauflage würde an diese glorreiche Vergangenheit anknüpfen.
Herausforderungen und Positionierung
Eine mögliche Herausforderung bei der Einführung eines neuen Celica könnte die Ähnlichkeit zum bestehenden GR86 sein. Dies könnte jedoch durch ein sehr unterschiedliches Antriebskonzept gelöst werden. Es gab Gerüchte, dass der Celica ebenfalls einen Mittelmotor haben könnte. Die WRC-Regularien würden jedoch erfordern, dass das Rennauto seinen Motor vorne hat.
Die Betonung des Rallye-Erbes des Celica könnte hier eine Lösung bieten und ihn näher an Modelle wie den Subaru WRX rücken. Allerdings sind die Verkaufszahlen des WRX in den letzten Jahren stark zurückgegangen, was diesen Vergleich schwierig macht. Der Celica hatte historisch eine breitere Anziehungskraft als Hardcore-Sportwagen wie der Supra oder MR2, da er erschwinglicher und praktischer war. Eine Rückkehr zu diesen Werten wäre sinnvoll, besonders angesichts der hohen Autopreise heutzutage.
Zukünftige Aussichten
Ob das WRC-Coupé tatsächlich eine Vorschau auf den neuen Celica ist, bleibt abzuwarten. Toyota Nordamerika's Vizepräsident für Produktplanung und Strategie erwähnte letztes Jahr, dass Toyota an einem neuen Coupé arbeitet, das theoretisch den Namen Celica tragen könnte. Dieser Name wurde in anderen Gesprächen nahezu bestätigt.
Die WRC-Karosserieregulierungen erlauben maßgeschneiderte Designs. Toyota könnte das Coupé also nutzen, um Nostalgie für die Rallye-Celicas zu wecken, ohne dass ein entsprechendes Serienmodell geplant ist. Es könnte aber auch dazu dienen, das Interesse an einem solchen Modell weiter zu testen. Viele Sportwagen-Enthusiasten würden sich über die Rückkehr eines eleganten Coupés wie des Celica freuen, anstatt eines weiteren Crossovers.
- Aktuelle Sportwagen: GR86, GR Corolla, Supra (geplant), MR2 (geplant).
- Mögliche Positionierung: Breiterer Appell als Supra/MR2 durch Erschwinglichkeit und Praktikabilität.
Die Entwicklung des Coupé-Prototypen zeigt, dass Toyota weiterhin auf sportliche Fahrzeuge setzt und möglicherweise eine Legende wiederbeleben möchte. Die kommenden Monate werden zeigen, ob der Celica tatsächlich eine Renaissance erleben wird und welche Rolle er in Toyotas zukünftiger Sportwagenstrategie spielen wird.




