Tesla hat die US-Regierung dringend aufgefordert, einen nationalen Rahmen für die Entwicklung und den Einsatz autonomer Fahrzeuge zu schaffen. Lars Moravy, Vizepräsident für Fahrzeugtechnik bei Tesla, betonte vor dem US-Senatsausschuss für Handel die Notwendigkeit, bestehende Vorschriften zu modernisieren. Dies soll Innovationen fördern und die Wettbewerbsfähigkeit der USA gegenüber anderen Ländern sichern.
Wichtige Punkte
- Tesla drängt auf bundesweite Standards für autonomes Fahren.
- Derzeitige staatliche Regelungen verlangsamen den Fortschritt in den USA.
- Autonome Fahrzeuge bieten erhebliches Potenzial zur Reduzierung von Unfällen.
- Sicherheitsbedenken, insbesondere Cyberangriffe, werden durch Teslas Technologie adressiert.
- Tesla plant, Robotaxis für barrierefreien Transport anzubieten.
Einheitliche Regeln statt Flickenteppich
Moravy argumentierte, dass der aktuelle Flickenteppich aus unterschiedlichen staatlichen Vorschriften den Fortschritt behindert. Unternehmen müssen derzeit mühsam mit lokalen Gesetzgebern verhandeln, um ihre Projekte für selbstfahrende Autos in kontrollierten Bereichen zu betreiben. Ein einheitlicher Bundesrahmen würde diese Komplexität beseitigen und die Entwicklung beschleunigen.
Die USA müssen ihre Position in der globalen technologischen Entwicklung behaupten. Moravy warnte, dass veraltete Vorschriften und Genehmigungsverfahren die Innovationsfähigkeit der Industrie beeinträchtigen könnten. Dies könnte dazu führen, dass die USA gegenüber Konkurrenten wie China ins Hintertreffen geraten.
Faktencheck Autonomes Fahren
- 5,1 Millionen Meilen: Durchschnittliche Strecke, die Tesla-Fahrzeuge mit aktiviertem Full Self-Driving (FSD) vor einem größeren Unfall zurücklegen.
- 699.000 Meilen: Durchschnittliche Strecke, die ein menschlicher Fahrer vor einem größeren Unfall zurücklegt.
- 94 Prozent: Anteil der Verkehrsunfälle, die laut NHTSA auf menschliches Versagen zurückzuführen sind.
Sicherheitsvorteile und Unfallprävention
Tesla ist ein führendes Unternehmen in der Entwicklung autonomer Fahrzeuge in den USA. Moravy hob die Leistungsfähigkeit der Full Self-Driving (FSD)-Plattform hervor. Fahrzeuge mit FSD fahren im Durchschnitt 5,1 Millionen Meilen, bevor es zu einem größeren Unfall kommt.
Diese Zahl übertrifft den Durchschnitt menschlicher Fahrer erheblich, der bei etwa 699.000 Meilen liegt. Moravy zitierte auch die NHTSA-Statistik, wonach etwa 94 Prozent der Unfälle auf menschliches Versagen zurückzuführen sind. Autonome Fahrzeuge könnten demnach Todesfälle und Verletzungen im Straßenverkehr drastisch reduzieren.
„Kein einziger Fall, in dem jemand die Kontrolle über unsere Fahrzeuge übernommen hat, ist je aufgetreten.“
Robuste Cybersicherheit und Inklusive Mobilität
Skeptiker äußern oft Bedenken hinsichtlich der Cybersicherheit bei selbstfahrenden Fahrzeugen. Diese Frage wurde auch während der Anhörung im Senatsausschuss angesprochen. Moravy versicherte jedoch, dass Tesla-Fahrzeuge äußerst sicher sind.
Ein zentraler, eingebetteter Layer, der von externen Verbindungen unzugänglich ist, gewährleistet diese hohe Sicherheit. Zusätzlich nutzt Tesla eine doppelte kryptografische Signatur von zwei unabhängigen Personen, um die Sicherheit weiter zu erhöhen. Dies macht eine Übernahme der Kontrolle von außen praktisch unmöglich.
Hintergrund: Von Neumann Maschinen
Elon Musk, CEO von Tesla, hat kürzlich eine ambitionierte Prognose für Teslas Humanoiden-Roboter Optimus abgegeben. Er äußerte, Optimus könnte das erste reale Beispiel einer Von-Neumann-Maschine werden. Diese theoretischen, selbstreplizierenden Systeme könnten sich auf anderen Planeten selbst kopieren und große Aufgaben ohne menschliches Eingreifen ausführen. Musk sieht Optimus als Teslas größtes Produkt überhaupt.
Moravy betonte auch Teslas Engagement für inklusive Mobilität. Er erklärte: „Wir sind mit unseren zukünftigen Produkten und Robotaxis bestrebt, allen Menschen zugänglichen Transport zu bieten.“ Dies ist ein wichtiger Aspekt autonomer Fahrzeuge, da sie Menschen mit Behinderungen, körperlichen Einschränkungen, älteren Menschen und Blinden eine konstante Transportmöglichkeit bieten könnten.
Globale Wettbewerbsfähigkeit und die Rolle von Robotaxis
Moravys Aussage vermittelte die Dringlichkeit, die geopolitische Wettbewerbsfähigkeit, insbesondere gegenüber China, zu wahren. Er präsentierte konkrete Sicherheitsstatistiken und eine Vision der Vorteile, die Autonomie nicht nur in den USA, sondern weltweit bringen könnte.
Die Expansion des Model Y in den USA deutet auf eine Priorisierung von Fahrzeugen hin, die für den zukünftigen Robotaxi-Fahrdienst und eine vollständig autonome Zukunft geeignet sind. Dies könnte jedoch die Nachfrage nach größeren SUVs für Familien vernachlässigen, die in den USA sehr populär sind.
Herausforderungen im chinesischen Markt
Im Januar meldete Tesla China einen Großhandelsabsatz von 69.129 in Shanghai hergestellten Fahrzeugen. Dies ist ein Anstieg von 9,32 Prozent gegenüber dem Vorjahr, aber ein Rückgang von 28,86 Prozent gegenüber Dezember. Der chinesische Markt für neue Energiefahrzeuge (NEV) sah im Januar einen Gesamtanstieg von nur 1 Prozent gegenüber dem Vorjahr, aber einen Rückgang von 42 Prozent gegenüber Dezember.
Um der schwächeren saisonalen Nachfrage entgegenzuwirken, hat Tesla China ein zinsgünstiges Finanzierungsprogramm mit Laufzeiten von bis zu sieben Jahren eingeführt. Dies war das erste Mal, dass ein Automobilhersteller eine solche Finanzierung im chinesischen Markt anbot. Später zogen Konkurrenten wie Xiaomi, Li Auto, XPeng und NIO mit ähnlichen Anreizen nach.
Tesla China im Januar 2026
- 69.129 in Shanghai hergestellte Fahrzeuge (Großhandelsabsatz).
- +9,32% Wachstum im Vergleich zum Vorjahr.
- -28,86% Rückgang im Vergleich zum Vormonat (Dezember).
Die Diskussionen um autonome Fahrzeuge und die strategische Ausrichtung von Tesla zeigen, wie eng Technologie, Regulierung und Marktanforderungen miteinander verknüpft sind. Der Ruf nach einem bundesweiten Rahmenwerk unterstreicht die Überzeugung, dass klare Richtlinien für die weitere Entwicklung entscheidend sind.




