Motorräder sind ein wiederkehrendes Symbol für Freiheit und Rebellion in Film und Fernsehen. Insbesondere Harley-Davidson-Maschinen haben sich als fester Bestandteil der Popkultur etabliert. Ihre Präsenz reicht von klassischen Musicals bis zu modernen Actionfilmen und prägt das Bild des Bikers auf der Leinwand.
Wichtige Erkenntnisse
- Harley-Davidson-Motorräder sind in vielen Filmen und Serien präsent.
- Sie symbolisieren oft Freiheit, Rebellion und Abenteuer.
- Modelle wie die WLA, Hydra Glide und Fat Boy wurden filmisch verewigt.
- Die Bikes wurden teilweise für Filmzwecke modifiziert.
- Harley-Davidson bleibt trotz finanzieller Herausforderungen kulturell relevant.
Harley-Davidson im Kino: Eine kulturelle Ikone
Harley-Davidson hat sich über Jahrzehnte hinweg als feste Größe in der Filmindustrie etabliert. Diese Motorräder sind mehr als nur Transportmittel; sie sind Symbole für einen bestimmten Lebensstil. Die Marke hat zwar wirtschaftliche Höhen und Tiefen erlebt, darunter die Übernahme durch AMF und einen Rückgang des Marktanteils in jüngerer Zeit. Dennoch bleibt Harley-Davidson in der Popkultur stark verankert.
Die Faszination für Motorräder auf der Leinwand ist groß. Sie bieten eine visuelle Darstellung von Unabhängigkeit und Abenteuer. In vielen Produktionen ersetzen sie sogar das klassische Western-Pferd als Fortbewegungsmittel des modernen Helden. Dies ist nicht nur eine Frage des Stils, sondern auch der Produktionskosten, da Motorräder und Kraftstoff oft einfacher zu handhaben sind als eine Pferdestaffel.
Faktencheck
- 14 Millionen: So viele Exemplare verkaufte Meat Loafs Album "Bat Out of Hell" allein in den USA.
- 1985: Das Jahr, in dem die US-Armee die Humvees einführte, obwohl sie in "X-Men Origins: Wolverine" (angesiedelt in den 1970ern) auftauchen.
- 1940er und 1950er Jahre: Teile der "Frankenstein-Bike"-Harley-Davidson Panhead aus "The Bikeriders".
Unvergessliche Auftritte: Von Musicals bis Superhelden
"The Rocky Horror Picture Show" (1975)
In diesem Kult-Musical spielt Meat Loaf die Rolle des Rock'n'Roll-Delinquenten Eddie. Sein Auftritt ist kurz, aber prägnant. Eddie durchbricht eine Eiswand auf einer Harley-Davidson WLA, singt "Hot Patootie" und spielt ein Saxophonsolo. Die WLA war ein militärisches Modell aus dem Zweiten Weltkrieg. Eddies Erscheinung verkörpert den rebellischen Biker-Stil der 1950er Jahre.
Meat Loaf, in seiner ersten Filmrolle, wurde später durch seine Musikkarriere berühmt. Sein Album "Bat Out of Hell" aus dem Jahr 1977 verkaufte sich allein in den Vereinigten Staaten 14 Millionen Mal. Die Wahl einer militärischen Harley-Davidson für Eddies Charakter unterstreicht seine unkonventionelle und rebellische Natur.
"X-Men Origins: Wolverine" (2009)
Obwohl dieser "X-Men"-Ableger gemischte Kritiken erhielt, bietet er actionreiche Szenen. Eine Sequenz zeigt Logan (Wolverine) auf einer Harley-Davidson Hydra Glide. Er entkommt militärischen Humvees und einem Helikopter. Obwohl der Film in den 1970er Jahren spielt, wurden Humvees erst ab 1985 von der US-Armee eingesetzt.
Wolverine verlässt das Motorrad während der Verfolgungsjagd, um einen Helikopter mit bloßen Fäusten anzugreifen. Dies unterstreicht seine übermenschlichen Fähigkeiten und die Haltbarkeit seiner Adamantium-Krallen. Die Hydra Glide dient hier als Mittel zur schnellen Flucht und zur Darstellung von Logans kompromisslosem Stil.
Hintergrundinformationen
Die Harley-Davidson WLA war ein Motorradmodell, das während des Zweiten Weltkriegs für das US-Militär hergestellt wurde. Es war robust und zuverlässig, was es zu einer populären Wahl für militärische Zwecke machte. Nach dem Krieg fanden viele dieser Modelle ihren Weg in den zivilen Markt und wurden oft von Bikern umgebaut, was zu ihrer ikonischen Rolle in der Biker-Kultur beitrug.
Moderne Biker-Sagas und Klassiker
"The Bikeriders" (2024)
Dieser Film von Jeff Nichols basiert auf der Geschichte des realen Outlaws Motorcycle Club, hier als Vandals MC dargestellt. Er zeigt die harte Realität der Biker-Kultur der 1960er Jahre. Die Harley-Davidson Panhead spielt eine zentrale Rolle. Norman Reedus beschrieb sein Motorrad im Film als "Frankenstein-Bike" wegen seiner Umbauten.
Die Panhead seines Charakters hatte eine Frontpartie aus den 1940er Jahren und einen Rahmen aus den 1950er Jahren. Der Film verdeutlicht, wie Harley-Davidson-Motorräder untrennbar mit dem Rebellions-Lebensstil verbunden wurden. "The Bikeriders" ist ein Muss für Fans der Motorradkultur und der Marke Harley-Davidson.
"Es ist besser, tot und cool zu sein, als lebendig und uncool."
"Robocop 2" (1990)
In diesem Actionfilm von Irvin Kirshner nimmt Robocop (Peter Weller) eine Biker-Gang ins Visier. Er übernimmt eine 1986er Harley-Davidson FXSTC Softail Custom. Mit diesem Motorrad verfolgt er einen Lastwagen, der von Cain, dem Drahtzieher der Droge Nuke, gefahren wird.
Die Verfolgungsjagd ist kurz, aber intensiv. Robocop beweist, dass er auch auf zwei Rädern effektiv ist. Am Ende der Szene schleudert er sich von der Harley, um Cain durch die Windschutzscheibe zu fassen, während das Motorrad unter den Rädern des Lastwagens zerdrückt wird. Die FXSTC Softail Custom wird hier als robustes Verfolgungsinstrument gezeigt.
Harley-Davidson und der Marlboro-Mann (1991)
Dieser Cyberpunk-Western, angesiedelt im Jahr 1996, ist ein oft übersehenes Juwel. Mickey Rourke spielt Harley Davidson, und Don Johnson ist der Marlboro-Mann. Rourkes Figur fährt eine 1989er Harley-Davidson FXR Softail Custom. Dieses Motorrad ist ein imposantes Gefährt, das vor allem durch sein Aussehen besticht.
Der Film vermittelt die Botschaft, dass es "besser ist, tot und cool zu sein, als lebendig und uncool". Die FXR Softail Custom passt perfekt zu dieser Philosophie. Don Johnsons Charakter fährt eine rot lackierte HD FXR Low Rider, nutzt aber auch eine Kawasaki im Film. Diese Motorräder unterstreichen den coolen und rebellischen Charakter der Protagonisten.
"Sons of Anarchy" (2008-2014)
Die TV-Serie "Sons of Anarchy" zeigt die Entwicklung der Biker-Kultur im modernen Kontext. Sie thematisiert den Übergang von Freiheit zu organisiertem Verbrechen. Hauptfigur Jax (Charlie Hunnam) fährt meist eine 2003er Harley-Davidson FXD Dyna Super Glide. In der letzten Staffel wechselt er zum Motorrad seines Vaters, einer 1946er Harley-Davidson EL Knucklehead.
Die Serie veranschaulicht die Bruderschaft und Ehre innerhalb der Gangs. Nach dem Ende von "Sons of Anarchy" entstand das Spin-off "Mayans MC", das die rivalisierende mexikanische Biker-Gang begleitet und Charaktere aus der Originalserie wieder aufgreift. Die Motorräder sind ein zentraler Bestandteil der Identität der Charaktere und der Handlung.
Superhelden auf Harley-Davidsons
"Captain America: The Winter Soldier" (2014)
Captain America, Steve Rogers, verkörpert das amerikanische Ideal des Zweiten Weltkriegs. In seinem Debütfilm "Captain America: The First Avenger" fuhr er eine 2010er Harley-Davidson FLSTSB Softail Cross Bones, die optisch einer WLA aus dem Zweiten Weltkrieg nachempfunden war. Im Sequel, "Captain America: The Winter Soldier", fährt Steve Rogers eine moderne HD Street 750.
Mit dieser Maschine entkommt er dem SHIELD-Hauptquartier. Seine Fahrkünste und der geschickte Einsatz seines Schildes ermöglichen es ihm, sogar ein SHIELD Quinjet außer Gefecht zu setzen. Captain America zeigt, dass eine Harley-Davidson in den richtigen Händen ein mächtiges Werkzeug sein kann, selbst gegen Hightech-Gegner.
- Captain America: Setzt seine Harley-Davidson Street 750 ein, um einem SHIELD Quinjet zu entkommen.
- Wolverine: Nutzt seine Hydra Glide, um militärischen Humvees und einem Helikopter zu entkommen.
"Terminator 2: Tag der Abrechnung" (1991)
Dieser Film gilt als einer der besten Actionfilme aller Zeiten. Arnold Schwarzenegger als Terminator fährt eine 1991er Harley-Davidson FLSTF Fat Boy. Diese Maschine wird in der ikonischen Verfolgungsjagd durch das Abwassersystem von Los Angeles eingesetzt. Trotz des Rufes der Fat Boy als schwer zu handhabendes Motorrad meistert der Terminator die Fahrt.
Die Szene, in der der Terminator mit John Connor auf dem Motorrad vor dem T-1000 in einem Lastwagen flieht, ist legendär. Arnold lädt seine Schrotflinte mit einer Drehung. Obwohl Stunt-Doubles in einigen Aufnahmen sichtbar sind, mindert dies die Spannung der Sequenz nicht. Die Fat Boy ist hier nicht nur ein Transportmittel, sondern ein integraler Bestandteil der Action.
Zeitlose Klassiker der Biker-Kultur
"Easy Rider" (1969)
"Easy Rider" ist ein Schlüsselwerk der 1960er-Jahre-Gegenkulturbewegung. Der Film stellt Motorräder als Symbol für die Freiheit dar, das Land zu erkunden. Peter Fonda und Dennis Hopper spielen Drogenschmuggler auf dem Weg zum Mardi Gras. Ihre Motorräder, modifizierte Harley-Davidson FL Hydra-Glide Modelle, wurden von Cliff Vaughs und Ben Hardy umgebaut.
Peter Fondas "Captain America"-Bike ist das bekannteste. Die einzigartige Ästhetik der Motorräder spiegelte die Designs der afroamerikanischen Biker-Kultur wider, die damals weniger bekannt war. Die Eröffnungsszene mit Steppenwolfs "Born to Be Wild" ist ein Klassiker der Filmgeschichte und festigte das Image der Harley-Davidson als ultimatives Freiheitsgefährt.
"Der Wilde" (1953)
Dieser Film gilt als Ursprung der Mainstream-Biker-Kultur. Marlon Brando in seiner ikonischen Rolle auf einem Motorrad mit Lederjacke und Hut ist unvergesslich. Obwohl Brandos eigenes Motorrad im Film eine Triumph Thunderbird war, sind auch zahlreiche Harley-Davidson-Modelle zu sehen. Dazu gehören die Hydra Glide, die Knucklehead und die WL.
Die WL ist die zivile Version des militärischen WLA-Modells. Diese Motorräder werden von den Mitgliedern der Gang "The Beetles" gefahren, angeführt von Chino, gespielt von Lee Marvin. "Der Wilde" zeigte das Aufeinandertreffen von Triumph und Harley-Davidson auf der Leinwand und prägte maßgeblich das Bild des rebellischen Bikers.
Wissenswertes
- Die "Captain America"-Harley-Davidson aus "Easy Rider" wurde von Cliff Vaughs und Ben Hardy gebaut.
- Marlon Brandos Motorrad in "Der Wilde" war tatsächlich eine Triumph Thunderbird, sein persönliches Motorrad.
- Die Harley-Davidson WLA war eine militärische Version, die im Zweiten Weltkrieg eingesetzt wurde.




