Bei eisigen Temperaturen von bis zu -25 Grad Celsius stellen Elektrofahrzeuge besondere Herausforderungen dar. Ein umfassender Wintertest in der Inneren Mongolei hat nun gezeigt, welche Modelle unter extremen Bedingungen bestehen und wo die Schwachstellen liegen. Insgesamt 67 verschiedene Elektroautos wurden auf Herz und Nieren geprüft, um ihre Leistung bei extremer Kälte zu bewerten.
Wichtige Erkenntnisse
- Reichweitenverlust: Selbst Spitzenmodelle verlieren fast die Hälfte ihrer Reichweite bei extremer Kälte.
- Ladezeiten: Einige neue chinesische Marken laden bei Kälte überraschend schnell.
- Effizienz: Kleinere, leichtere Fahrzeuge zeigen die beste Energieeffizienz.
- Guinness-Weltrekord: Der Test war der größte Winterautotest aller Zeiten.
Der größte Winterautotest der Welt
Die Veranstaltung in Yakeshi, Innere Mongolei, setzte einen neuen Guinness-Weltrekord als der größte Winterautotest, der jemals durchgeführt wurde. Das Team von Autohome, einer führenden chinesischen Automobil-Website, führte diesen Mammuttest durch. Die Auswahl der Fahrzeuge war breit gefächert, von Kleinwagen für etwa 8.300 US-Dollar bis hin zu Luxusfahrzeugen, die über 275.000 US-Dollar kosteten.
Extreme Kälte ist traditionell ein Feind von Elektrofahrzeugen. Die chemischen Reaktionen in den Batterien verlangsamen sich, was zu einer geringeren Energiespeicherkapazität und längeren Ladezeiten führt. Die Tester stellten die Fahrzeuge vor sieben anspruchsvolle Aufgaben, um herauszufinden, welche Hersteller diese Probleme am besten gelöst haben.
Faktencheck
- Testort: Yakeshi, Innere Mongolei
- Temperatur: Bis zu -25 Grad Celsius
- Anzahl der Fahrzeuge: 67 verschiedene Modelle
- Herausforderungen: 7 rigorose Tests, darunter Reichweite und Ladezeit
Reichweite im Frost: Wer hält durch?
Für viele Käufer ist die tatsächliche Reichweite im Winter der wichtigste Faktor. In dieser Kategorie zeigte der XPeng P7 (AWD) die beste Leistung. Er erreichte 53,9 % seiner offiziell angegebenen Reichweite, trotz der eisigen Temperaturen.
Dicht dahinter folgte der Yangwang U7 von BYD mit 51,8 %. Der Zeekr 001 sicherte sich mit 49,6 % den dritten Platz. Diese Ergebnisse zeigen, dass selbst die besten Modelle bei extremer Kälte fast die Hälfte ihrer Reichweite einbüßen.
„Die Ergebnisse sind ein klares Signal an die Hersteller, dass die Wintertauglichkeit der Batterien weiter verbessert werden muss. Kunden in kalten Regionen brauchen Verlässlichkeit.“
Nicht alle bekannten Marken schnitten gleichermaßen gut ab. Der Tesla Model Y (AWD) landete auf dem 31. Platz und erreichte nur 35,2 % seiner versprochenen Reichweite. Das Li Auto L8 schnitt unter den reinen Elektrofahrzeugen am schlechtesten ab, mit einer Reichweite von nur 34,8 %.
Effizienz unter Null
Die Effizienz ist ein weiterer entscheidender Aspekt für Elektroautos. Dieser Test maß, wie viele Kilowattstunden Strom ein Auto benötigte, um 100 Kilometer zurückzulegen. Wenig überraschend zeigten kleine, leichte Autos hier die besten Leistungen. Der BYD Seagull gewann mit einem Verbrauch von 23,5 kWh pro 100 km.
Der Geely Xingyuan folgte dicht dahinter auf dem zweiten Platz, und der BYD Seal 06 belegte den dritten Rang. Bei den größeren SUVs verbrauchte der neue Xiaomi YU7 33,7 kWh, was leicht besser war als sein Hauptkonkurrent, der Tesla Model Y, der 34,9 kWh benötigte.
Hintergrundinformationen
Die chemischen Prozesse in Lithium-Ionen-Batterien sind temperaturempfindlich. Bei niedrigen Temperaturen verlangsamen sich die Ionenbewegungen, was den Innenwiderstand erhöht und die verfügbare Energie reduziert. Dies führt zu einer geringeren Reichweite und langsameren Ladezeiten. Hersteller arbeiten intensiv an Batteriemanagementsystemen und Heizlösungen, um diese Effekte zu minimieren.
Ladezeiten im eisigen Wind
Das Aufladen eines Autos bei Schneesturm ist keine angenehme Erfahrung, daher ist die Ladegeschwindigkeit im Winter von großer Bedeutung. Die Tester maßen die Zeit, die benötigt wurde, um die Batterie von 30 % auf 80 % zu laden. Der Avatr 07 überraschte alle, indem er diese Aufgabe in nur 15 Minuten erledigte.
Weitere schnelle Lader waren der Nevo 06 und der Fulwin A9L. Auf der anderen Seite benötigte der Xiaomi YU7 31 Minuten, um die 80 %-Marke zu erreichen, und der Tesla Model Y brauchte 35 Minuten.
Es wird deutlich, dass einige der neueren chinesischen Marken einen starken Fokus darauf legen, ihre Batterien auch bei Kälte schnell laden zu lassen. Das Xiaomi SU7-Modell fehlte zwar bei der Veranstaltung, aber sein SUV-Geschwistermodell, der YU7, gab einen guten Einblick in die Leistungsfähigkeit der Marke.
- Schnellste Lader: Avatr 07 (15 Minuten), Nevo 06, Fulwin A9L
- Langsamere Lader: Xiaomi YU7 (31 Minuten), Tesla Model Y (35 Minuten)
Fazit des Wintertests
Der umfassende Test hat gezeigt, dass Elektrofahrzeuge große Fortschritte gemacht haben. Dennoch beeinträchtigt Kälte ihre Leistung erheblich. Selbst die besten Modelle verloren fast die Hälfte ihrer Reichweite im Frost der Inneren Mongolei. Für Fahrer in kalten Klimazonen sind diese Ergebnisse eine wertvolle Orientierungshilfe bei der Auswahl eines Fahrzeugs, das sie auch bei Schnee und Eis nicht im Stich lässt.
Die fortlaufende Entwicklung von Batterietechnologien und intelligenten Thermomanagementsystemen ist entscheidend, um Elektroautos für alle Klimazonen uneingeschränkt nutzbar zu machen. Die Diskrepanz zwischen offizieller und tatsächlicher Winterreichweite bleibt eine Herausforderung, die die Hersteller weiter angehen müssen.




