Tesla hat überraschend die Produktion seiner Luxusmodelle Model S und Model X eingestellt. Dieser Schritt markiert eine strategische Neuausrichtung des Elektroautoherstellers hin zu autonomem Fahren und kostengünstigeren Fahrzeugen.
Wichtigste Erkenntnisse
- Tesla konzentriert sich zukünftig auf autonomes Fahren.
- Die Modelle S und X machten nur einen kleinen Teil der Lieferungen aus.
- Der Markt verlangt zunehmend nach kostengünstigeren Elektrofahrzeugen.
- Produktionsflächen werden für den Optimus-Roboter umgewidmet.
Strategiewechsel bei Tesla
Die Entscheidung, die Produktion der Modelle S und X zu beenden, sorgte für Aufsehen am Markt. Viele Investoren interpretierten dies zunächst als Rückzug Teslas aus dem Elektrofahrzeugsegment. Doch die Realität ist komplexer und spiegelt eine klare strategische Weichenstellung wider.
Elon Musk, CEO von Tesla, erklärte auf einer kürzlichen Bilanzpressekonferenz, dass sich das Unternehmen „wirklich in eine Zukunft bewegt, die auf Autonomie basiert“. Diese Aussage unterstreicht Teslas langfristige Vision, die über herkömmliche Elektrofahrzeuge hinausgeht.
Faktencheck: Model S und X Verkaufszahlen
- Im vierten Quartal lieferte Tesla 12.881 Einheiten der „anderen Modelle“ (inklusive S und X) aus.
- Im Vergleich dazu wurden 323.800 Model 3/Y ausgeliefert.
- Laut Kelley Blue Book machten S/X nur 1,2 % der Lieferungen in diesem Quartal aus.
Geringe Verkaufszahlen und hohe Kosten
Ein wesentlicher Grund für die Einstellung der Produktion ist die geringe Verkaufsleistung der hochpreisigen Modelle S und X. Tesla weist die Verkaufszahlen dieser Modelle in seinen Lieferberichten nicht explizit aus, sondern fasst sie unter „andere Modelle“ zusammen.
Im vierten Quartal lieferte Tesla lediglich 12.881 Einheiten dieser Kategorie aus. Dies steht im starken Kontrast zu den 323.800 ausgelieferten Model 3/Y Fahrzeugen im gleichen Zeitraum. Daten des Kelley Blue Book Electric Vehicle Sales Report zeigen, dass S und X zusammen nur etwas mehr als 4.000 Einheiten ausmachten, was lediglich 1,2 % der Gesamtauslieferungen entspricht.
Während die Verkäufe des Model 3 im Jahr 2025 leicht stiegen und die des Model Y trotz eines Frühjahrs-Updates stabil blieben, fielen die Verkaufszahlen von Model S und Model X deutlich. Der Markt bewegt sich klar in Richtung kostengünstigerer Modelle. Auch andere Hersteller wie Ford und Stellantis haben ihre EV-Strategien angepasst und Milliardenabschreibungen vorgenommen, um diesem Trend gerecht zu werden.
"Wir bewegen uns wirklich in eine Zukunft, die auf Autonomie basiert."
Fokus auf Roboter und autonomes Fahren
Ein weiterer wichtiger Aspekt der Entscheidung ist die Umwidmung von Produktionskapazitäten. Im Rahmen einer Kapitalinvestition von 20 Milliarden US-Dollar im Jahr 2026 wird Tesla die in seinem Fremont-Werk für die Produktion von S und X genutzten Flächen für die Herstellung des Optimus-Roboters umbauen.
Dieser Schritt passt perfekt zu Musks Vision einer autonomen Zukunft. Tesla verfolgt das Ziel, autonome Robotaxis zu entwickeln. Im Gegensatz zu anderen Automobilherstellern wie General Motors und Ford, die Milliarden in die Entwicklung von Robotaxis investierten, aber scheiterten, macht Tesla Fortschritte, wenn auch langsam.
Hintergrund: Die Evolution des EV-Marktes
Der Markt für Elektrofahrzeuge hat sich schnell entwickelt. Ursprünglich dominierten teure Luxusmodelle das Segment. Inzwischen verlagert sich die Nachfrage jedoch stark hin zu erschwinglicheren Fahrzeugen. Dieser Trend zwingt selbst etablierte Hersteller zur Anpassung ihrer Modellpaletten und Produktionsstrategien.
Die Rolle der Cybercabs
Elektrofahrzeuge bieten aufgrund ihrer relativ hohen Anschaffungskosten, aber deutlich niedrigeren Kosten pro Meile, einen entscheidenden Vorteil, wenn sie intensiv genutzt werden, beispielsweise als Taxis. Dieser Vorteil wird noch größer, wenn die Fahrzeuge autonom fahren und zu einem erschwinglicheren Preis angeboten werden können.
Genau hier setzt Teslas Konzept der Cybercabs an. Diese speziell entwickelten Robotaxis sollen die Effizienz und Wirtschaftlichkeit des autonomen Fahrens maximieren. Die Produktion von teuren Luxusmodellen wie dem S und X passt nicht mehr zu diesen Marktbedingungen und der strategischen Ausrichtung hin zu autonomen Fahrdiensten.
Die Einstellung der Modelle S und X ist somit eine logische Weiterentwicklung des Geschäftsmodells von Tesla. Sie ermöglicht es dem Unternehmen, Ressourcen auf zukunftsweisende Technologien wie autonomes Fahren und Robotik zu konzentrieren. Ob Tesla seine ambitionierten Robotaxi-Ziele erreichen wird, bleibt abzuwarten, aber die Abwesenheit der Modelle S und X wird diese Frage nicht wesentlich beeinflussen.
Marktreaktion und Zukunftsaussichten
Die Börsen reagierten auf die Nachricht mit gemischten Gefühlen, doch die langfristige Ausrichtung Teslas scheint klar. Das Unternehmen setzt auf Innovation und die Transformation der Mobilität. Der Fokus auf autonome Fahrzeuge und niedrigere Produktionskosten für Massenmodelle könnte Tesla helfen, seine Marktposition weiter auszubauen.
Die Investition in die Optimus-Roboterproduktion zeigt, dass Tesla nicht nur ein Autohersteller sein will, sondern ein Technologieunternehmen, das an der Spitze der KI- und Robotikentwicklung steht. Diese Diversifizierung könnte sich langfristig als entscheidender Wettbewerbsvorteil erweisen.
- Autonome Zukunft: Tesla treibt die Entwicklung von Robotaxis voran.
- Effizienzsteigerung: Umwidmung von Produktionsflächen für neue Technologien.
- Marktanpassung: Reaktion auf die Nachfrage nach günstigeren EVs.




