Die Stadt Phoenix hat ihre Pläne zur Installation von Rotlichtkameras an Kreuzungen eingestellt. Dies gab die Stadtverwaltung bekannt, obwohl Daten auf ein erhebliches Problem mit Rotlichtverstößen im Bundesstaat Arizona hinweisen. Stattdessen konzentriert sich die Stadt auf die Überwachung von Geschwindigkeitsüberschreitungen mittels neuer Kameras.
Wichtige Erkenntnisse
- Phoenix wird keine Rotlichtkameras installieren, obwohl der Stadtrat dies 2024 befürwortete.
- Neue Kameras an 17 Standorten werden ausschließlich Geschwindigkeitsüberschreitungen erfassen.
- Arizona weist die höchste Rate an Rotlichtunfällen pro Kopf in den USA auf.
- Sicherheitsbefürworter sehen einen Anstieg der Unfälle seit dem Ende des vorherigen Kameraprogramms 2019.
- Eine landesweite Abstimmung über Verkehrskameras könnte die Zukunft der Programme beeinflussen.
Keine Rotlichtüberwachung trotz hoher Unfallzahlen
Obwohl Arizona eine der höchsten Raten an Rotlichtunfällen pro Kopf in den USA aufweist, wird Phoenix keine Kameras zur Ahndung von Rotlichtverstößen einsetzen. Dies berichtet der Automobilclub AAA. Bundesweite Daten zeigen, dass 20 Prozent aller tödlichen Unfälle im Bundesstaat auf Rotlichtverstöße zurückzuführen sind.
Matt Wilson, stellvertretender Direktor der Straßenverkehrsabteilung von Phoenix, bestätigte: „Wir haben derzeit keine Rotlichtkameras. Es ist etwas, das wir mit Unterstützung des Stadtrats prüfen, aber wir sind heute nicht an diesem Punkt.“
Faktencheck Rotlichtunfälle
- Arizona: Höchste Rate an Rotlichtunfällen pro Kopf in den USA.
- 20% der tödlichen Unfälle im Bundesstaat involvieren Rotlichtverstöße.
Fokus auf Geschwindigkeitskontrollen
Die Stadt kündigte kürzlich an, dass ab diesem Monat an 17 Straßenabschnitten in Phoenix neue Blitzer aktiviert werden. Diese Kameras werden jedoch ausschließlich Geschwindigkeitsüberschreitungen ahnden, keine Rotlichtverstöße.
Der Stadtrat von Phoenix hatte im Jahr 2024 mit 8 zu 1 Stimmen für die Wiedereinführung der Fotoüberwachung des Verkehrs gestimmt. Dies geschah unter Verweis auf tödliche Unfälle und aggressives Fahrverhalten. Im Juli genehmigte der Rat 12 Millionen US-Dollar für das Programm.
„Wir haben so viele Rotlichtverstöße und so viele Todesfälle gesehen“, sagte die damalige Vizebürgermeisterin Debra Stark während der Abstimmung im Jahr 2024.
Stadträte forderten Rotlichtsicherheit
Mehrere Stadtratsmitglieder hoben die Bedeutung der Rotlichtsicherheit hervor. Stadträtin Ann O’Brien erklärte: „Drei Kreuzungen in meinem Bezirk haben einige der höchsten Raten an Rotlichtunfällen in der Stadt.“ Dies unterstreicht die lokale Relevanz des Problems.
Hintergrund der Entscheidung
Die Stadt Phoenix hatte bereits 2019 ein früheres Rotlichtkamera-Programm beendet. Seitdem argumentieren Sicherheitsbefürworter, dass die Unfallzahlen wieder gestiegen sind. Die jetzige Entscheidung markiert eine Kehrtwende in der Strategie.
Auswirkungen des Kamera-Endes 2019
Joseph D’Aguanno, ein Anwalt für Personenschäden, wies darauf hin, dass die Verletzungen und Todesfälle an Kreuzungen mit Kameras um fast ein Drittel gesunken waren. „Seitdem sind die Zahlen wieder gestiegen“, so D’Aguanno.
Die Phoenix Police Department ist der Ansicht, dass die Bekämpfung von Geschwindigkeitsüberschreitungen das gefährliche Fahrverhalten insgesamt reduzieren kann. Sergeant Jen Zak von der Phoenix Police Department betonte: „Geschwindigkeit spielt oft eine Rolle, aber abgelenktes Fahren ist sehr groß. Deshalb haben wir auch Regeln für das Handyverbot während der Fahrt.“
Gesetzgebung könnte über Kameras entscheiden
Zusätzlich zu den städtischen Entscheidungen gibt es eine Unsicherheit durch Gesetzgebung, die derzeit im Senat von Arizona behandelt wird. Ein Gesetzesentwurf, SCR 1004, könnte die Zukunft von Verkehrskameras in die Hände der Wähler legen.
Republikanische Gesetzgeber treiben diese Resolution voran. Sie würde die Wähler landesweit fragen, ob die Fotoüberwachung des Verkehrs erlaubt sein sollte. Die Maßnahme hat den Ausschuss passiert, muss aber noch das Repräsentantenhaus und den Senat durchlaufen, um auf dem Wahlzettel im November zu erscheinen.
Zahlen zur Verkehrssicherheit
- Verletzungen und Todesfälle sanken an Kreuzungen mit Kameras um fast 33%.
- Nach dem Ende des Programms stiegen die Zahlen wieder an.
Ausblick für die Verkehrssicherheit in Phoenix
Die Entscheidung, keine Rotlichtkameras zu installieren, während Geschwindigkeitskameras eingeführt werden, zeigt eine veränderte Priorität in Phoenix. Die Debatte über die effektivsten Maßnahmen zur Verkehrssicherheit bleibt bestehen. Die Bürger von Arizona könnten bald selbst über die Zukunft der Fotoüberwachung entscheiden.
Die Bemühungen, die Sicherheit auf den Straßen zu erhöhen, sind komplex. Sie umfassen nicht nur technische Lösungen, sondern auch die Aufklärung über abgelenktes Fahren und die Einhaltung von Verkehrsregeln. Die Entwicklung in Phoenix wird von vielen Beobachtern genau verfolgt.




