Nach sieben aufeinanderfolgenden Wochen mit sinkenden Preisen müssen Autofahrer in den Vereinigten Staaten wieder tiefer in die Tasche greifen. Der landesweite Durchschnittspreis für einen Liter Benzin ist in der letzten Woche umgerechnet um fast einen Cent gestiegen. Dieser Anstieg markiert eine Trendwende, die eng mit den Entwicklungen auf dem globalen Ölmarkt zusammenhängt.
Der durchschnittliche Preis für eine Gallone Benzin liegt nun bei 2,76 US-Dollar, was einem Anstieg von 3,1 Cent innerhalb einer Woche entspricht. Analysten sehen den Hauptgrund in den gestiegenen Rohölpreisen, die sich nach einem kurzzeitigen Rückgang wieder der Marke von 60 US-Dollar pro Barrel nähern.
Wichtige Fakten
- Der landesweite Durchschnittspreis für Benzin in den USA stieg um 3,1 Cent auf 2,76 US-Dollar pro Gallone.
- Dies beendet eine Phase von sieben Wochen mit kontinuierlich fallenden Preisen.
- Hauptursache ist der Wiederanstieg des Rohölpreises auf nahezu 60 US-Dollar pro Barrel.
- Experten erwarten in den kommenden Wochen einen saisonbedingten Preisanstieg durch die Umstellung auf Sommerbenzin.
Die aktuelle Preisentwicklung im Detail
Die jüngsten Daten, die aus über 12 Millionen individuellen Preisberichten von mehr als 150.000 Tankstellen im ganzen Land zusammengetragen wurden, zeigen ein klares Bild. Während der Benzinpreis gestiegen ist, verzeichnete der Preis für Dieselkraftstoff einen leichten Rückgang um 1,0 Cent auf durchschnittlich 3,465 US-Dollar pro Gallone.
Trotz des aktuellen Anstiegs ist das Tanken im Vergleich zu früheren Zeiträumen immer noch günstiger. Im Vergleich zum Vormonat liegt der Durchschnittspreis um 8,6 Cent niedriger. Gegenüber dem Vorjahr beträgt die Ersparnis sogar 32,3 Cent pro Gallone.
Preise im Überblick
- Durchschnitt Benzin: 2,76 US-Dollar / Gallone (+3,1 Cent zur Vorwoche)
- Durchschnitt Diesel: 3,465 US-Dollar / Gallone (-1,0 Cent zur Vorwoche)
- Vergleich zum Vormonat: -8,6 Cent / Gallone
- Vergleich zum Vorjahr: -32,3 Cent / Gallone
Expertenanalyse: Ein kurzes Zeitfenster für niedrige Preise
Die Phase der Entlastung für Verbraucher scheint sich dem Ende zuzuneigen. Experten weisen darauf hin, dass die Gelegenheit, von den Tiefstpreisen der letzten Wochen zu profitieren, bald vorbei sein könnte.
„Nach sieben Wochen mit Rückgängen ist der landesweite Durchschnittspreis für Benzin wieder gestiegen und hat die Serie unterbrochen, da die Ölpreise nach einem Rückgang auf Mitte 50 US-Dollar wieder auf fast 60 US-Dollar pro Barrel geklettert sind“, erklärte Patrick De Haan, Leiter der Erdölanalyse bei GasBuddy.
De Haan fügte hinzu, dass es zwar noch eine Möglichkeit gebe, die jüngsten Tiefststände zu erreichen oder sogar zu unterbieten, dieses Zeitfenster sich aber bald schließen werde. Ein wichtiger Faktor ist die bevorstehende Umstellung auf Sommerbenzin, die in Kalifornien bald beginnt und kurz darauf im Rest des Landes folgt. Dieser sauberere, aber auch teurer produzierte Kraftstoff führt saisonal bedingt zu höheren Preisen an der Zapfsäule.
Einfluss des globalen Ölmarktes
Die Preisentwicklung an den Tankstellen ist direkt an die Bewegungen auf dem Ölmarkt gekoppelt. Nachdem die Spannungen im Iran nachgelassen hatten, gaben die Ölpreise kurzzeitig nach. Dennoch bleiben sie im Vergleich zu vor einigen Wochen auf einem erhöhten Niveau.
Geopolitische Unsicherheiten stützen den Markt weiterhin. Zu Beginn der Woche wurde West Texas Intermediate (WTI) Rohöl bei 59,17 US-Dollar pro Barrel gehandelt, während Brent-Rohöl bei 63,79 US-Dollar notierte. Die Märkte reagieren sensibel auf globale Ereignisse, die die Ölförderung oder die Lieferketten beeinflussen könnten.
Lagerbestände und Nachfrage
Aktuelle Berichte der U.S. Energy Information Administration (EIA) zeigen einen Anstieg der Rohölreserven um 3,4 Millionen Barrel. Auch die Benzinvorräte stiegen um 9,0 Millionen Barrel und liegen damit etwa 4 % über dem Fünfjahresdurchschnitt für diese Jahreszeit. Die Raffinerieauslastung erhöhte sich leicht auf 95,3 %, was auf eine stabile Produktion hindeutet.
Regionale Preisunterschiede bleiben groß
Wie üblich gibt es in den USA erhebliche regionale Unterschiede bei den Kraftstoffpreisen. Autofahrer in den südlichen Bundesstaaten profitieren weiterhin von den niedrigsten Preisen des Landes.
Die günstigsten Bundesstaaten für Benzin:
- Oklahoma: 2,29 US-Dollar / Gallone
- Texas: 2,37 US-Dollar / Gallone
- Louisiana: 2,37 US-Dollar / Gallone
Auf der anderen Seite der Skala befinden sich traditionell die Bundesstaaten an der Westküste sowie Hawaii, wo höhere Steuern und Transportkosten die Preise in die Höhe treiben.
Die teuersten Bundesstaaten für Benzin:
- Hawaii: 4,34 US-Dollar / Gallone
- Kalifornien: 4,13 US-Dollar / Gallone
- Washington: 3,75 US-Dollar / Gallone
Diese Preisspanne verdeutlicht die komplexen Faktoren, die über den reinen Rohölpreis hinaus die Kosten für den Endverbraucher bestimmen. Dazu gehören staatliche und lokale Steuern, Logistikkosten und regionale Vorschriften für die Kraftstoffzusammensetzung.




