Die australische Außenministerin Penny Wong hat die geplante Trauer um den getöteten iranischen Ayatollah Ali Khamenei in einigen australischen Moscheen scharf verurteilt. Sie betonte, die Regierung trauere nicht um ihn. Diese Äußerungen erfolgen inmitten wachsender Spannungen im Nahen Osten und nach gemeinsamen Militärschlägen der USA und Israels gegen den Iran.
Wichtige Punkte
- Australische Regierung distanziert sich klar von der Trauer um Ayatollah Khamenei.
- Außenministerin Wong verurteilt Khameneis Regime als Unterstützer des Terrorismus.
- Benzinpreise in Australien könnten in 7 bis 10 Tagen um etwa 10 Prozent steigen.
- China warnt vor einer Erosion der internationalen Ordnung durch die Militärschläge.
- Die Nachfolge Khameneis ist ungewiss, aber der Nachfolger könnte pragmatischer sein.
Wongs klare Positionierung zu Khameneis Tod
Außenministerin Penny Wong äußerte sich deutlich im Parlament. Sie wurde von Senatorin Michaelia Cash gefragt, ob die Regierung die Trauerfeiern in australischen Moscheen für den getöteten Ayatollah Khamenei verurteile. Cash bezeichnete Khamenei als einen „mörderischen Diktator“ und fragte, ob solche Feiern dem sozialen Zusammenhalt in Australien dienten.
Wong antwortete unmissverständlich:
„Wir trauern nicht um den Tod von Ayatollah Ali Khamenei.“Sie fügte hinzu, dass sein Regime Terrorismus sponserte, internationale Stellvertreter unterstützte und sogar Angriffe auf jüdische Australier auf australischem Boden organisierte. Die Regierung sei stets bestrebt, den sozialen Zusammenhalt zu stärken, nicht zu schwächen.
Faktencheck: Ayatollah Ali Khamenei
- Amtszeit: Seit 1989 Oberster Führer des Iran.
- Rolle: Höchste politische und religiöse Autorität im Iran.
- Kontext: Iran ist das größte schiitisch-muslimische Land der Welt.
Internationale Reaktionen und die Rolle Australiens
Der Premierminister von New South Wales, Chris Minns, bezeichnete jegliche Trauer um den Ayatollah als „abscheulich“. Er stellte fest, dass Khamenei objektiv betrachtet „böse“ war. Er betonte, man solle dies klar aussprechen.
Australien war eines der ersten Länder, das die US-Aktionen im Iran unterstützte. Premierminister Anthony Albanese erklärte in einer gemeinsamen Erklärung mit Vizepremierminister Richard Marles und Außenministerin Penny Wong:
„Wir unterstützen die Vereinigten Staaten dabei, den Iran daran zu hindern, Atomwaffen zu erlangen und weiterhin den internationalen Frieden und die Sicherheit zu bedrohen.“
Hintergrund der Angriffe
Die Militärschläge der USA und Israels gegen den Iran erfolgten, nachdem Verhandlungen über das iranische Atomprogramm, ballistische Raketen und die Unterstützung von Stellvertretergruppen wie der Hisbollah im Libanon, den Huthi im Jemen und der Hamas in Gaza gescheitert waren.
Drohende Auswirkungen auf Benzinpreise
Der Konflikt im Nahen Osten könnte auch direkte Auswirkungen auf australische Autofahrer haben. Der NRMA, ein australischer Automobilclub, warnt vor möglichen Benzinpreiserhöhungen innerhalb von sieben bis zehn Tagen. Sprecher Peter Khoury erwartet einen Anstieg von etwa 10 Prozent.
Khoury betonte jedoch, dass keine sofortigen Auswirkungen zu spüren seien und riet von Panik ab. Er widersprach Berichten über mögliche Preiserhöhungen von 30 Prozent und nannte diese spekulativ. Der NRMA wird die Ölkonzerne genau beobachten, um sicherzustellen, dass sie die Preise nicht aufgrund von Spekulationen übermäßig anheben.
Ölpreise und die Straße von Hormus
Etwa ein Fünftel des täglich verbrauchten Öls wird durch die Straße von Hormus transportiert. Sollte der Iran diese Meerenge schließen, könnte dies zu erheblichen und anhaltenden Preiserhöhungen führen. Australien hat keine Kontrolle über die globalen Faktoren, die die Benzinpreise bestimmen.
Chinas Warnung vor dem „Recht des Dschungels“
Ein chinesischer Akademiker warnte, dass die Unterstützung der US-amerikanischen und israelischen Angriffe auf den Iran die globale, regelbasierte Ordnung zu zerstören drohe. Tian Wenlin von der Renmin-Universität äußerte gegenüber der Global Times Bedenken, dass die „grundlegende Maschinerie der internationalen Ordnung“ erodieren könnte, wenn die Handlungen der USA und Israels von der internationalen Gemeinschaft akzeptiert würden.
Der chinesische Außenminister Wang Yi forderte in einem Telefonat mit Russland die internationale Gemeinschaft auf, sich einer „Regression der Welt zum Gesetz des Dschungels“ entgegenzustellen. Diese Äußerungen unterstreichen die Besorgnis über die Stabilität der internationalen Beziehungen.
Australiens Treibstoffreserven und die Zukunft Irans
Barnaby Joyce, ein australischer Politiker, forderte Australien auf, seine Treibstoffreserven aufzustocken. Die Internationale Energieagentur empfiehlt eine Bevorratung für 90 Tage, doch aktuelle Berichte deuten darauf hin, dass Australien nur über Reserven für 28 Tage verfügt. Joyce äußerte Bedenken hinsichtlich der wenigen Ölraffinerien in Australien, die das Land in einer Krise verwundbar machen könnten.
Die Frage nach der Nachfolge Khameneis bleibt offen. Kylie Moore-Gilbert, eine australische Expertin für den Nahen Osten, die über 800 Tage im Iran inhaftiert war, erklärte, dass die Verfassung einen Nachfolgeprozess vorsieht. Ein 88-köpfiges Gremium, die Versammlung der Experten, wird einen Nachfolger wählen. Es wird erwartet, dass dies innerhalb weniger Tage geschieht.
Moore-Gilbert hält es für unwahrscheinlich, dass der Nachfolger freundlichere Ansichten gegenüber dem Westen haben wird. Jedoch könnte die neue Führung pragmatischer sein als Khamenei, der als 86-jähriger Mann „sehr festgefahren in seinen Ansichten“ war und keine Kompromisse mit den USA einging. Ein jüngerer, weniger ideologisch gebundener Geistlicher könnte bereit sein, Zugeständnisse zu machen, um die Überreste des Regimes zu retten.
Regime-Wechsel und internationale Beziehungen
Ob Khameneis Tod zu einem Regimewechsel führt, ist ungewiss. US-Präsident Donald Trump sah den Tod des Anführers als „die größte Chance für das iranische Volk, sein Land zurückzuerobern“.
Außenministerin Wong betonte jedoch, dass die Zukunft des Iran in den Händen des iranischen Volkes liege. Sie wies darauf hin, dass ein Regimewechsel nicht nachhaltig von außen aufgezwungen werden könne. Vizepremierminister Marles äußerte sich ähnlich und vermied Spekulationen über die Dauer des Konflikts oder die Möglichkeit einer demokratischen Regierung. Im vergangenen Jahr hatte Australien die diplomatischen Beziehungen zum Iran abgebrochen, nachdem der Iran für antisemitische Brandanschläge in Australien verantwortlich gemacht wurde.
Die stellvertretende Oppositionsführerin Jane Hume bezeichnete die Situation als „sich entwickelnd“, behauptete jedoch, die Welt sei nach Khameneis Tod „sicherer“. Sie betonte, dass das aktuelle Regime im Iran kein Freund Australiens sei und Terrorismus weltweit exportiert habe.
Senator Paterson forderte Australien auf, etwaige Anfragen aus Washington zur Unterstützung militärischer Aktionen in Iran sorgfältig zu prüfen. Er wies darauf hin, dass die USA die iranische Marine als primäres Ziel der Operation genannt haben, um die Schließung der Straße von Hormus zu verhindern.
- Die internationale Gemeinschaft beobachtet die Situation genau.
- Die Stabilität der globalen Energiemärkte hängt stark von der Entwicklung ab.
- Die Auswirkungen auf die regionale Sicherheit sind weitreichend.




