Ferrari plant, seinen ersten vollelektrischen Sportwagen unter dem Namen 'Luce' auf den Markt zu bringen. Dieser Name, der im Italienischen 'Licht' bedeutet, trägt jedoch eine unerwartete historische Last. Er wurde bereits vor fast 60 Jahren von einem anderen Automobilhersteller als Flaggschiffmodell verwendet.
Die Entscheidung von Ferrari, einen bereits genutzten Namen wiederzubeleben, ist Teil einer breiteren Strategie in der Automobilindustrie. Viele Hersteller greifen auf alte Bezeichnungen zurück, um Nostalgie zu wecken und eine emotionale Verbindung zu ihren neuen Modellen herzustellen. Dies soll potenzielle Käufer ansprechen, die eine bestimmte Ära mit dem Namen verbinden.
Wichtige Erkenntnisse
- Ferrari verwendet den Namen 'Luce' für sein erstes Elektrofahrzeug.
- Der Name 'Luce' wurde erstmals 1966 von Mazda für ein Flaggschiffmodell genutzt.
- Giorgetto Giugiaro von Bertone entwarf das Original Mazda Luce.
- Die Wiederverwendung alter Namen ist ein Trend in der Automobilbranche.
- Ferrari plant bis Ende des Jahrzehnts 20 neue Modelle.
Die Ursprünge des Namens 'Luce'
Der Name 'Luce' tauchte erstmals am 20. August 1966 auf. Mazda führte damals sein neues Flaggschiffmodell ein, eine Limousine mit Hinterradantrieb. Das Design stammte von Giorgetto Giugiaro, einem renommierten Designer des italienischen Designhauses Bertone. Dies verlieh dem Fahrzeug eine elegante und zeitlose Ästhetik.
Die Mazda Luce-Reihe erweiterte sich im Oktober 1969 um ein besonders bemerkenswertes Modell: das Luce Rotary Coupé. Von diesem atemberaubenden Coupé wurden weniger als 1.000 Einheiten produziert. Eine Besonderheit war die Kombination aus Kreiskolbenmotor und Frontantrieb, eine Konfiguration, die Mazda später in dieser Form nicht mehr einsetzte.
Interessanter Fakt
Der Mazda Luce wurde bis 1991 verkauft und trug je nach Exportmarkt verschiedene Namen wie 929 oder RX-4. Für den südkoreanischen Markt wurde er sogar als Kia Potentia umbenannt.
Ein Blick auf die technische Entwicklung
Die frühen Luce-Modelle zeigten Mazdas Innovationsgeist. Der Kreiskolbenmotor im Rotary Coupé war ein technologisches Highlight der damaligen Zeit. Obwohl die Kombination aus Kreiskolbenmotor und Frontantrieb nicht wiederholt wurde, setzte Mazda später weiterhin auf den Kreiskolbenmotor, beispielsweise im MX-30 e-Skyactiv R-EV. Dort dient der Kreiskolbenmotor jedoch als Generator zur Ladung der Batterie und treibt nicht direkt die Räder an.
Im Laufe seiner Produktionszeit erfuhr der Mazda Luce verschiedene Weiterentwicklungen. Die HC-Generation, die bis 1991 gebaut wurde, erhielt sogar Mazdas ersten V6-Motor. Nach dem Ende der Luce-Produktion trat der Sentia als direkter Nachfolger auf, während die Luxusmarke Eunos den Cosmo präsentierte.
„Die Wahl eines Namens wie 'Luce' durch Ferrari, der bereits eine reiche Geschichte bei einem anderen Hersteller hat, zeigt den Wunsch, Tradition und Innovation zu verbinden.“
Ferraris neue Strategie
Ferrari hat offiziell bestätigt, dass der Name 'Luce' für sein erstes Elektrofahrzeug verwendet wird. Der Name bedeutet im Italienischen nicht nur 'Licht', sondern kann auch 'Erleuchtung' signalisieren. Dies deutet auf eine neue Ära und möglicherweise eine veränderte Namensstrategie für zukünftige Modelle des italienischen Sportwagenherstellers hin.
Für Ferrari ist dies ein entscheidender Schritt in die Elektromobilität. Das Unternehmen plant, in diesem Jahr vier weitere Modelle einzuführen und bis zum Ende des Jahrzehnts insgesamt 20 neue Fahrzeuge auf den Markt zu bringen. Diese ehrgeizige Roadmap unterstreicht die Transformation, die der Hersteller durchläuft.
Historischer Kontext
Es ist nicht das erste Mal, dass Ferrari einen Namen oder einen Namensbestandteil mit anderen Marken teilt. Beispiele hierfür sind der Ferrari 250/750 Monza und der Chevrolet Monza oder der Ferrari California und der Volkswagen California. Auch Suffixe wie GT, GTA, GTC, GTS oder Spider wurden von verschiedenen Herstellern genutzt.
Der Trend zur Namenswiederbelebung
Die Wiederverwendung alter Namen ist ein klarer Trend in der Automobilindustrie. Hersteller wie Ford mit dem Capri oder Mitsubishi mit dem Eclipse haben bereits versucht, die Magie vergangener Modelle auf neue Fahrzeuge zu übertragen. Oftmals gibt es jedoch nur wenige Gemeinsamkeiten zwischen dem Original und seinem modernen Nachfolger.
Für Ferrari könnte die Wahl von 'Luce' eine Möglichkeit sein, eine Brücke zwischen der glorreichen Vergangenheit und der elektrischen Zukunft zu schlagen. Der Name selbst hat eine gewisse Eleganz und symbolisiert gleichzeitig den Beginn einer neuen, 'erleuchteten' Ära für die Marke. Es bleibt abzuwarten, wie das erste Elektro-Ferrari-Modell die Erwartungen erfüllen wird und ob der Name Luce tatsächlich eine neue Identität prägen kann.
- Ferrari setzt auf Elektromobilität als Zukunftsweg.
- Die Namenswahl spiegelt eine Kombination aus Tradition und Fortschritt wider.
- Die Branche experimentiert mit Nostalgie, um neue Modelle zu bewerben.




