In kürzlich ausgelieferten Tesla Model Y Fahrzeugen wurden Komponenten mit der Kennzeichnung „AP45“ entdeckt. Diese Funde deuten darauf hin, dass Tesla möglicherweise eine überarbeitete Version seiner Autonomie-Hardware, bekannt als Hardware 4.5, stillschweigend einführt. Dies geschieht vor der erwarteten Einführung des AI5-Chips, der später im Jahr 2026 in Produktion gehen soll.
Die Entdeckung nährt Spekulationen über ein Zwischen-Upgrade, das die Leistung des autonomen Fahrens weiter verbessern könnte. Die bisherige Hardware 4.0 war bereits ein signifikanter Fortschritt, doch die neue Version könnte die Kapazitäten noch erweitern.
Wichtige Erkenntnisse
- Neue Model Y Fahrzeuge erhalten anscheinend Hardware 4.5.
- Die Kennzeichnung „AP45“ wurde bei mehreren Besitzern gefunden.
- Hardware 4.5 könnte eine Brücke zum zukünftigen AI5-Chip darstellen.
- Eine mögliche Drei-SoC-Architektur könnte die Fehlertoleranz verbessern.
- Tesla hat sich zu Hardware 4.5 noch nicht offiziell geäußert.
Erste Sichtungen und Details
Die ersten Berichte über Hardware 4.5 stammen von einem Model Y Besitzer namens @Eric5un. Er erhielt im Januar ein 2026er Model Y AWD Premium aus Fremont. Das Fahrzeug verfügte über ein neues Frontkameragehäuse und ein 16-Zoll-Zentraldisplay. Bei der Überprüfung des Autopilot-Computers fand er die Bezeichnung „AP45“ und die Teilenummer 2261336-02-A.
Der Besitzer bestätigte die Teilenummer, indem er die Teppichverkleidung unter dem Handschuhfach kurz entfernte. Kurz darauf meldeten weitere Model Y Besitzer ähnliche Beobachtungen. Ein Besitzer eines im Dezember gebauten Model Y Performance fand ebenfalls Hardware 4.5. Auch ein Model Y Performance aus Austin zeigte die gleiche „AP45“-Hardware.
Faktencheck: AP45
- Bezeichnung: AP45
- Teilenummer: 2261336-02-A (gesichtet)
- Einsatzort: Neue Tesla Model Y Modelle (Fremont und Austin)
- Mögliche Funktion: Zwischen-Upgrade für autonomes Fahren
Was die neue Hardware bedeutet
Die Bezeichnung „AP45“ könnte auf eine verbesserte Version der aktuellen Hardware 4.0 hinweisen. Tesla hat in der Vergangenheit seine Hardware-Plattformen schrittweise weiterentwickelt, um den Anforderungen der Full Self-Driving (FSD)-Software gerecht zu werden.
Diese unangekündigte Einführung deutet darauf hin, dass Tesla seine Fahrzeuge kontinuierlich mit den neuesten verfügbaren Technologien ausstattet, auch wenn noch keine offizielle Ankündigung erfolgt ist. Dies ist eine typische Vorgehensweise des Unternehmens.
Hinweise aus dem Teilekatalog
Bereits zuvor gab es Hinweise auf Hardware 4.5 in Teslas elektronischem Teilekatalog. Dort wurde eine Komponente als „CAR COMPUTER – LEFT HAND DRIVE – PROVISIONED – HARDWARE 4.5“ gelistet. Diese Komponente trägt die Teilenummer 2261336-S2-A und ist mit 2.300,00 US-Dollar bepreist.
Die Existenz dieser Listung im offiziellen Katalog untermauert die Glaubwürdigkeit der aktuellen Sichtungen in den Fahrzeugen. Es ist wahrscheinlich, dass Tesla diese Hardware bereits seit einiger Zeit vorbereitet hat.
„Die Tesla-Software enthält seit einiger Zeit Referenzen zu einer möglichen Drei-SoC-Architektur“, bemerkte der bekannte Tesla-Hacker @greentheonly.
Hintergrund: SoC-Architektur
Frühere Generationen von Teslas FSD-Computer, einschließlich Hardware 3 und Hardware 4, verwendeten ein Dual-SoC-Design (System-on-Chip) für Redundanz. Ein SoC ist ein integrierter Schaltkreis, der alle oder die meisten Komponenten eines Computers oder eines anderen elektronischen Systems enthält.
Eine Drei-SoC-Architektur könnte eine höhere Inferenz-Durchsatzrate und eine verbesserte Fehlertoleranz ermöglichen. Dies wäre entscheidend für immer komplexere neuronale Netze und die damit verbundenen Rechenanforderungen.
Brücke zum AI5-Chip
Eine solche Architektur könnte auch als Brücke zum AI5 dienen, Teslas Autonomie-Chip der nächsten Generation. Der AI5-Chip soll voraussichtlich später im Jahr 2026 in Produktion gehen. Da Teslas neuronale Netze immer größer und rechenintensiver werden, könnte Hardware 4.5 zusätzlichen Spielraum für Fahrzeuge bieten, die vor der breiten Verfügbarkeit des AI5 gebaut werden.
Dies würde sicherstellen, dass auch Fahrzeuge, die in der Übergangszeit produziert werden, über eine leistungsfähige Plattform für zukünftige Software-Updates verfügen. Tesla verfolgt damit eine Strategie der kontinuierlichen Verbesserung.
FSD in Europa und Robotaxi-Herausforderungen
Parallel zu den Hardware-Entwicklungen bereitet Tesla die Einführung von Full Self-Driving (FSD) in Europa vor. Ein neues Feature, das bei Grenzübergängen die Meldung „Bevorstehende Landesgrenze – FSD (Überwacht) wird nicht verfügbar sein“ anzeigt, deutet auf die Anpassung an europäische Vorschriften hin. Dies ist besonders wichtig in Europa, wo Grenzüberschreitungen häufig sind.
In den USA, speziell in Austin, Texas, testet Tesla zudem Robotaxis ohne Sicherheitsmonitor. Die Verfügbarkeit dieser fahrerlosen Taxis ist jedoch noch begrenzt, was es für Nutzer wie David Moss, der über 10.000 Meilen mit FSD v14 ohne Eingriffe zurückgelegt hat, schwierig macht, eine Fahrt zu bekommen. Ashok Elluswamy, Leiter des KI-Programms bei Tesla, bestätigte, dass das Unternehmen mit einer kleinen Anzahl unüberwachter Fahrzeuge beginnt und das Verhältnis im Laufe der Zeit erhöhen wird.
- FSD in den USA, Kanada, Mexiko, China, Australien, Neuseeland und Südkorea verfügbar.
- Tests in Spanien, Frankreich und England laufen für europäische Zulassung.
- Robotaxis ohne Sicherheitsmonitor in Austin, Texas, im Testbetrieb.
Starship V3 und zukünftige Pläne
Auch bei SpaceX, Elon Musks Raumfahrtunternehmen, gibt es Neuigkeiten. Elon Musk kündigte an, dass der nächste Starship-Start, Flug 12, in etwa sechs Wochen erwartet wird. Dieser Flug wird das Debüt von Starship Version 3 markieren, das mit den neuen Raptor V3 Triebwerken ausgestattet ist.
Die Raptor V3 Triebwerke sollen fast die doppelte Schubkraft der ursprünglichen Raptor 1 Triebwerke bei geringeren Kosten und deutlich reduziertem Gewicht bieten. Starship V3 ist zudem auf verbesserte Herstellbarkeit optimiert. SpaceX verfolgt einen aggressiven Entwicklungsplan für das vollständig wiederverwendbare Startsystem.
Die ersten Flüge von Starship V3 könnten bereits im März stattfinden. Dies zeigt das hohe Tempo, mit dem Elon Musks Unternehmen Innovationen vorantreiben. Die Integration von Hardware-Upgrades bei Tesla und die Weiterentwicklung bei SpaceX unterstreichen die ambitionierte Vision des Unternehmers.




