Die US-Abgeordnete Robin Kelly (D-IL) hat am Dienstag ein Gesetz mit dem Namen „Securing Accessible Functional Emergency (SAFE) Exit Act“ eingebracht. Ziel ist es, Automobilhersteller dazu zu zwingen, elektrisch betriebene Türsysteme neu zu gestalten. Dies geschieht nach Berichten, wonach sich Türen nach Unfällen nicht öffnen ließen und Insassen in Fahrzeugen gefangen waren, was zu Todesfällen führte.
Wichtige Punkte
- Abgeordnete Robin Kelly schlägt den SAFE Exit Act vor.
- Das Gesetz soll elektrische Türsysteme sicherer machen.
- Es fordert manuelle Notentriegelungen für alle Türen.
- Erste Responder sollen besseren Zugang zu Fahrzeugen erhalten.
- NHTSA muss neue Leistungs- und Kennzeichnungsstandards entwickeln.
Sicherheitsbedenken bei elektrischen Türsystemen
Berichte über Unfälle, bei denen Insassen in Elektrofahrzeugen gefangen waren, haben zu erheblichen Sicherheitsbedenken geführt. Insbesondere Tesla-Modelle stehen hier im Fokus der Diskussion. Die elektrisch betätigten Türen sollen sich nach einem Stromausfall oder einem Unfall nicht immer ordnungsgemäß öffnen lassen.
Die Abgeordnete Kelly reagiert mit ihrem Gesetzesentwurf auf diese potenziell tödliche Schwachstelle. Sie betont, dass Profit und Design nicht über Menschenleben stehen dürfen. Die aktuellen Designs seien in einigen Fällen weder sicher noch effizient gewesen.
Faktencheck
- Es gab Berichte über 15 Todesfälle im Zusammenhang mit nicht öffnenden Türen nach Unfällen.
- Der SAFE Exit Act würde die NHTSA (National Highway Traffic Safety Administration) zur Festlegung neuer Standards verpflichten.
- Ähnliche Gesetze wurden bereits in China verabschiedet.
Details des SAFE Exit Act
Der SAFE Exit Act sieht mehrere wichtige Änderungen vor. Erstens soll die National Highway Traffic Safety Administration (NHTSA) neue Leistungs- und Kennzeichnungsanforderungen für elektrische Türen festlegen. Bislang gibt es in den aktuellen Bundesstandards für Kraftfahrzeugsicherheit keine spezifischen Vorschriften für diese Systeme.
Zweitens müssen Elektrofahrzeuge leicht auffindbare manuelle Entriegelungen für jede Tür besitzen. Dies soll sicherstellen, dass Insassen auch bei einem Stromausfall das Fahrzeug verlassen können. Aktuell sind diese manuellen Entriegelungen oft schwer zugänglich oder versteckt.
Drittens sollen Hersteller eine Methode bereitstellen, die es Ersthelfern ermöglicht, auf das Auto zuzugreifen, wenn die elektrische Energie verloren gegangen ist. Zusätzliche Kennzeichnungen für interne Notentriegelungen sind ebenfalls vorgesehen, um eine schnelle Reaktion in Notfällen zu erleichtern.
„Profite und, am allerwenigsten, Stil sollten nicht vor Menschenleben stehen. Elon Musk und seine Tesla-Designs sind nicht sicher, noch effizient, und es hat Menschen das Leben gekostet“, sagte Repräsentantin Kelly in einer Pressemitteilung. „Wenn Unfälle oder Stromausfall Fahrer und Passagiere in ihren eigenen Autos gefangen halten, ist das keine Innovation – es ist ein Sicherheitsversagen.“
Die Rolle der NHTSA und Umsetzung
Der Gesetzesentwurf gibt dem Verkehrsminister zwei Jahre Zeit, um sicherzustellen, dass die NHTSA-Standards den neuen Vorschriften entsprechen. Nach der endgültigen Verabschiedung der Regeln haben die Automobilhersteller ebenfalls zwei Jahre Zeit, um diese umzusetzen. Obwohl Tesla und Elektrofahrzeuge in der Einleitung des Gesetzesentwurfs explizit genannt werden, verwendet der Text den allgemeineren Begriff „Kraftfahrzeuge“. Dies stellt sicher, dass alle Fahrzeuge, die elektrische Türsysteme nutzen, den neuen Vorschriften unterliegen.
Hintergrund der Debatte
Die Diskussion um elektrische Türsysteme ist nicht neu. Im September 2025 leitete die NHTSA bereits Ermittlungen gegen Tesla ein, speziell gegen das Tesla Model Y. Dies geschah nach Berichten, dass das 12-Volt-Batterie-betriebene Türsystem nach Unfällen unbrauchbar wurde. Einige Tesla Model 3 und Model Y Einheiten verfügen zudem überhaupt nicht über manuelle Entriegelungen für die hinteren Türen.
Wo manuelle Entriegelungen vorhanden sind, sind sie oft schwer zu finden. Bei einigen Tesla-Modellen sind sie hinter Lautsprechergittern oder unter Fußmatten verborgen. Dies erschwert den Zugang in einer Notfallsituation erheblich.
Wachsende Unterstützung für mehr Sicherheit
Die Unterstützung für solche Maßnahmen wächst stetig. Eine aktuelle Petition, die zusätzliche Sicherheitsfunktionen für Fahrzeuge mit elektrisch betriebenen Türen fordert, wurde bereits von 35.000 Verbrauchern unterzeichnet. Auch Consumer Reports hat sich dieser Forderung angeschlossen.
Cooper Lohr, Senior Policy Analyst für Transport und Sicherheit bei Consumer Reports, betont die Dringlichkeit: „Es ist entscheidend, dass Menschen bei einem Fahrzeugbrand oder einem ähnlichen Notfall sofort aus dem Auto herauskommen können. Doch elektronische Türgriffe können versagen und unbrauchbar werden, wenn ein Auto die elektrische Energie verliert, was ein Verlassen des Fahrzeugs unmöglich macht, wenn Sekunden am wichtigsten sind.“
Lohr fügt hinzu, dass das Problem eine Lösung hat: Jedes Auto sollte intuitive, zugängliche und leicht auffindbare manuelle Entriegelungen haben, die auch bei Stromausfall funktionieren. Der SAFE Exit Act wird als eine „kluge, zeitgemäße Reaktion auf ein sehr reales und wachsendes Sicherheitsrisiko“ gelobt.
- 35.000 Verbraucher haben eine Petition für mehr Sicherheit unterschrieben.
- Consumer Reports unterstützt den Gesetzesentwurf.
- China hat bereits ähnliche Gesetze erlassen.
Ausblick auf die Automobilindustrie
Es bleibt abzuwarten, ob dieser Gesetzesentwurf den Kongress ohne Änderungen passieren wird. Die Automobilindustrie, insbesondere Hersteller von Elektrofahrzeugen, könnten gezwungen sein, ihre Designs anzupassen. Bereits im letzten September erklärte Teslas Designchef gegenüber Bloomberg, dass der Automobilhersteller an einem neuen Design arbeite, das mechanische und elektrische Türgriffe in einer Einheit vereinen soll.
Diese Entwicklung könnte eine direkte Reaktion auf den zunehmenden regulatorischen Druck und die öffentliche Aufmerksamkeit sein. Die Sicherheit der Insassen steht dabei im Vordergrund. Der Gesetzesentwurf könnte einen wichtigen Schritt darstellen, um die Standards in der gesamten Automobilbranche zu erhöhen und zukünftige Tragödien zu verhindern.
Der Fokus auf intuitive und zugängliche manuelle Notentriegelungen ist ein zentraler Punkt, der die Sicherheit in modernen Fahrzeugen deutlich verbessern könnte. Es ist eine Frage der Zeit, bis sich zeigt, wie schnell die Industrie auf diese neuen Anforderungen reagiert.




