Die Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge in den USA hat im dritten Quartal 2025 einen neuen Meilenstein erreicht. Mit mehr als 4.000 neu installierten Gleichstrom-Schnellladeanschlüssen (DC) stieg die Gesamtzahl landesweit auf über 64.000. Trotz eines leichten saisonalen Rückgangs bei der Installationsgeschwindigkeit zeigt der Markt deutliche Anzeichen einer fortschreitenden Reifung, bei der Zuverlässigkeit und Wartung zunehmend in den Vordergrund rücken.
Wichtige Erkenntnisse
- Die Gesamtzahl der DC-Schnellladeanschlüsse in den USA überschritt im dritten Quartal 2025 die Marke von 64.400.
- Obwohl über 4.000 neue Anschlüsse hinzukamen, verlangsamte sich das Wachstum im Vergleich zum Vorquartal leicht.
- Tesla bleibt mit einem Anteil von 45 % an den Neuinstallationen Marktführer, doch regionale Anbieter gewinnen an Bedeutung.
- Die Zuverlässigkeit der Ladestationen verbesserte sich landesweit geringfügig auf 92,3 %.
- Der durchschnittliche Ladepreis stieg leicht auf 0,49 US-Dollar pro Kilowattstunde.
Ein Netz im stetigen Wandel
Die Elektromobilität in den Vereinigten Staaten wird durch ein immer dichteres Netz an Lademöglichkeiten unterstützt. Aktuelle Daten zeigen, dass die Zahl der öffentlichen DC-Schnellladeanschlüsse bis Ende des dritten Quartals 2025 auf 64.486 gestiegen ist. Diese sind auf insgesamt 12.375 Ladestationen im ganzen Land verteilt.
Im Zeitraum von Juli bis September wurden 4.061 neue Anschlüsse an 699 neuen Standorten in Betrieb genommen. Dies entspricht einem leichten Rückgang von 7,7 % bei den Anschlüssen und 12 % bei den Stationen im Vergleich zum zweiten Quartal. Experten führen diese Entwicklung auf saisonale Schwankungen zurück, die bereits im Vorjahr zu beobachten waren, und erwarten für das vierte Quartal wieder ein stärkeres Wachstum.
Größere Ladeparks werden zur Norm
Ein klarer Trend geht hin zu größeren Ladestationen. Mittlerweile verfügen 27 % aller Standorte über acht oder mehr Ladeplätze. Dieser Anstieg von 23 % im Vorquartal zeigt, dass Betreiber auf eine höhere Kapazität setzen, um Wartezeiten zu reduzieren und die wachsende Zahl von Elektrofahrzeugen zu bewältigen.
Trotz der leichten Verlangsamung im Sommer bleiben die Prognosen optimistisch. Bis Ende 2025 wird mit einem Zuwachs von insgesamt rund 16.700 neuen Ladeanschlüssen gerechnet. Frühe Daten aus dem Oktober deuten bereits auf eine Wiederbelebung des Ausbaus hin.
Marktanteile in Bewegung
Der Wettbewerb unter den Ladeinfrastrukturanbietern ist intensiv, wobei Tesla weiterhin eine dominante Rolle spielt. Das Unternehmen war für die Installation von 1.820 neuen Anschlüssen im dritten Quartal verantwortlich, was fast 45 % aller Neuzugänge in den USA ausmacht.
Hinter dem Branchenführer positionieren sich andere große Netzwerke wie ChargePoint mit 300, Electrify America mit 164 und EV Connect mit 146 neuen Anschlüssen. Eine bemerkenswerte Entwicklung ist das starke Wachstum kleinerer und regionaler Betreiber. Zusammengenommen steuerten sie 21 % der neuen Ladeanschlüsse bei, was auf eine zunehmende Diversifizierung des Marktes hindeutet.
Regionale Unterschiede und neue Akteure
Jeder Bundesstaat hat im letzten Quartal mindestens eine neue Schnellladestation erhalten. Kalifornien führt die Liste mit 108 neuen Standorten an, gefolgt von Texas, New York, Florida und Illinois.
Aufstrebende Netzwerke
Das von sieben Automobilherstellern gegründete Netzwerk Ionna eröffnete 12 neue Stationen mit 132 Anschlüssen. Das in Michigan ansässige Unternehmen Red E sicherte sich mit 215 neuen Anschlüssen den dritten Platz und expandierte in 18 Bundesstaaten, unter anderem durch neue Standorte an Aldi-Supermärkten.
Diese Entwicklungen zeigen, dass der Markt nicht mehr nur von wenigen nationalen Anbietern geprägt wird. Regionale Initiativen und neue Kooperationen tragen maßgeblich zur Verdichtung des Ladenetzes bei.
Zuverlässigkeit wird zum entscheidenden Faktor
Mit der wachsenden Zahl an Ladestationen rückt deren Funktionsfähigkeit immer stärker in den Fokus. Die allgemeine Zuverlässigkeit, gemessen an erfolgreichen Ladevorgängen und der Betriebszeit, hat sich im dritten Quartal leicht von 92,1 % auf 92,3 % verbessert.
In 32 Bundesstaaten wurde eine Verbesserung der Zuverlässigkeit verzeichnet, während sie in 15 Staaten sank. Oklahoma zeigte mit einem Anstieg von 4,4 Prozentpunkten die größte Verbesserung, bleibt aber mit 73,3 % das Schlusslicht im landesweiten Vergleich. Dies verdeutlicht, dass die Zuverlässigkeit weniger von der geografischen Lage als vielmehr von der Leistung des Betreibers, dem Alter der Anlagen und proaktiver Wartung abhängt.
"Der Fokus verschiebt sich eindeutig vom reinen Aufbau hin zur Instandhaltung. Betreiber, die in präventive Wartung, schnelle Reaktionszeiten bei Ausfällen und hochwertige Software investieren, werden langfristig das Vertrauen der Fahrer gewinnen."
Da immer mehr staatlich geförderte Ladestationen ans Netz gehen, wird die Gewährleistung eines reibungslosen Betriebs zur zentralen Herausforderung für die gesamte Branche.
Nutzung und Preisentwicklung
Die Hauptreisezeit im Sommer führte zu einer erhöhten Nachfrage an den Schnellladestationen. In 45 Bundesstaaten stieg die Auslastung der Ladepunkte. Besonders touristisch geprägte Routen in Staaten wie Maine, Montana und New York verzeichneten einen deutlichen Anstieg der Nutzung.
Gleichzeitig beeinflusst die Öffnung des Tesla-Supercharger-Netzwerks für Fahrzeuge anderer Marken das Verhalten der Nutzer. Einige Ladestationen von Drittanbietern verzeichneten leichte Rückgänge in der Auslastung. Dies deutet darauf hin, dass Fahrer zunehmend die als sehr zuverlässig geltenden Tesla-Stationen nutzen, wenn diese verfügbar sind.
Die durchschnittlichen Kosten für das Schnellladen stiegen landesweit um einen Cent auf 0,49 US-Dollar pro Kilowattstunde. Die Preise variieren dabei erheblich:
- Teuerster Staat: Hawaii mit 0,85 $/kWh
- Günstigster Staat: Nebraska mit 0,42 $/kWh
Obwohl einige Betreiber im Sommer mit Rabatten warben, konnte kein direkter Zusammenhang zwischen niedrigeren Preisen und einer höheren Nutzung festgestellt werden. Die zukünftige Preisentwicklung wird von den Stromgroßhandelspreisen, der Nachfrage und dem Wettbewerb unter den Anbietern abhängen.




