Tesla hat kürzlich ein neues Software-Update veröffentlicht, das eine wichtige Funktion für das Model Y einführt: das sogenannte „Comfort Braking“. Dieses Feature soll das Fahrgefühl beim Anhalten des Fahrzeugs erheblich verbessern und ist Teil des Software-Updates 2026.8. Es ist derzeit ausschließlich für die neuesten Model Y Fahrzeuge verfügbar, die als Modelljahr 2026 oder neuer gelten und die Juniper-Aktualisierung erhalten haben.
Wichtigste Erkenntnisse
- „Comfort Braking“ ist eine neue Funktion für das Model Y (Modelljahr 2026+).
- Das Feature verbessert die Bremswirkung beim vollständigen Anhalten.
- Tesla erweitert die Robotaxi-App auf Android-Nutzer.
- Lucid stellt das „Lunar Concept“ Robotaxi als Konkurrenz zu Teslas Cybercab vor.
- Die Untersuchung gegen Elon Musk in Brasilien wurde eingestellt.
Verbessertes Fahrerlebnis im Model Y
Die Einführung des „Comfort Braking“ zielt darauf ab, das Fahrerlebnis im Model Y noch weiter zu optimieren. Tesla beschreibt die Funktion in den Versionshinweisen als eine Möglichkeit, ein geschmeidigeres Gefühl zu vermitteln, wenn das Fahrzeug bei routinemäßigen Bremsvorgängen vollständig zum Stillstand kommt. Dies deutet darauf hin, dass Tesla weiterhin bestrebt ist, den Komfort für seine Kunden durch Software-Updates zu steigern.
Obwohl die regenerative Bremsung bei Tesla-Fahrzeugen die Nutzung des Bremspedals im Alltag minimiert, zeigt diese Neuerung, dass der Hersteller auch die feineren Aspekte des Fahrerlebnisses im Blick hat. Es ist ein weiteres Beispiel für Teslas Fähigkeit, die Funktionalität seiner Fahrzeuge über Over-the-Air-Updates zu verändern und zu verbessern.
Faktencheck: Over-the-Air Updates
- Tesla nutzt Over-the-Air (OTA) Updates, um neue Funktionen zu liefern.
- OTA-Updates ermöglichen auch die Behebung von Problemen und Rückrufen.
- Die Aktualisierungen können Leistungsverbesserungen für regenerative Bremsung und autonomes Fahren umfassen.
Robotaxi-Plattform öffnet sich für Android-Nutzer
Parallel zu den Verbesserungen im Model Y erweitert Tesla auch den Zugang zu seiner Robotaxi-Plattform. Ein kürzlich durchgeführtes Software-Update (Version 26.2.0) der Robotaxi-App deutet darauf hin, dass Android-Nutzer bald Zugang zum Ride-Hailing-Dienst erhalten werden. Bislang war die Plattform hauptsächlich für iOS-Nutzer verfügbar, was auf eine höhere Konzentration von iPhone-Besitzern in Teslas Kundenbasis und einen potenziell einfacheren Entwicklungsprozess für Apple-Geräte zurückzuführen war.
Die Analyse der Software-Version durch „Tesla App Updates“ zeigt, dass Tesla aktiv an einer Android-kompatiblen Version der App arbeitet und Funktionen wie „Live Activities“ für Android entwickelt. Dies bedeutet, dass Android-Nutzer dynamisch aktualisierte Benachrichtigungen erhalten werden, ähnlich den iOS Live Activities. Dies ist ein bedeutender Schritt, um die Nutzerbasis der Robotaxi-Plattform zu erweitern und das Angebot einem breiteren Publikum zugänglich zu machen.
„Die Erweiterung der Nutzerbasis auf Android-Geräte ist ein klares Zeichen dafür, dass Tesla seine Robotaxi-Plattform für eine breitere Akzeptanz vorbereitet.“
Lucid steigt in den Robotaxi-Wettbewerb ein
Der Wettbewerb im Bereich der autonomen Ride-Hailing-Dienste wird schärfer. Lucid Group hat auf ihrem New Yorker Investorentag 2026 ein eigenes Robotaxi-Konzept vorgestellt: das „Lunar Concept“. Dieses ist eine zweckgebundene autonome Plattform, die auf Lucids neuer Midsize-EV-Plattform basiert. Damit tritt Lucid direkt in Konkurrenz zu Teslas Cybercab, das erstmals von Elon Musk im April 2019 vorgestellt wurde und im Oktober 2024 als „Cybercab“ enthüllt wurde.
Das Lunar Concept spiegelt die Kernphilosophie des Cybercab wider: Es bietet zwei Sitze, keine Fahrersteuerungen und konzentriert sich auf Flottenökonomie. Lucid hat dafür eine neu gestaltete „Atlas“-Antriebseinheit entwickelt, die kleiner, leichter und kostengünstiger in der Massenproduktion sein soll. Im Gegensatz zu Teslas Ansatz, ein eigenes Ride-Hailing-Netzwerk aufzubauen, plant Lucid eine Partnerschaft mit Uber. Es laufen fortgeschrittene Gespräche, um Fahrzeuge der Midsize-Plattform in großem Maßstab einzusetzen.
Hintergrund: Robotaxi-Markt
Elon Musk stellte die Vision eines Netzwerks selbstfahrender Tesla-Fahrzeuge erstmals 2019 vor. Das Cybercab wurde 2024 auf dem „We, Robot“-Event in Burbank, Kalifornien, präsentiert. Tesla betreibt bereits einen kleinen Robotaxi-Dienst in Austin mit überwachten Model Y Fahrzeugen. Das Cybercab ist für die Massenproduktion konzipiert, mit dem Ziel, ein Fahrzeug alle 10 Sekunden zu produzieren.
Finanzielle Strategie und Wettbewerb
Lucid skizzierte auf dem Investorentag auch ein wiederkehrendes Software-Umsatzmodell, das einen KI-Assistenten im Fahrzeug und monatliche Abonnements für autonomes Fahren zwischen 69 und 199 US-Dollar vorsieht. Dies erinnert an Teslas langjährige Strategie der Software-Einnahmen, insbesondere durch das Full Self-Driving-Abonnement. Teslas Cybercab zielt auf einen Preis unter 30.000 US-Dollar und Betriebskosten von nur 20 Cents pro Meile ab.
Obwohl regulatorische Hürden noch bestehen, ist der Wettbewerb im Robotaxi-Segment offen. Lucids Lunar Concept hat zwar noch kein Startdatum, kommt aber zu einem entscheidenden Zeitpunkt, da das Robotaxi-Rennen nicht mehr als hypothetisch, sondern als eine Notwendigkeit für jeden ernsthaften Elektrofahrzeughersteller angesehen wird.
Untersuchung gegen Elon Musk in Brasilien eingestellt
In Brasilien wurde eine seit rund zwei Jahren laufende Untersuchung gegen Elon Musk und die Social-Media-Plattform X (ehemals Twitter) eingestellt. Das brasilianische Oberste Bundesgericht ordnete die Schließung an, nachdem Generalstaatsanwalt Paulo Gonet dies empfohlen hatte. Die Untersuchung sollte klären, ob die Plattform zur Koordinierung von Angriffen gegen Mitglieder der Justiz genutzt wurde.
Laut einem Bericht der Agencia Brasil fanden die Ermittlungen der Bundespolizei keine Beweise dafür, dass X vorsätzlich versucht hatte, die Justiz anzugreifen oder Gerichtsanordnungen zu umgehen. Gonet kam zu dem Schluss, dass die festgestellten Unregelmäßigkeiten keine betrügerische Absicht zeigten. Richter Alexandre de Moraes akzeptierte die Empfehlung, womit der Fall vorerst abgeschlossen ist, es sei denn, es treten neue Beweise auf.
Die Untersuchung entstand aus Bedenken, dass Inhalte auf X Online-Angriffe auf Oberste Richter ermöglicht oder Anordnungen zur Sperrung bestimmter Konten verletzt haben könnten. Richter Moraes hatte zuvor mehrere Maßnahmen gegen die Plattform ergriffen, darunter eine landesweite Sperrung, das Einfrieren von Starlink-Konten und Geldstrafen in Höhe von insgesamt rund 5,2 Millionen US-Dollar. Brasilien bleibt mit etwa 17 Millionen Nutzern ein wichtiger Markt für X und für Starlink, das dort über eine Million Abonnenten zählt.




