Tesla wird den direkten Verkauf seiner Full Self-Driving (FSD)-Software nach dem 14. Februar einstellen. Zukünftig ist die fortschrittliche Fahrerassistenzfunktion ausschließlich über ein monatliches Abonnement erhältlich. Diese Entscheidung, die von CEO Elon Musk bekannt gegeben wurde, markiert eine bedeutende strategische Neuausrichtung für das Unternehmen im Bereich autonomes Fahren.
Der Schritt weg vom einmaligen Kaufpreis hin zu einem reinen Abo-Modell könnte weitreichende Folgen für Tesla-Kunden und den Markt für autonome Fahrsysteme haben. Es wirft Fragen über die langfristige Strategie des Unternehmens und die Akzeptanz von FSD bei den Verbrauchern auf.
Wichtige Erkenntnisse
- Tesla stoppt den direkten Verkauf von FSD nach dem 14. Februar.
- FSD wird nur noch als monatliches Abonnement für 99 US-Dollar angeboten.
- Die Umstellung könnte die FSD-Akzeptanz steigern und Teslas Einnahmen stabilisieren.
- Trotz des Namens bleibt FSD ein Level-2-Fahrerassistenzsystem, das volle Aufmerksamkeit des Fahrers erfordert.
- Die Entwicklung zum vollautonomen Fahren (Robotaxi) ist entscheidend für Teslas zukünftiges Wachstum.
Die neue Preisstrategie: Abonnement statt Kauf
Bisher konnten Tesla-Kunden die Full Self-Driving-Funktion für einen einmaligen Preis erwerben, der zuletzt bei 8.000 US-Dollar lag. Nach dem 14. Februar wird diese Option entfallen. Stattdessen können Interessenten FSD nur noch für 99 US-Dollar pro Monat abonnieren.
Diese Umstellung verändert die finanzielle Dynamik für die Nutzer erheblich. Ein jährlicher Abonnementpreis von 1.188 US-Dollar bedeutet, dass es etwa sieben Jahre dauern würde, um den früheren Kaufpreis von 8.000 US-Dollar durch monatliche Zahlungen zu erreichen. Für viele könnte dies eine attraktivere Einstiegshürde darstellen.
Elon Musk verkündete auf seiner Plattform X: "Tesla wird den Verkauf von FSD nach dem 14. Februar einstellen. FSD wird danach nur noch als monatliches Abonnement verfügbar sein."
Fakten zur FSD-Preisgestaltung
- Alter Kaufpreis: 8.000 US-Dollar (zuvor bis zu 15.000 US-Dollar).
- Neuer Abonnementpreis: 99 US-Dollar pro Monat.
- Jährliche Kosten (Abo): 1.188 US-Dollar.
- Break-Even-Punkt zum alten Kaufpreis: ca. 7 Jahre.
Hintergründe der Entscheidung: Akzeptanz und Umsatz
Die Entscheidung, FSD ausschließlich als Abonnement anzubieten, könnte mehrere Gründe haben. Einerseits könnte Tesla versuchen, die Akzeptanzrate der FSD-Software zu erhöhen. Der hohe einmalige Kaufpreis stellte für viele potenzielle Käufer eine erhebliche Hürde dar.
Ein monatliches Abonnement senkt die anfänglichen Kosten und macht die Funktion für eine breitere Kundenbasis zugänglich. Tesla CFO Vaibhav Taneja merkte in einem früheren Gespräch an, dass die Zahl der zahlenden FSD-Kunden mit etwa 12 % der aktuellen Flotte noch gering ist.
Kontext: FSD-Einführung
Tesla hat die FSD-Technologie über Jahre hinweg entwickelt und verbessert, während CEO Elon Musk wiederholt die baldige Einführung des vollautonomen Fahrens prophezeite. Trotz des Namens ist FSD (Full Self-Driving) derzeit ein Level-2-Fahrerassistenzsystem. Dies bedeutet, dass Fahrer weiterhin die volle Verantwortung tragen und jederzeit bereit sein müssen, die Kontrolle über das Fahrzeug zu übernehmen.
Potenzielle Vorteile des Abo-Modells für Tesla
Das Abonnementmodell könnte für Tesla auch eine stabilere und vorhersehbarere Einnahmequelle schaffen. Anstatt auf einmalige, größere Zahlungen zu warten, generiert das Unternehmen regelmäßige monatliche Einnahmen.
Dies ist besonders relevant, da Tesla im vierten Quartal Lieferrückgänge verzeichnete. Im Vergleich zum vierten Quartal 2024 sanken die Auslieferungen von 495.570 auf 418.227 Elektrofahrzeuge, ein Rückgang von 15,6 %.
Ein weiteres Argument für das Abo-Modell könnte die Reduzierung des Klagerisikos sein. Sollte Tesla das versprochene vollautonome Fahren nicht in absehbarer Zeit erreichen, könnten sich einmalige Käufer möglicherweise betrogen fühlen. Ein Abonnement bietet hier mehr Flexibilität für beide Seiten.
Die Rolle von FSD für Teslas Zukunft: Robotaxis und KI
Elon Musk hat seit langem die Vision von vollautonomen Robotaxis. Er prognostizierte im Dezember unbemannte Robotaxis in Austin, Texas, bis zum Jahresende, was sich jedoch nicht bewahrheitete. Dennoch bleibt die Entwicklung echter Selbstfahrfähigkeiten ein zentraler Pfeiler von Teslas Langzeitstrategie.
Analysten sind sich weitgehend einig, dass der Erfolg von Teslas Elektrofahrzeugverkäufen stark von der erfolgreichen Skalierung des Robotaxi-Dienstes und der Einführung von unüberwachtem FSD im Jahr 2026 abhängt. Dies würde es Tesla ermöglichen, Sicherheitsfahrer zu entfernen und die Marktexpansion voranzutreiben.
- Unüberwachtes FSD: Die Entfernung von Sicherheitsfahrern ist ein entscheidender Schritt.
- Marktexpansion: Neue autonome Dienste könnten neue Märkte erschließen.
- 10 Millionen Abonnements: Ein operatives Ziel für Musk ist das Erreichen von 10 Millionen aktiven FSD-Abonnements.
Herausforderungen und Wettbewerb
Trotz der ambitionierten Ziele steht Tesla im Bereich autonomes Fahren vor zunehmendem Wettbewerb. Unternehmen wie Nvidia treten ebenfalls in den Markt ein und intensivieren den Druck auf Tesla, signifikante Fortschritte zu erzielen.
Wolfe Research-Analysten schrieben kürzlich, dass Tesla im Jahr 2026 vor einer schwierigen fundamentalen Ausgangslage steht, aber trotz niedrigerer kurzfristiger Schätzungen dennoch gut abschneiden könnte, wenn die Umsetzung sich verbessert.
Aktuelle FSD-Version v14
Die neueste Version FSD v14 zeigt laut Berichten deutliche Verbesserungen. Dennoch bleibt es ein Level-2-System, das ständige Aufmerksamkeit des Fahrers erfordert. Der Sprung zu Level 3 oder höher, wo der Fahrer nicht mehr ständig aufmerksam sein muss, ist der nächste große Meilenstein.
Auswirkungen auf den Aktienmarkt
Die Ankündigung zum FSD-Abonnementmodell hatte auch Auswirkungen auf den Aktienkurs von Tesla. Die TSLA-Aktie fiel bei Börsenöffnung um etwa 1,5 % auf 440,80 US-Dollar, nachdem sie am Vortag bereits um 0,4 % gesunken war.
Die Aktie testete am Mittwoch ihren 50-Tage-Durchschnitt, nachdem sie am Dienstag zwischen dem 21-Tage-Exponential-Moving-Average und der 50-Tage-Linie gehandelt hatte. Tesla erreichte am 22. Dezember ein Rekordhoch von 498,83 US-Dollar, ist seitdem jedoch um mehr als 10 % gefallen.
Trotz dieser kurzfristigen Schwankungen schloss die Tesla-Aktie das Jahr 2025 mit einem Plus von etwas mehr als 11 % ab. Die Composite Rating der Aktie liegt bei 69 von 99 möglichen Punkten, die Relative Strength Rating bei 84 und die EPS Rating bei 44.




