Oakland hat an 18 der gefährlichsten Straßenabschnitte der Stadt automatisierte Geschwindigkeitskameras installiert. Diese Maßnahme soll die Verkehrssicherheit erhöhen und die Zahl der Unfälle reduzieren. Die Kameras sind Teil eines Pilotprogramms, das zunächst eine 60-tägige Warnperiode vorsieht, bevor Bußgelder verhängt werden.
Wichtige Punkte
- 18 Geschwindigkeitskameras an unfallträchtigen Standorten in Oakland in Betrieb genommen.
- 60-tägige Warnperiode vor Beginn der Bußgelder.
- Bußgelder starten bei 50 US-Dollar für Überschreitungen von 11 bis 15 mph.
- Kameradaten sind nur für die Verkehrsbehörde zugänglich, nicht für die Polizei.
- Finanzielle Unterstützung für einkommensschwache Betroffene ist möglich.
Neue Technologie für mehr Sicherheit
Die Installation der Geschwindigkeitskameras ist ein wichtiger Schritt für Oakland im Kampf gegen überhöhte Geschwindigkeit. Am Mittwochmorgen wurde der Start der Kameras an der Kreuzung Broadway und 27th Street bekannt gegeben. Diese Standorte wurden nach sorgfältiger Analyse von Unfallstatistiken und Geschwindigkeitsmessungen ausgewählt. An einigen dieser Orte fuhren täglich über 10.000 Fahrzeuge mindestens 11 Meilen pro Stunde über dem Tempolimit.
Bürgermeisterin Barbara Lee äußerte sich begeistert über die neue Technologie. Sie betonte, dass Verkehrssicherheit ein integraler Bestandteil der öffentlichen Sicherheit ist. „Mit dieser Initiative gehen wir aktiv gegen überhöhte Geschwindigkeit vor, um Leben zu retten“, sagte Lee bei der Pressekonferenz.
Fakten zu Geschwindigkeitsüberschreitungen
- Fahrzeuge, die das Tempolimit um 11 mph oder mehr überschreiten, erhalten ein Ticket.
- Ein Bußgeld von 50 US-Dollar wird für Geschwindigkeitsüberschreitungen zwischen 11 und 15 mph fällig.
- Bei Geschwindigkeiten von über 100 mph kann das Bußgeld bis zu 500 US-Dollar betragen.
Transparenz und soziale Gerechtigkeit
Die Stadt hat auch Bedenken hinsichtlich der Auswirkungen auf einkommensschwache Bevölkerungsgruppen berücksichtigt. Bürgermeisterin Lee wies darauf hin, dass Personen, die ein Bußgeld erhalten, finanzielle Unterstützung beantragen können. Langsamere Geschwindigkeiten kommen zudem Minderheitengemeinschaften zugute, insbesondere Schwarzen Einwohnern, die überproportional häufig schwere Verletzungen bei Kollisionen erleiden.
„Verkehrssicherheit ist öffentliche Sicherheit. Mit dieser Initiative gehen wir aktiv gegen überhöhte Geschwindigkeit vor, um Leben zu retten.“
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist der Datenschutz. Jede Verletzung wird an den Kamerahersteller Verra Mobility übermittelt, der die Daten dann zur Überprüfung an die Verkehrsbehörde von Oakland weiterleitet. Dies soll Fehlalarme ausschließen. Die Polizei von Oakland hat keinen Zugriff auf die Kameradaten. Josh Rowan, der Verkehrsdirektor der Stadt, erklärte, dass die Polizei frühzeitig klargestellt habe, dass sie mit diesem Pilotprojekt nichts zu tun haben wolle. „Wir haben frühzeitig gesagt: Wenn etwas passiert, sind wir verantwortlich“, so Rowan.
Ein Kulturwandel im Straßenverkehr
Rowan betonte, dass die Kameras eine Möglichkeit sind, die Menschen daran zu erinnern, dass Fußgänger unverhältnismäßig stark von gefährlichen Geschwindigkeitsüberschreitungen betroffen sind. Die Reduzierung der Geschwindigkeiten sei Teil eines notwendigen Kulturwandels. „Geschwindigkeitsüberschreitungen sind eine bewusste Entscheidung, die Fahrer treffen“, sagte er. „Unsere Kultur und unser Fahrverhalten führen zu überhöhter Geschwindigkeit. Wir alle haben eine Entscheidung zu treffen, wenn wir ins Auto steigen.“
Hintergrund des Pilotprogramms
Die Geschwindigkeitskameras in Oakland sind Teil eines auf mehrere Jahre angelegten Pilotprogramms, das 2024 von den kalifornischen Gesetzgebern genehmigt wurde. Der Erfolg des Programms wird darüber entscheiden, ob es ausgeweitet wird. Weitere Städte, die an diesem Pilotprogramm teilnehmen, sind San Francisco, San Jose, Los Angeles, Glendale und Long Beach.
Bezirksratsmitglied Charlene Wang sprach ebenfalls bei der Veranstaltung und zeigte sich sehr erfreut über die Installation der Geschwindigkeitskameras. Chris Hwang, Geschäftsführerin der Organisation Walk Oakland Bike Oakland, sieht die Kameras als einen Teil umfassender stadtweiter Lösungen zur Erhöhung der Sicherheit. Zu den jüngsten Infrastrukturmaßnahmen gehören neue Bodenschwellen und verkehrsberuhigende Poller.
Technologie hinter den Kameras
Die schwarzen Geschwindigkeitskameras von Verra Mobility ragen über die Straße und konzentrieren sich auf einen „Sweet Spot“ von etwa 30 Metern. Valerie Schneider, Kommunikationsbeauftragte von Verra Mobility, erklärte, dass die Kameras Bilder der hinteren Nummernschilder eines Fahrzeugs aufnehmen, nachdem sie eine Geschwindigkeitsüberschreitung festgestellt haben. Jede Kameraanlage in Oakland besteht aus zwei Verra Mobility Kameras, die jeweils eine Straßenseite überwachen.
Schneider erwähnte, dass eine frühere Installation ihrer Hardware in New York City zu einer Reduzierung der Geschwindigkeiten von bis zu 94 % geführt hat. Dies unterstreicht das Potenzial der Technologie, das Fahrverhalten positiv zu beeinflussen und die Sicherheit auf den Straßen zu erhöhen.
- Standorte: Die Kameras sind an 18 Orten installiert, die als Teil des High Injury Network von Oakland identifiziert wurden.
- Erfassungsbereich: Ein „Sweet Spot“ von etwa 30 Metern ermöglicht eine präzise Messung.
- Zweimonatige Testphase: Fahrer haben zwei Monate Zeit, sich an das System zu gewöhnen und ihr Verhalten anzupassen, bevor Bußgelder verhängt werden.
Die Stadt Oakland setzt auf diese innovative Technologie, um die Sicherheit ihrer Bürger zu gewährleisten und einen nachhaltigen Wandel im Fahrverhalten zu bewirken. Die nächsten Monate werden zeigen, wie effektiv diese Maßnahmen die Zahl der Unfälle und Verletzungen reduzieren können.




