Die dritte Generation des Toyota MR2, die 1999 auf den Markt kam, versprach Sportwagen-Feeling zu einem erschwinglichen Preis. Mit Mittelmotor, Heckantrieb und einer dynamischen Karosserie wurde er oft als „Baby-Ferrari“ bezeichnet. Ein besonderes Merkmal war das optionale sequentielle Schaltgetriebe (SMT), das an ähnliche Systeme in Hochleistungssportwagen erinnerte. Doch die Realität sah anders aus: Das SMT-Getriebe des MR2 war langsamer als die manuelle Version und sorgte für Diskussionen.
Wichtige Erkenntnisse
- Das sequentielle Schaltgetriebe (SMT) des Toyota MR2 sollte Rennsport-Technik für die Straße bieten.
- Es war jedoch langsamer als das herkömmliche Schaltgetriebe, was sich in Beschleunigungstests zeigte.
- Probleme mit der Zuverlässigkeit und der komplexen Wartung führten zu Kritik.
- Toyota setzte das SMT-Getriebe nur im MR2 ein, was die Ersatzteilversorgung und Expertensuche erschwerte.
- Trotz der Mängel war es ein Versuch, innovative Technologie einem breiteren Publikum zugänglich zu machen.
Das SMT-Getriebe im Detail
Das sequentielle Schaltgetriebe des Toyota MR2 war ein ambitioniertes Projekt. Es verzichtete auf ein Kupplungspedal. Stattdessen nutzte es eine hydraulische Aktuatoreinheit und Sensoren. Diese sollten erkennen, wann der Fahrer einen Gangwechsel wünschte. Ähnlich wie bei automatisierten Schaltgetrieben (AMT) wurde die Kupplung automatisch betätigt.
Die Gangwechsel erfolgten über Tasten hinter dem Lenkrad oder einen bodenmontierten Schalthebel. Dies erinnerte an Formel-1-Technik, die damals in Luxus-Sportwagen wie dem Ferrari 360 zu finden war. Toyota wollte damit ein sportlicheres Fahrerlebnis ermöglichen.
Faktencheck: SMT vs. Manuell
- 0-100 km/h: Die manuelle Version des MR2 benötigte etwa 7 Sekunden.
- 0-100 km/h: Die SMT-Version war mit 8,7 Sekunden deutlich langsamer.
- Viertelmeile: Das SMT-Getriebe war auf der Viertelmeile rund 1,2 Sekunden langsamer.
Leistung und Zuverlässigkeit
Trotz der rennsportinspirierten Technologie blieb die Leistung des SMT-Getriebes hinter den Erwartungen zurück. Roadtests aus der damaligen Zeit zeigten, dass die Beschleunigungswerte der SMT-Version deutlich schlechter waren. Besonders die Hochschaltvorgänge waren langsam. Toyota legte bei der Entwicklung offenbar Wert auf Haltbarkeit, was jedoch auf Kosten der Geschwindigkeit ging. Die Herunterschaltvorgänge galten hingegen als sanft und flüssig.
„Das SMT-Getriebe war ein mutiger Schritt von Toyota, aber es konnte die Erwartungen an schnelle Gangwechsel nicht erfüllen.“
Die Zuverlässigkeit des SMT-Getriebes wurde ebenfalls oft kritisiert. Viele Besitzer berichteten von Problemen. Dazu gehörten Schwierigkeiten beim Einlegen der Gänge, fehlerhafte Drucksensoren und Probleme mit der Hydraulikpumpe. Ein bekanntes Beispiel ist eine Anzeige für einen Toyota MR2 aus dem Jahr 2002, in der eine defekte Hydraulikpumpe als Problem aufgeführt wurde, deren Reparaturkosten bei etwa 4.500 US-Dollar lagen.
Herausforderungen bei Wartung und Reparatur
Ein weiteres Problem war die Komplexität des SMT-Systems. Einige Toyota-Techniker bezeichneten es als unnötig kompliziert. Da Toyota das SMT-Getriebe fast ausschließlich im MR2 einsetzte – einem Modell, das im Vergleich zu Bestsellern wie dem Camry oder Corolla nur geringe Verkaufszahlen erreichte – gab es nur wenige Werkstätten mit Erfahrung in der Reparatur dieses speziellen Getriebes. Dies machte die Fehlersuche und Instandsetzung zusätzlich schwierig und teuer.
Hintergrund: Sequentielle Getriebe im Rennsport
Im Rennsport und Rallye-Sport sind sequentielle Getriebe weit verbreitet. Sie ermöglichen extrem schnelle Gangwechsel und tragen zur Performance bei. Die Technologie wurde entwickelt, um dem Fahrer maximale Kontrolle und Effizienz zu bieten. Der Transfer dieser Technologie auf Straßenfahrzeuge ist jedoch komplex und erfordert Kompromisse zwischen Leistung, Komfort und Kosten.
Die Entwicklung und das Ende des SMT
Das SMT-Getriebe wurde zunächst als Fünfgang-Version angeboten. Später folgte eine Sechsgang-Variante. Einige Stimmen behaupteten, die Sechsgang-Version sei etwas zuverlässiger gewesen. Dennoch konnte das Getriebe seinen Ruf nicht verbessern. Die Kombination aus langsamen Schaltvorgängen und Zuverlässigkeitsproblemen führte letztendlich dazu, dass das SMT-Getriebe nicht weiterentwickelt wurde.
Für Besitzer eines MR2 mit SMT-Getriebe gibt es jedoch eine Alternative: den Umbau auf ein manuelles Schaltgetriebe. Mehrere Unternehmen bieten Umrüstsätze an, die oft auch Originalteile von Toyota enthalten. Dies bietet den Vorteil der bekannten Toyota-Zuverlässigkeit und löst die Probleme mit dem SMT-System.
- Start: 1999 mit Fünfgang-SMT.
- Später: Einführung einer Sechsgang-Variante.
- Kritikpunkte: Langsame Gangwechsel, Zuverlässigkeitsprobleme, hohe Reparaturkosten.
- Lösung für Besitzer: Umbau auf manuelles Getriebe möglich.
Fazit: Ein ambitionierter Versuch
Das SMT-Getriebe im Toyota MR2 war ein interessanter Versuch, Rennsport-Technologie in ein Serienfahrzeug zu integrieren. Es zeigte Toyotas Innovationswillen, scheiterte aber an der Umsetzung. Die langsamen Schaltvorgänge und die mangelnde Zuverlässigkeit trübten das Bild. Dennoch war es ein wichtiger Schritt in der Entwicklung von Getriebetechnologien. Es zeigte, dass nicht jede High-Tech-Lösung ohne Weiteres auf die Straße übertragen werden kann. Der Toyota MR2 bleibt ein beliebtes Modell, auch wenn sein SMT-Getriebe eher eine Fußnote in seiner Geschichte darstellt.
Die Erfahrungen mit dem SMT-Getriebe unterstreichen die Herausforderungen bei der Entwicklung neuer Fahrzeugtechnologien. Es ist ein Beispiel dafür, wie selbst ein renommierter Hersteller wie Toyota bei der Einführung komplexer Systeme auf unerwartete Schwierigkeiten stoßen kann.




