Tesla hat mit der Veröffentlichung eines neuen Software-Updates begonnen, den Namen seines bekannten Fahrassistenzsystems „Autopilot“ zu ändern. Diese Anpassung ist eine direkte Reaktion auf den zunehmenden Druck von Regulierungsbehörden, die den Begriff als irreführend kritisiert hatten. Für Fahrer ändert sich an der Funktionsweise des Systems nichts, die Umbenennung betrifft lediglich die Bezeichnungen in der Fahrzeugsoftware.
Wichtige Erkenntnisse
- Mit dem Software-Update 2026.2.9 ändert Tesla den Namen von „Autopilot“ in „Self-Driving“ (Selbstfahrend).
- Die Funktion „Navigate on Autopilot“ heißt nun „Navigate on Autosteer“ (Navigieren mit Lenkassistent).
- Der „FSD Computer“ wird zum „AI Computer“ (KI-Computer) umbenannt.
- Die Änderungen erfolgen nach Auseinandersetzungen mit Behörden wie dem kalifornischen DMV wegen des Vorwurfs der irreführenden Werbung.
Ein neues Vokabular für Teslas Fahrassistenz
Besitzer von Tesla-Fahrzeugen, die das neue Software-Update 2026.2.9 installieren, werden eine Reihe von textlichen Änderungen in den Menüs ihres Autos feststellen. Das Unternehmen hat offiziell bestätigt, dass diese Anpassungen ausschließlich die Namensgebung betreffen und keine Auswirkungen auf das Verhalten der Fahrfunktionen haben.
Die auffälligste Änderung ist die Umbenennung des Hauptmenüpunkts „Autopilot“ in „Self-Driving“. Dies soll die Wahrnehmung des Systems von einem automatischen Piloten hin zu einer beaufsichtigten Fahrfunktion verschieben.
Spezifische Änderungen im Detail
Die Umbenennung ist Teil einer umfassenderen Strategie, die Terminologie im gesamten System zu vereinheitlichen. Folgende Änderungen sind Teil des Updates:
- Navigate on Autopilot wird zu Navigate on Autosteer. Diese Änderung soll klarstellen, dass das System beim Navigieren die Lenkung unterstützt, aber keine vollständige Autonomie bietet.
- Die Hardware, bisher als FSD Computer (Full Self-Driving Computer) bekannt, wird nun als AI Computer (Artificial Intelligence Computer) bezeichnet. Dies unterstreicht den Fokus des Unternehmens auf künstliche Intelligenz.
- Wenn der Fahrer die Kontrolle manuell übernimmt, erscheint nun die Meldung: „Self-Driving Disengaged. What Happened?“ (Selbstfahrfunktion deaktiviert. Was ist passiert?).
Trotz dieser Bemühungen gibt es noch Inkonsistenzen. Begriffe wie „Full Self-Driving“ und die Statistikseite „FSD (Supervised) Stats“ bleiben vorerst unverändert, was bei einigen Nutzern zu Verwirrung führen könnte.
Hintergrund: Eine lange Geschichte der Kontroversen
Der Name „Autopilot“ steht seit Jahren in der Kritik. Verbraucherschützer und Regulierungsbehörden argumentieren, dass der Begriff den Fahrern ein falsches Gefühl der Sicherheit vermittelt und sie dazu verleiten könnte, die Straße weniger aufmerksam zu beobachten. Tesla hat stets darauf hingewiesen, dass das System eine aktive Überwachung durch den Fahrer erfordert.
Der regulatorische Druck als Auslöser
Die Entscheidung zur Umbenennung erfolgt nicht freiwillig. Sie ist das Ergebnis langwieriger Auseinandersetzungen mit Regulierungsbehörden weltweit. Insbesondere in den USA spitzte sich die Lage zuletzt zu.
Das kalifornische Department of Motor Vehicles (DMV) warf Tesla irreführende Werbung vor und drohte mit einem Verkaufsverbot für 60 Tage im Heimatstaat des Unternehmens. Um dies zu vermeiden, stimmte Tesla zu, den Begriff „Autopilot“ aus dem Verkaufsprozess für Neufahrzeuge zu entfernen und stattdessen den Marketingfokus auf „Full Self-Driving (Supervised)“ zu legen.
Nicht nur ein US-Problem
Auch in Europa gab es rechtliche Auseinandersetzungen. Bereits 2023 sah sich Tesla in Deutschland mit ähnlichen Vorwürfen konfrontiert, was die internationale Dimension des Problems verdeutlicht. Die jetzige Namensänderung in der Software kann als Versuch gewertet werden, zukünftigen rechtlichen Problemen auf globaler Ebene vorzubeugen.
In Nordamerika ging das Unternehmen kürzlich noch einen Schritt weiter: Bei Neubestellungen in den USA und Kanada wird „Autopilot“ nicht mehr als Standardfunktion aufgeführt. Neue Fahrzeuge werden standardmäßig nur noch mit dem adaptiven Tempomaten (Traffic Aware Cruise Control) ausgeliefert.
Ein strategischer Schwenk hin zur KI
Während der Name „Autopilot“ langsam verschwindet, bleibt Teslas langfristiges Ziel unverändert: die Entwicklung eines vollständig autonomen Fahrsystems, das keine menschliche Überwachung mehr benötigt. Die Umbenennung der Hardware in „AI Computer“ ist ein klares Signal für diese strategische Ausrichtung.
„Diese Änderung aktualisiert nur den Namen bestimmter Funktionen und Texte in Ihrem Fahrzeug und ändert nicht die Art und Weise, wie Ihre Funktionen sich verhalten“, heißt es in den offiziellen Versionshinweisen zum Update.
Tesla positioniert sich zunehmend nicht mehr nur als reiner Automobilhersteller, sondern als führendes Unternehmen im Bereich der künstlichen Intelligenz und Robotik. Die semantischen Anpassungen in der Software sind wahrscheinlich nur der Anfang eines größeren Imagewandels.
Mit der Vereinheitlichung der Software-Versionen, bei der FSD v14 nun zum Standard für alle Abonnenten wird, treibt Tesla die Entwicklung weiter voran. Das Ziel ist es, eine robustere und einheitlichere Datenbasis für das Training der neuronalen Netze zu schaffen und so dem Ziel des unüberwachten Fahrens näher zu kommen.




