Die Mutter eines 20-jährigen Mannes, der bei einem Unfall in einem Tesla Model Y ums Leben kam, hat eine Klage gegen den Fahrzeughersteller eingereicht. Der junge Mann soll nach dem Aufprall im brennenden Fahrzeug gefangen gewesen sein und konnte die Türen nicht öffnen. Dieser Vorfall wirft erneut Fragen über die Sicherheit der elektronischen Türsysteme von Tesla auf.
Wichtige Punkte
- Samuel Tremblett, 20, starb in einem brennenden Tesla Model Y.
- Er konnte die Türen nach dem Unfall nicht öffnen.
- Die Familie hat Tesla wegen fehlerhafter Türsysteme verklagt.
- Die Notentriegelung im Fond ist schwer zugänglich und unklar gekennzeichnet.
- Die US-Verkehrssicherheitsbehörde untersucht bereits ähnliche Vorfälle.
Tragischer Unfall in Massachusetts
Der Vorfall ereignete sich in Easton, einer kleinen Stadt südlich von Boston. Samuel Tremblett war mit seinem 2021er Tesla Model Y gegen einen Baum geprallt. Nach dem Aufprall war er laut Gerichtsdokumenten noch am Leben. Er wählte den Notruf 911 und schilderte verzweifelt seine Lage.
Ein Transkript des Anrufs zeigt, wie Tremblett versuchte, Hilfe zu bekommen. Er sagte, er sei in einen Autounfall verwickelt und könne nicht herauskommen. Die Situation wurde dramatisch, als das Fahrzeug Feuer fing. „Ich kann nicht raus, bitte helfen Sie mir. Ich kann nicht atmen… Es brennt… Ich werde sterben“, soll er gesagt haben.
Faktencheck
- Opferalter: 20 Jahre
- Fahrzeugmodell: Tesla Model Y (Baujahr 2021)
- Unfallort: Route 138, Easton, Massachusetts
- Feuerlöschung: Vier Stunden bis zur vollständigen Kontrolle des Brandes
- Explosionen: Vier Explosionen innerhalb der ersten 10 Minuten
Klage gegen Tesla eingereicht
Die Mutter des Verstorbenen hat die Klage letzte Woche bei einem Bundesgericht in Massachusetts eingereicht. Sie macht geltend, dass die elektronischen Türgriffe des Tesla Model Y nach einem Unfall möglicherweise nicht mehr funktionieren. Dies hätte Tremblett daran gehindert, das Fahrzeug zu verlassen.
Die Klageschrift besagt, dass Tremblett „katastrophale thermische Verletzungen“ und Rauchvergiftung erlitt. Sein Körper wurde später auf dem Rücksitz des Model Y gefunden. Er konnte die Türen nach dem Aufprall nicht öffnen und erlag dem Feuer, bevor Rettungskräfte ihn erreichen konnten.
„Ich bin in einem Autounfall gefangen“, sagte Tremblett am Telefon. „Ich kann nicht raus, bitte helfen Sie mir. Ich kann nicht atmen… Es brennt… Ich werde sterben.“
Probleme mit elektronischen Türsystemen
Die Klage hebt hervor, dass die elektronischen Außentürgriffe des Tesla Model Y bei einem Unfall versagen können. Darüber hinaus sei die mechanische Notentriegelung im Inneren nicht klar gekennzeichnet und schwer zu finden. Dies ist besonders problematisch im Fond des Fahrzeugs, wo die Notentriegelung unter einer Plastikverkleidung in der Türtasche verborgen ist.
Viele Besitzer oder Passagiere eines Model Y wissen möglicherweise nicht, dass sich dort ein einfacher Kabelzug zur Notentriegelung befindet. Diese mangelnde Sichtbarkeit und Zugänglichkeit könnte in Notsituationen entscheidend sein.
Hintergrund der Debatte
Die Diskussion über die Sicherheit von Tesla-Türsystemen ist nicht neu. Es gab bereits Berichte über ähnliche Vorfälle, bei denen Insassen in brennenden Fahrzeugen eingeschlossen waren. Kritiker fordern seit Langem eine verbesserte Kennzeichnung und Zugänglichkeit der Notentriegelungen.
Wachsende regulatorische Bedenken
Ein aktueller Bericht von Bloomberg nennt mindestens 15 Todesfälle in den USA, die bei Tesla-Unfällen auftraten, bei denen die Türen nicht geöffnet werden konnten. Diese Zahlen verdeutlichen die Ernsthaftigkeit der Situation und den dringenden Handlungsbedarf.
Die Bedenken hinsichtlich der elektronischen Türgriffe haben in China bereits zu einem Verbot geführt. Es ist möglich, dass weitere Länder diesem Beispiel folgen könnten. Die US-Verkehrssicherheitsbehörde (NHTSA) kündigte im September an, mögliche Mängel an bestimmten Model Y-Fahrzeugen zu untersuchen. Diese Untersuchungen betreffen Fälle, in denen die äußeren Türgriffe nach Kollisionen angeblich versagten.
Gesetzgebung in Sicht?
Ein US-Gesetzgeber hat einen Gesetzesentwurf vorgeschlagen, der manuelle Türfreigaben in neuen Fahrzeugen vorschreiben würde. Dies soll Rettungskräften einen zuverlässigen Zugang ermöglichen, wenn die Stromversorgung ausfällt. Eine solche Regelung könnte die Sicherheit erheblich verbessern und ähnliche Tragödien in der Zukunft verhindern.
Die Automobilindustrie steht unter Druck, sicherzustellen, dass Fahrzeuge auch nach einem Unfall sichere Ausstiegsmöglichkeiten bieten. Die jüngste Klage gegen Tesla und die laufenden Untersuchungen der Behörden unterstreichen die Notwendigkeit robuster und intuitiver Notfallsysteme in allen modernen Fahrzeugen.




