Tesla verzeichnet in China aktuell die kürzesten Lieferzeiten seit Jahren. Dies deutet auf eine hohe Produktionskapazität der Gigafactory Shanghai hin. Gleichzeitig erweitert das Unternehmen die Funktionen seines Full Self-Driving (FSD) Systems und engagiert sich in großen Energieprojekten.
Wichtige Erkenntnisse
- Lieferzeiten für Model 3 und Model Y in China betragen nur 1-3 Wochen.
- Tesla China konzentriert sich auf den lokalen Markt und bietet Finanzierungsanreize.
- FSD erhält eine neue Funktion, die das automatische Anhalten bei Dränglern ermöglicht.
- Tesla Megapacks versorgen ein großes KI-Rechenzentrum in Brasilien.
- Starlink startet Europas ersten Satelliten-zu-Smartphone-Dienst mit O2.
Kurze Lieferzeiten und Marktstrategie in China
Die Lieferzeiten für Tesla Model 3 und Model Y in China haben sich drastisch verkürzt. Aktuell müssen Kunden nur noch ein bis drei Wochen auf ihr neues Fahrzeug warten. Dies ist ein deutliches Zeichen dafür, dass die Gigafactory Shanghai ihren Auftragsrückstand weitgehend abgebaut hat und über eine starke Produktionskapazität verfügt.
Beobachtungen der offiziellen Tesla China Webseiten am 26. Februar bestätigen diese kurzen Wartezeiten. Noch Ende letzten Jahres lagen die Lieferfristen bei mehreren Wochen oder sogar zwei Monaten. Diese Entwicklung legt nahe, dass sich die Gigafactory Shanghai, zumindest vorerst, auf den lokalen chinesischen Markt konzentriert. Traditionell bedient Tesla China in der ersten Hälfte eines Quartals Märkte, die Fahrzeuge aus Shanghai importieren.
Fakten zu Tesla China
- Lieferzeit: 1-3 Wochen für Model 3 und Model Y.
- Produktionskapazität: Hohe Auslastung der Gigafactory Shanghai.
- Marktstrategie: Fokus auf lokalen Markt, insbesondere zum Quartalsende.
Finanzierungsanreize fördern die Nachfrage
Historisch gesehen folgen auf verkürzte Lieferzeiten oft neue Marktaktionen von Tesla. Diesmal hat das Unternehmen seine siebenjährige Ultra-Niedrigzins- und fünfjährige zinsfreie Finanzierungsangebote bis zum 31. März verlängert. Dies ist bereits die zweite Verlängerung in diesem Jahr. Solche Anreize sollen die lokale Nachfrage weiter ankurbeln.
Der chinesische Markt für Elektrofahrzeuge ist hart umkämpft. Angesichts von Regulierungen, die aggressive Preiskämpfe eindämmen sollen, setzen Automobilhersteller zunehmend auf Finanzierungsanreize statt direkter Preissenkungen. Auch andere große Anbieter wie BYD, NIO, XPeng und Li Auto haben ähnliche Kreditverlängerungen und Werbefinanzierungspakete eingeführt.
"Videos von geschäftigen Auslieferungszentren in ganz China wurden in sozialen Medien geteilt, was auf ein weiterhin starkes Interesse der Verbraucher hinweist."
Neues Verhalten für Full Self-Driving (FSD)
Teslas Full Self-Driving System zeigt ein neues, bemerkenswertes Verhalten. Es scheint nun in der Lage zu sein, automatisch auf den Seitenstreifen zu fahren, wenn ein aggressiver Drängler das Fahrzeug von hinten bedrängt. Eine kürzlich veröffentlichte Videoaufnahme auf X demonstriert diese Funktion.
Das Video zeigt einen Tesla, der auf nassen, kurvigen Straßen unterwegs ist. Ein anderes Fahrzeug folgt ihm aggressiv. Ohne menschliches Eingreifen fährt der Tesla auf den Seitenstreifen, um den Drängler passieren zu lassen. Die Hände des Fahrers bleiben dabei ruhig am Lenkrad, und der Blinkerhebel wird nicht betätigt. Dies deutet darauf hin, dass die Entscheidung vollständig vom FSD-System getroffen wurde.
FSD und Verkehrssicherheit
FSD ist bekannt für seine sich ständig ändernden Geschwindigkeitsprofile. Während es auf Autobahnen oft für schnellere Fahrzeuge die Spur wechselt oder langsamere Autos überholt, ist das automatische Anhalten bei Dränglern auf zweispurigen Straßen eine neue Entwicklung. Diese Funktion könnte dazu beitragen, gefährliche Verkehrssituationen zu entschärfen und den Fahrkomfort zu erhöhen.
Megapack-Systeme für KI-Rechenzentrum in Brasilien
Tesla Megapack-Batteriesysteme werden Teil eines 400-Megawatt-KI-Rechenzentrum-Campus in Uberlândia, Brasilien. Dieses Projekt gilt als eines der größten KI-Infrastrukturprojekte Lateinamerikas. Das Vorhaben wird von RT-One geleitet und umfasst eine industrielle Allianz mit namhaften Partnern wie Hitachi Energy, Siemens und ABB.
Das Projekt wird durch privates Kapital von mehr als 6 Milliarden R$ (etwa 1,1 Milliarden US-Dollar) finanziert. Das Rechenzentrum ist darauf ausgelegt, zu 100 % mit erneuerbarer Energie zu arbeiten. Gleichzeitig soll es die regionale Netzstabilität stärken.
"Brasilien erzeugt reichlich Energie, insbesondere aus erneuerbaren Quellen wie Sonne und Wind. Hohe Anteile erneuerbarer Energien können jedoch zu Herausforderungen bei der Netzstabilität führen. Dieses Ungleichgewicht zu managen, gehört zu den wachsenden Infrastrukturprioritäten des Landes", erklärte RT-One Präsident Fernando Palamone auf LinkedIn.
Durch die Integration der Megapack-Systeme wird die Anlage nicht nur ein großer Stromverbraucher, sondern auch ein netzunterstützendes Element. Sie kann überschüssigen Strom aufnehmen, wenn das Angebot hoch ist, und Stabilisierungsdienste anbieten, wenn das Netz zusätzliche Unterstützung benötigt. Dieser Ansatz erhöht die Widerstandsfähigkeit, verbessert die Zuverlässigkeit und trägt zu einer effizienteren Nutzung erneuerbarer Energien bei.
Starlink: Satelliten-zu-Smartphone-Dienst in Europa
Starlink treibt die Konnektivität in Europa voran und versorgt den ersten kommerziellen Satelliten-zu-Smartphone-Dienst. Virgin Media O2 hat in Großbritannien einen raumbasierten mobilen Datendienst eingeführt. Der neue O2 Satellite-Dienst nutzt Starlinks Netzwerk im erdnahen Orbit, um reguläre Smartphones in Gebieten ohne terrestrische Abdeckung zu verbinden. Dies erweitert die Reichweite von O2 von 89 % auf 95 % der britischen Landmasse.
Kompatible Samsung-Geräte verbinden sich automatisch mit Starlink-Satelliten, sobald Nutzer außerhalb der traditionellen Mobilfunkabdeckung sind. Der Dienst unterstützt zunächst Textnachrichten sowie Apps wie WhatsApp, Facebook Messenger, Google Maps und Wetter-Tools. O2 bietet das Add-on für 3 Pfund pro Monat an.
- Start in Europa: Erster kommerzieller Satelliten-zu-Smartphone-Dienst.
- Partner: Virgin Media O2 in Großbritannien.
- Reichweite: Erweitert O2-Abdeckung auf 95% der britischen Landmasse.
- Funktionen: Textnachrichten, WhatsApp, Google Maps.
- Kosten: 3 Pfund pro Monat.
Die Nutzung der Starlink-Satelliteninfrastruktur ermöglicht O2, Konnektivität in abgelegenen und ländlichen Regionen bereitzustellen, ohne zusätzliche Bodentürme bauen zu müssen. Dies ist ein weiterer Schritt in Starlinks Bestreben, über festes Breitband hinaus direkte mobile Dienste anzubieten.
"Mit der Einführung von O2 Satellite sind wir der erste Betreiber in Europa, der einen raumbasierten mobilen Datendienst startet, der über Nacht eine neue Mobilfunkabdeckung für ein Gebiet von etwa zwei Dritteln der Größe von Wales geschaffen hat", sagte Lutz Schuler, CEO von Virgin Media O2.
Satellitenbasierte mobile Konnektivität gewinnt weltweit an Bedeutung. In den USA hat T-Mobile ein ähnliches Satelliten-zu-Mobilfunk-Angebot gestartet. Vodafone führte im vergangenen Jahr Satelliten-Videoanruftests durch. Die Vereinbarung mit O2 unterstreicht, wie Starlinks Netzwerk zunehmend in nationale Telekommunikationssysteme integriert wird, um Standard-Smartphones direkt mit Satelliten zu verbinden, ohne spezielle Hardware.




