Tesla hat die grundlegende Autopilot-Funktion, die bisher in jedem neuen Model 3 und Model Y enthalten war, für Bestellungen in Nordamerika abgeschafft. Käufer müssen nun ein monatliches Abonnement für das „Full Self-Driving (Supervised)“-Paket abschließen, um Fahrspurhaltefunktionen zu nutzen, die zuvor kostenlos waren. Diese Änderung tritt sofort in Kraft.
Wichtige Änderungen für Tesla-Käufer
- Basic Autopilot ist nicht mehr Standard bei Model 3 und Model Y.
- Fahrspurhaltefunktion erfordert jetzt ein kostenpflichtiges Abonnement.
- Neue Fahrzeuge erhalten nur noch den adaptiven Tempomat.
- Die monatlichen Kosten für die Fahrspurhaltung betragen 99 US-Dollar.
- Die Umstellung erfolgt inmitten von Nachfrage- und Profitproblemen bei Tesla.
Wegfall einer Standardfunktion
Seit fast sieben Jahren gehörte der „Basic Autopilot“ zur Standardausstattung jedes Tesla-Fahrzeugs. Dieses Paket umfasste zwei Kernfunktionen: den verkehrsabhängigen Tempomat (TACC), der die Geschwindigkeit des vorausfahrenden Autos anpasst, und den Autosteer, der das Fahrzeug mittig in der Fahrspur hält.
Mit der neuen Preisstruktur für 2026 entfällt der Autosteer. Neue Fahrzeuge werden künftig nur noch mit dem verkehrsabhängigen Tempomat ausgeliefert. Wer möchte, dass sein Fahrzeug auf Autobahnen selbst lenkt, muss nun für die Software bezahlen, die einst inklusive war.
Faktencheck
Der „Basic Autopilot“ umfasste bisher den adaptiven Tempomat und die Fahrspurhaltefunktion. Letztere ist nun kostenpflichtig.
Strategische Neuausrichtung oder Verzweiflung?
Diese Preisanpassung erfolgt nur wenige Wochen, nachdem Tesla angekündigt hatte, den einmaligen Kauf des FSD-Pakets im Februar einzustellen und vollständig auf ein reines Abonnementmodell umzusteigen. Durch die Entfernung der kostenlosen Autopilot-Stufe schafft Tesla eine funktionale Lücke, die Nutzer zum 99 US-Dollar teuren FSD-Abonnement drängen soll.
Elon Musk deutete an, dass die FSD-Preise mit der Verbesserung der Software steigen könnten. Die aktuelle Strategie scheint jedoch darauf abzuzielen, die Akzeptanzrate der Abonnements zu erhöhen, die bisher als eher niedrig galt.
„Dies ist ein schlechter Schritt für Verbraucher und ein verwirrender für die Marke. Für ein Unternehmen, das stets argumentiert hat, dass Tesla-Besitzer mit Autopilot und FSD sicherer unterwegs sind, sollte die Zugänglichkeit dieser Funktion Priorität haben.“
Sicherheitsfunktion wird zum Luxus
Die Fahrspurhaltefunktion gilt in der Automobilindustrie weithin als Sicherheitsmerkmal, nicht als Luxus. Sie reduziert die Ermüdung des Fahrers und beugt Unfällen durch unabsichtliches Abdriften vor. Tesla gerät nun in die unangenehme Lage, weniger serienmäßige Sicherheitstechnologie anzubieten als Economy-Autos, die nur die Hälfte kosten.
Ein Vergleich zeigt dies deutlich:
- Toyota: Toyota Safety Sense (Standard im Corolla) beinhaltet den Spurhalteassistenten.
- Honda: Honda Sensing (Standard im Civic) beinhaltet das Spurhalteassistenzsystem.
- Tesla: Benötigt nun ein Abonnement von 1.200 US-Dollar pro Jahr für eine vergleichbare Funktionalität.
Hintergrund der Entscheidung
Die Entscheidung, den Autopilot kostenpflichtig zu machen, scheint vor dem Hintergrund erheblicher Nachfrage- und Profitprobleme bei Tesla im Jahr 2026 getroffen worden zu sein. Die Verkaufszahlen von Tesla sind seit zwei Jahren rückläufig. Zudem verlor das Unternehmen kürzlich den Zugang zu wichtigen Subventionen in den USA, die erheblich zu seinen Gewinnen beigetragen hatten. Dies legt den Schluss nahe, dass es sich um einen Versuch handelt, die Einnahmen zu steigern.
Auswirkungen auf budgetbewusste Käufer
Die meisten Käufer von Model 3 und Model Y achten auf ihr Budget und streben oft monatliche Raten im Bereich von 500 bis 600 US-Dollar an. Eine zusätzliche, obligatorische monatliche Gebühr von 100 US-Dollar allein für Funktionen, die in einem Honda Civic serienmäßig sind, schmälert das Preis-Leistungs-Verhältnis erheblich.
Ein Kommentar eines Nutzers fasst die Stimmung zusammen: „Das ist traurig. Andere Autohersteller gehen in die andere Richtung. Der BMW iX3 hat den Driving Assistant Plus serienmäßig, einschließlich aktivem Tempomat und Spurhaltung bis 180 km/h. Kostenlos. Und mit echten Ultraschall- und mehreren Radarsensoren, zusätzlich zu den vielen Kameras. Das fortgeschrittenere Assistenzpaket kostet einmalig nur 1.450 €, also weniger als 1,5 Jahre Tesla-Abonnement.“
Zukünftige Aussichten
Es ist klar, dass das FSD-Paket mehr als nur Fahrspurhaltung bietet. Doch die Entfernung der Standardfunktion soll offensichtlich Nutzer dazu bewegen, das Abonnement abzuschließen oder das 8.000 US-Dollar teure Paket zu kaufen, bevor es nur noch als Abonnement erhältlich ist. Diese Maßnahme könnte als ein verzweifelter Versuch gewertet werden, die finanziellen Schwierigkeiten des Unternehmens zu überwinden.
Tesla steht unter Druck, da die Verkaufszahlen sinken und wichtige Subventionen wegfallen. Die Strategie, grundlegende Sicherheitsfunktionen zu monetarisieren, könnte jedoch langfristig das Vertrauen der Kunden beeinträchtigen und die Wettbewerbsposition gegenüber anderen Herstellern schwächen, die ähnliche Funktionen standardmäßig anbieten.




