Ein prominenter Tesla-Investor äußert große Bedenken hinsichtlich der Zukunft des Elektroautoherstellers. Ross Gerber, der Gründer von Gerber Kawasaki Wealth & Investment Management, warnt vor einem entscheidenden Jahr 2026 für Tesla. Er sieht die autonome Fahrtechnologie des Unternehmens als größten Unsicherheitsfaktor und kritisiert Elon Musks Fokus auf andere Projekte.
Wichtige Punkte
- Ross Gerber, ein früher Tesla-Befürworter, äußert Bedenken für 2026.
- Die autonome Fahrtechnologie ist für ihn Teslas größtes Problem.
- Gerber kritisiert Musks Abwesenheit und seine strategischen Entscheidungen.
- Er sieht Waymo als führend im Bereich des autonomen Fahrens.
- Musks öffentliches Image könnte die Nachfrage negativ beeinflussen.
Gerbers Wandel: Vom Befürworter zum Kritiker
Ross Gerber war einst ein starker Unterstützer von Tesla und Elon Musk. In den letzten Jahren hat sich seine Meinung jedoch deutlich gewandelt. Er ist nun ein offener Kritiker des Unternehmens und seines CEOs. Gerber fordert öffentlich Musks Rücktritt und bemängelt dessen Engagement in anderen Unternehmungen, wie seiner früheren Rolle im Department of Government Efficiency und dem Kauf von X.
Diese Ablenkungen, so Gerber, hätten Tesla ein entscheidendes Jahr gekostet. Besonders im hart umkämpften Markt für autonomes Fahren habe Tesla dadurch an Boden verloren. Während Musk sich anderen Projekten widmete, konnten Wettbewerber ihre Position festigen und ausbauen.
Fakten zum autonomen Fahren
- Waymo: Das Google-Tochterunternehmen setzt auf LiDAR-Technologie und hat seinen Dienst in US-Städten stark erweitert.
- Tesla: Verlässt sich primär auf Kameras und Künstliche Intelligenz für seine Full Self-Driving (FSD)-Funktion.
- Marktprognosen: Der globale Markt für autonome Fahrzeuge wird voraussichtlich bis 2030 ein Volumen von mehreren hundert Milliarden US-Dollar erreichen.
Autonomes Fahren: Teslas größte Herausforderung
Für Gerber ist die autonome Fahrtechnologie (FSD) das zentrale Problem von Tesla. Er sieht darin den größten Risikofaktor für die Investoren. Die Erwartungen an Teslas Selbstfahrfunktionen sind hoch, doch die Realität hinkt nach Gerbers Einschätzung hinterher.
Er betont, dass Tesla mit seinen aktuellen Fortschritten nicht mit Konkurrenten wie Waymo mithalten kann. Waymo, eine Tochtergesellschaft von Alphabet, hat seine Präsenz in verschiedenen US-Städten rasch ausgebaut. Dies führt Gerber auf Waymos Einsatz der LiDAR-Technologie zurück, die die Sicherheit der Fahrzeuge auf der Straße erhöht.
„Das Jahr, das Elon von Tesla fernblieb, hat Tesla wirklich ein Jahr gekostet“, sagte Gerber. „Waymo hat sich in unserer Region schnell ausgebreitet.“
Gerber ist überzeugt, dass Tesla durch den Einsatz von zusätzlichen Sensoren und einer Verbesserung des Hardwaresystems die vollständige Selbstfahrfunktion kurzfristig realisieren könnte. Er glaubt jedoch, dass Musk weiterhin auf seine Strategie mit KI und Kameras setzen wird, was das Unternehmen teuer zu stehen kommen könnte.
Hintergrund: LiDAR vs. Kameras
LiDAR (Light Detection and Ranging) ist eine Methode zur Entfernungsmessung mittels Laserpulsen. Sie erstellt präzise 3D-Karten der Umgebung, ist aber teuer. Kameras sind günstiger und liefern detaillierte visuelle Informationen, benötigen aber komplexe KI zur Interpretation. Elon Musk hat sich entschieden, bei Tesla primär auf Kameras und KI zu setzen, während viele andere Hersteller und Entwickler autonomer Fahrzeuge LiDAR als unverzichtbar ansehen.
Das entscheidende Jahr 2026 und Musks öffentliche Wahrnehmung
Gerber prophezeit, dass 2026 ein entscheidendes Jahr für Tesla wird. Musk müsse dann handfeste Ergebnisse seiner vielen Initiativen vorweisen, sonst drohe eine negative Reaktion des Marktes. Die Investoren erwarten konkrete Fortschritte bei den hochgesteckten Zielen des Unternehmens, insbesondere im Bereich des autonomen Fahrens.
Obwohl Musk die Selbstfahrtechnologie als die Zukunft von Tesla bezeichnet, haben sich die Verkaufszahlen der FSD-Option bisher als enttäuschend erwiesen. Gerber sieht Alphabet, die Muttergesellschaft von Google und Waymo, als die bessere Investition für den Markt des autonomen Fahrens an. Waymos Vorsprung und Alphabets finanzielle Ressourcen geben dem Unternehmen einen klaren Vorteil.
Ein weiteres Problem, das Gerber anspricht, ist Musks öffentliches Image. Er glaubt, dass Musks Ausflüge in die Politik und seine kontroversen Ansichten das Markenimage von Tesla nachhaltig beschädigt haben. Selbst wenn Tesla technologisch aufholen sollte, könnte die negative Wahrnehmung des CEOs die Kunden davon abhalten, Produkte des Unternehmens zu wählen.
- Musks Image: Nach Gerbers Ansicht hat Musks Image seit seinen politischen Äußerungen gelitten.
- Wettbewerb: Auch bei autonomen Taxis gäbe es viele Alternativen, die Kunden aufgrund des Images bevorzugen könnten.
- Roboter-Nachfrage: Gerber äußert zudem starke Zweifel an der Nachfrage nach Teslas humanoiden Robotern.
Zweifel an Zukunftsprojekten
Neben dem autonomen Fahren und Musks Image hegt Gerber auch erhebliche Zweifel an der Realisierbarkeit und der Nachfrage nach Teslas humanoiden Robotern. Musk hat behauptet, diese Roboter könnten Armut eliminieren und sogar Operationen durchführen. Gerber sieht diese Behauptungen jedoch skeptisch. Tesla selbst hat auf eine Anfrage zu diesen Bedenken bisher nicht reagiert.
Die kommenden Jahre werden zeigen, ob Tesla die Erwartungen erfüllen und die Herausforderungen im Bereich des autonomen Fahrens meistern kann. Die Augen der Investoren und der Öffentlichkeit sind auf Elon Musk und seine Entscheidungen gerichtet.




