Die Supermaxi Master Lock Comanche hat das 80. Rolex Sydney Hobart Yacht Race gewonnen und sich damit die Line Honours gesichert. Co-Skipper Matt Allen und James Mayo feierten den Sieg als Wiedergutmachung für ihren Ausfall im Vorjahr. Das Schiff überquerte die Ziellinie am Sonntagabend in Hobart, Australien, nach einer dramatischen Aufholjagd.
Wichtige Punkte
- Master Lock Comanche gewinnt die Line Honours beim 80. Sydney Hobart Yacht Race.
- Co-Skipper Matt Allen und James Mayo sprechen von einer Wiedergutmachung nach dem Ausfall 2023.
- Das Boot holte einen Rückstand von über sieben Seemeilen auf und setzte sich gegen starke Konkurrenz durch.
- Es ist der fünfte Sieg für Master Lock Comanche, aber der erste für dieses Skipper-Duo.
Ein triumphaler Abschluss nach Rückschlag
Nach 628 Seemeilen erreichte die Master Lock Comanche als erstes Schiff den Derwent River in Hobart. Die Ziellinie überquerte sie um 18:03:36 Uhr (AEDT). Damit sicherte sich das Team die begehrte John H. Illingworth Trophy für die Line Honours.
Für Matt Allen und James Mayo war dieser Sieg mehr als nur ein Rennen. Sie bezeichneten ihn als eine „Wiedergutmachung“. Im Vorjahr mussten sie das Rennen aufgrund eines gerissenen Großsegels vorzeitig beenden. Diese Enttäuschung motivierte das Team für die aktuelle Ausgabe des Rennens.
Renndaten im Überblick
- Rennlänge: 628 Seemeilen
- Start: Sydney
- Ziel: Hobart, Tasmanien
- Master Lock Comanche Zielzeit: 2 Tage, 5 Stunden, 3 Minuten, 36 Sekunden
- Rekordzeit (Comanche 2017): 1 Tag, 9 Stunden, 15 Minuten, 24 Sekunden
Die Herausforderung der leichten Winde
Das Rennen bot am Samstag eine Mischung aus Drama und Spannung. Die Master Lock Comanche hatte ursprünglich einen Vorsprung von über sieben Seemeilen. Dieser Vorsprung schmolz jedoch in den leichten Winden des Sonntagmorgens. Das Feld rückte eng zusammen, was zu einem virtuellen Neustart des Rennens führte.
Matt Allen beschrieb die Situation:
„Wir hatten einen großen Vorsprung während des Rennens, aber er löste sich in Luft auf. Es war effektiv ein Neustart. So etwas haben wir im Sydney Hobart noch nie erlebt, dass alle Boote zu diesem Zeitpunkt so nah beieinander lagen. Es macht den Sieg noch spezieller.“
Ein Kampf gegen starke Konkurrenten
Die 100-Fuß-Yacht musste sich gegen zwei andere Supermaxis behaupten: LawConnect und HSK Scallywag. Beide Schiffe forderten die Master Lock Comanche heraus. HSK Scallywag übernahm zwischenzeitlich sogar die Führung. Auch die US-amerikanische Lucky, eine 88-Fuß-Yacht des New York Yacht Club, zeigte eine beeindruckende Leistung und blieb lange in Reichweite.
Erst auf den letzten 50 Seemeilen entlang der tasmanischen Küste konnte die Master Lock Comanche einen Vorsprung von sechs Seemeilen aufbauen. Die letzten 11 Seemeilen den Derwent River hinauf nutzte das Boot, um seine Geschwindigkeit voll auszuspielen. Bei 15 Knoten Nordostwind erreichte sie Geschwindigkeiten von 20 bis 25 Knoten.
Hintergrund des Sydney Hobart Yacht Race
Das Rolex Sydney Hobart Yacht Race ist eines der bekanntesten und anspruchsvollsten Hochseerennen der Welt. Es wird seit 1945 jährlich ausgetragen. Die Strecke führt von Sydney durch die Tasmanische See bis nach Hobart, Tasmanien. Das Rennen ist bekannt für seine unvorhersehbaren Wetterbedingungen, die von stürmischer See bis zu Flaute reichen können.
Das Team hinter dem Erfolg
James Mayo verglich die Master Lock Comanche mit einem „Rennpferd“. Er betonte die Bedeutung der Crew für den Erfolg:
„Die Crew ist unglaublich. Man kann ohne ein großartiges Team keine großartigen sportlichen Erfolge erzielen.“Die Zusammenarbeit zwischen Allen und Mayo entstand nach dem enttäuschenden Rennen im Vorjahr. Sie beschlossen, nur zurückzukehren, wenn beide zu 100 Prozent dahinterstehen.
Der Sieg ist der erste für dieses spezifische Skipper-Duo an Bord der Master Lock Comanche. Für das Schiff selbst ist es bereits der fünfte Triumph bei den Line Honours, mit früheren Siegen in den Jahren 2015, 2017, 2019 und 2022 unter anderen Kampagnen.
Zukunftspläne der Skipper
Ob Allen und Mayo im nächsten Jahr erneut mit der Master Lock Comanche an den Start gehen werden, ist noch unklar. Matt Allen sagte dazu:
„Man sollte niemals nie sagen. Wir haben uns ein Ziel gesetzt und es erreicht. Es war eine unglaubliche Partnerschaft, aber man weiß nie, was die Zukunft bringt.“Die Entscheidung über eine Verlängerung der Charter wird in den nächsten Tagen getroffen, voraussichtlich bei einem gemeinsamen Bier. Zunächst steht aber das Feiern des aktuellen Erfolgs im Vordergrund.
Den Sieg wollen die Skipper mit lokalen Spezialitäten wie Jakobsmuscheln und Fleischpasteten feiern. Auch einige Drinks gehören dazu, um diesen besonderen Moment ausgiebig zu genießen.
Die weiteren Platzierungen
Auf dem zweiten Platz der Line Honours landete LawConnect, Eigner und Skipper Christian Beck. An Bord befand sich auch der australische Olympiaschwimmer Ian Thorpe. LawConnect erreichte das Ziel ebenfalls in 2 Tagen und 5 Stunden, 3 Minuten und 36 Sekunden.
Der dritte Platz ging an die Hongkonger Yacht HSK Scallywag unter Skipper David Witt. Ihre Zeit betrug 2 Tage, 6 Stunden und 14 Minuten. Die US-amerikanische Lucky, mit Eigner und Skipper Bryon Ehrhart, belegte den vierten Platz in 2 Tagen, 6 Stunden und 34 Minuten.
Der Gewinner des prestigeträchtigen Tattersall Cup, der an den Gesamtsieger nach berechneter Zeit vergeben wird, steht noch aus. Er wird ermittelt, sobald die restlichen Schiffe der Flotte, die seit dem Start am Freitag durch zahlreiche Ausfälle dezimiert wurde, in Hobart eintreffen.




