Mit dem erneuten Wintereinbruch in verschiedenen Regionen Deutschlands rufen Fahrlehrer und Abschleppdienste zur erhöhten Vorsicht auf den Straßen auf. Besonders Glatteis und Schnee erfordern angepasstes Fahrverhalten und eine sorgfältige Fahrzeugvorbereitung, um Unfälle zu vermeiden.
Wichtige Hinweise für den Winter
- Abstand halten und Geschwindigkeit reduzieren.
- Fahrzeug auf Winterbedingungen vorbereiten (Reifen, Flüssigkeiten, freie Sicht).
- Lenkradhaltung 9 und 3 Uhr für Airbag-Sicherheit.
- Immer mit vollem Tank fahren und Notfallausrüstung mitführen.
- Mehr Zeit für Fahrten einplanen.
Fahrschulen betonen Bedeutung winterlicher Fahrpraxis
Für Fahranfänger ist das Fahren bei Schnee und Eis eine wichtige Lernerfahrung. Ein Fahrschüler, Anthony Balfour, der kurz vor seiner Prüfung steht, nutzte das schlechte Wetter gezielt, um sich auf diese Bedingungen vorzubereiten. Er suchte aktiv nach Tipps zum Umgang mit Glatteis und Schnee.
Sein Fahrlehrer, Evan Labell von der New Hampshire Driving Academy, betont die Notwendigkeit dieser Praxis. Er sagt, dass Winterfahrten in Regionen mit starkem Schneefall zum Alltag gehören. Planung und Geduld sind dabei entscheidend.
„Wir alle müssen lernen, im Schnee zu fahren. Das ist hier einfach eine Tatsache des Lebens“, erklärt Labell.
Er rät dazu, mehr Abstand zu anderen Fahrzeugen zu halten und zusätzliche Zeit für Fahrten einzuplanen. So bleibt genügend Spielraum, um sicher am Ziel anzukommen, selbst wenn die Straßenverhältnisse schwierig sind.
Wussten Sie schon?
Die empfohlene Lenkradhaltung hat sich geändert. Früher war 10 und 2 Uhr Standard. Heute wird 9 und 3 Uhr empfohlen. Dies liegt an der Entwicklung von Airbags, die bei einem Aufprall mit bis zu 320 km/h auslösen können und bei falscher Handhaltung zu schweren Verletzungen führen könnten.
Fahrzeugcheck ist im Winter unerlässlich
Neben dem angepassten Fahrverhalten ist die technische Vorbereitung des Fahrzeugs von großer Bedeutung. Abschleppdienste berichten, dass viele Unfälle durch einfache Vorsichtsmaßnahmen vermeidbar wären.
Ein wichtiger Punkt sind die Reifen. Wenn ein Fahrzeug in Kurven zum „Wegrutschen“ neigt, könnte dies ein Zeichen für abgenutzte oder ungeeignete Reifen sein. Eine ausreichende Profiltiefe und der richtige Reifendruck sind entscheidend für den Grip auf winterlichen Straßen.
Flüssigkeiten und Sicht
- Scheibenwischwasser: Der Behälter sollte immer mit frostsicherem Scheibenwischwasser gefüllt sein.
- Kraftstofftank: Ein voller Tank schützt nicht nur vor dem Liegenbleiben, sondern verhindert auch das Einfrieren von Kondenswasser in der Kraftstoffleitung.
- Freie Sicht: Alle Scheiben, Spiegel und Scheinwerfer müssen komplett von Schnee und Eis befreit sein. Ein sogenannter „Gucklochfahrer“ gefährdet sich und andere.
Hintergrund: Die Gefahr von Glatteis
Glatteis ist besonders tückisch, da es oft unsichtbar ist. Es entsteht, wenn Regen auf gefrorene Oberflächen trifft oder wenn sich eine dünne Eisschicht auf der Fahrbahn bildet. Die Reibung zwischen Reifen und Fahrbahn reduziert sich drastisch, was zu einem plötzlichen Verlust der Kontrolle führen kann. Besonders gefährlich sind Brücken, Waldabschnitte und schattige Bereiche, wo Glatteis länger bestehen bleibt.
Notfallausrüstung und allgemeine Vorsicht
Die Crews der Abschleppdienste raten, auch erfahrene Fahrer sollten die Gefahren winterlicher Straßen nicht unterschätzen. Selbst bei geringem Schneefall können sich Eisflächen bilden, die unerwartet auftreten.
Eine Notfallausrüstung im Auto kann in kritischen Situationen entscheidend sein. Dazu gehören beispielsweise Decken, eine Schaufel, Starthilfekabel und Warnleuchten oder -dreiecke. Ein aufgeladenes Mobiltelefon ist ebenfalls unverzichtbar.
Anthony Balfour fasst seine Einstellung zum Winterfahren so zusammen: „Ich fühle mich ziemlich gut, solange es nicht zu viel ist. Wenn es viel ist, muss man definitiv extra vorsichtig sein.“ Diese Haltung sollte jeder Autofahrer übernehmen, unabhängig von der Fahrpraxis.
Im Winter ist jede Fahrt eine Lektion. Es geht darum, wachsam zu bleiben und jederzeit auf wechselnde Bedingungen reagieren zu können. Nur so lassen sich die Risiken minimieren und die Sicherheit auf den Straßen gewährleisten.




