Ein beunruhigendes Bild bietet sich derzeit in vielen Toyota-Autohäusern: Dutzende brandneuer Ersatzmotoren stapeln sich in Kisten in den Servicebereichen. Diese Beobachtung, die ein Tundra-Besitzer bei einem routinemäßigen Ölwechsel machte, wirft ernsthafte Fragen über das Ausmaß des aktuellen Rückrufs und die Fähigkeit von Toyota auf, das Problem schnell zu beheben.
Wichtige Erkenntnisse
- Dutzende Ersatzmotoren stapeln sich in Toyota-Werkstätten.
- Der Rückruf betrifft den V35A-FTS Twin-Turbo V6 Motor.
- Fertigungsfehler mit Metallspänen verursachen Lagerschäden.
- Der Motorwechsel ist eine aufwendige Reparatur.
- Besitzer neuerer Modelle (2024/2025) erleben ähnliche Probleme.
Ein Blick hinter die Kulissen: Werkstätten am Limit
Wer sein Fahrzeug zur Wartung bringt, erwartet normalerweise einen reibungslosen Ablauf. Doch für Chung Khuong, einen Besitzer eines 2025er Toyota Tundra, bot sich ein überraschendes Szenario. Während seines Ölwechsels entdeckte er in der Werkstatt seines örtlichen Toyota-Händlers eine große Anzahl von Motoren in Holzkisten. Diese Stapel zeugen von der enormen logistischen Herausforderung, vor der Toyota derzeit steht.
Die Bilder von gestapelten Motoren sind ein klares Zeichen dafür, dass die Rückrufaktion in vollem Gange ist. Sie deutet auch darauf hin, dass die Serviceabteilungen der Händler möglicherweise überlastet sind. Für viele Kunden ist dies ein beunruhigender Anblick, der Fragen zur Zuverlässigkeit und zur Dauer der Reparaturen aufwirft.
Faktencheck: Der V35A-FTS Motor
- Betroffener Motor: V35A-FTS Twin-Turbo V6
- Rückrufaktion: 24TA07
- Anzahl der Fahrzeuge: Rund 100.000 Einheiten
- Fehlerursache: Metallspäne im Motorblock während der Fertigung.
- Folgen: Hauptlagerschäden, Klopfgeräusche, Leistungsverlust, Motorstillstand.
Die Ursache der Motorprobleme
Toyota hat das Problem offiziell anerkannt. Es betrifft den V35A-FTS Twin-Turbo V6 Motor. Die Ursache liegt in einem Fertigungsfehler im Werk Huntsville, Alabama. Bei der Produktion wurden Metallspäne nicht vollständig aus den Motorblöcken entfernt. Diese Späne gelangen in das Ölkreislaufsystem und verursachen Schäden an den Kurbelwellen-Hauptlagern.
Die Folge sind schwere Riefen und ein mögliches Festfressen der Lager. Betroffene Motoren entwickeln oft ein deutliches Klopfgeräusch, laufen unrund und können schließlich vollständig ausfallen. Ein plötzlicher Motorstillstand bei hohen Geschwindigkeiten stellt ein erhebliches Sicherheitsrisiko dar. Dies führte zur Entscheidung der National Highway Traffic Safety Administration (NHTSA) und von Toyota, einen Sicherheitsrückruf durchzuführen.
"Ich glaube nicht, dass Toyota diese schlechten Motoren schnell genug austauschen kann."
Komplexe Reparaturen und lange Wartezeiten
Der Austausch eines Motors ist keine Kleinigkeit. Es handelt sich um eine sehr arbeitsintensive und technisch komplexe Prozedur. Oft muss die Kabine des Fahrzeugs vom Fahrgestell abgehoben werden, um Zugang zum Motorblock zu erhalten. Dies bedeutet, dass die Besitzer ihre Fahrzeuge für längere Zeit nicht nutzen können.
Die schiere Menge an Ersatzmotoren deutet darauf hin, dass der Engpass nicht die Verfügbarkeit der Teile ist, sondern die Kapazität der Werkstätten, diese zu installieren. Viele Besitzer äußern in Online-Foren ihre Besorgnis. Sie fragen sich, ob die Ersatzmotoren die langfristigen Haltbarkeitsprobleme wirklich lösen werden oder nur eine Übergangslösung darstellen.
Hintergrund: Toyotas Ruf für Qualität
Toyota hat sich seinen Ruf über Jahrzehnte hinweg mit den Werten Qualität, Haltbarkeit und Zuverlässigkeit (QDR) aufgebaut. Der Tundra war bekannt dafür, hohe Kilometerleistungen mit minimaler Wartung zu erreichen. Der Übergang zum V35A-FTS Twin-Turbo V6 Motor hat jedoch unerwartete Probleme mit sich gebracht, die das Markenimage beeinträchtigen könnten.
Auswirkungen auf neuere Modelle
Besonders beunruhigend ist, dass nicht nur die ursprünglich zurückgerufenen Modelle der Baujahre 2022 und 2023 betroffen sind. Auch Besitzer von 2024er und 2025er Modellen berichten von ähnlichen Motorausfällen. Ein Hybrid-Modell des 2025er Tundra TRD PRO erlitt beispielsweise nach nur 1.528 Meilen einen Motorschaden. Dies lässt die Vermutung aufkommen, dass das Problem möglicherweise breiter gefächert ist als ursprünglich angenommen.
Die Grenze zwischen den offiziell zurückgerufenen Modellen und den neueren Fahrzeugen verschwimmt zunehmend. Dies führt zu Verunsicherung unter den Fahrern, die sich fragen, ob ihre "sauberen" Fertigungsdaten wirklich eine Garantie für Problemfreiheit sind. Die Situation stellt Toyotas Engagement für Qualität auf eine harte Probe.
Die Sicht der Tundra-Besitzer
Für Tundra-Besitzer wie Chung Khuong ist der Anblick der Motorkisten ein zweischneidiges Schwert. Einerseits ist es beruhigend zu sehen, dass Toyota aktiv Teile liefert und Garantieansprüche erfüllt. Dies zeigt ein Engagement zur Problemlösung. Andererseits zerstört es die Illusion der Unverwundbarkeit, die Tundra-Besitzer einst genossen.
Der Kauf eines Full-Size-Trucks ist oft mit der Erwartung verbunden, ein zuverlässiges Arbeitsgerät zu besitzen. Wenn "Dutzende" von Motoren auf den Einbau warten, wird der Werkstattbesuch für einen Tundra zu einem häufigeren Ereignis als einer seltenen Ausnahme. Die Transparenz des Rückrufs ist positiv, aber die Umsetzung ist für die betroffenen Kunden schmerzhaft.
- Lange Wartezeiten für Reparaturen sind möglich.
- Fahrzeugbesitzer sind möglicherweise auf Leihwagen oder Mietfahrzeuge angewiesen.
- Hoher Druck auf die Service-Teams der Händler.
Der wahre Test wird die Langlebigkeit der Ersatzmotoren sein. Solange die Stapel von Kisten in den Werkstätten nicht verschwinden, wird die Tundra-Community wachsam bleiben, auf ihre Öldruckanzeigen achten und auf das gefürchtete Klopfen horchen.




