Fahrer, die im vergangenen Jahr im Bexar County, Texas, von automatisierten Geschwindigkeitskameras erfasst wurden, könnten bald eine wichtige Entscheidung über die Gültigkeit ihrer Strafzettel erhalten. Eine neue Stellungnahme des Generalstaatsanwalts von Texas, Ken Paxton, stellt die rechtliche Grundlage dieser Verkehrsüberwachungssysteme in Frage. Dies könnte weitreichende Konsequenzen für Tausende von Autofahrern haben, die bereits Verwarnungen oder Bußgelder per Post erhalten haben.
Wichtigste Erkenntnisse
- Der Generalstaatsanwalt von Texas erklärt, dass Kreispolizisten keine Befugnis für automatisierte Geschwindigkeitskameras haben.
- Tausende von Strafzetteln, die per Post verschickt wurden, könnten rechtlich ungültig sein.
- Die Kameras wurden im Januar 2025 von Constable Mark Vojvodich im Bexar County eingeführt.
- Staatsanwälte im Bexar County haben Gerichte angewiesen, Anhörungen zu diesen Fällen auszusetzen.
- Das weitere Vorgehen bei bereits bezahlten oder anhängigen Strafzetteln ist noch unklar.
Rechtliche Ungültigkeit automatisierter Verkehrsüberwachung
Die jüngste Stellungnahme des Generalstaatsanwalts Ken Paxton stellt klar, dass Kreispolizisten in Texas keine gesetzliche Befugnis besitzen, automatisierte oder fotografische Verkehrsüberwachungssysteme zur Ausstellung von Geschwindigkeitsübertretungen per Post zu nutzen. Gemäß der Stellungnahme erfordert das texanische Gesetz eine rechtmäßige Verkehrskontrolle. Es ermächtigt weder Landkreise noch Konstabler, sich auf automatisierte Durchsetzung zu verlassen, es sei denn, es liegt eine ausdrückliche gesetzgeberische Genehmigung vor.
Diese Entscheidung ist das Ergebnis einer einjährigen Kontroverse. Das Programm wurde im Januar 2025 von Constable Mark Vojvodich vom Bexar County Precinct 3 entlang wichtiger Autobahnen eingeführt. Die Kameras sollten die Verkehrssicherheit in als unfallträchtig eingestuften Gebieten wie U.S. 281, Loop 1604 und Interstate 10 erhöhen.
Faktencheck
- Start des Programms: Januar 2025 im Bexar County.
- Erkannte Fahrzeuge (Mitte Februar): Über 47.000.
- Fahrzeuge über Tempolimit: Etwa 4.000.
- Ausgestellte Strafzettel: 367 (Stand Mitte Februar).
Kritik und Bedenken von Anfang an
Die Einführung des Kamerasystems stieß schnell auf Kritik. Fahrer, Gesetzgeber und Staatsanwälte äußerten Bedenken. Die Kameras konnten bis zu fünf Fahrspuren gleichzeitig scannen und Bilder des Gesichts und des Nummernschilds eines rasenden Fahrers erfassen. Zunächst wurden nur Warnungen verschickt. Ab Februar begann das System jedoch, Strafzettel per Post auszustellen, ohne dass eine Interaktion zwischen Strafverfolgungsbeamten und Autofahrern stattfand.
Mitte Februar hatte das System bereits über 47.000 Fahrzeuge erfasst. Davon überschritten etwa 4.000 die Geschwindigkeitsbegrenzung. Laut Angaben des Constable-Büros wurden 367 Geschwindigkeitsübertretungen ausgestellt. Die meisten betrafen Fahrer, die "weit über" dem vorgeschriebenen Limit unterwegs waren.
"Unsere Verantwortung ist es, sicherzustellen, dass die Durchsetzungspraktiken die gesetzlichen Grenzen und die verfassungsmäßigen Rechte unserer Bewohner respektieren."
Der Ruf nach Klärung durch den Bezirksstaatsanwalt
Im späten Februar forderte der Bezirksstaatsanwalt des Bexar County, Joe Gonzales, Paxton formell auf, die Rechtmäßigkeit des Systems zu prüfen. Gonzales äußerte Bedenken, dass die Kameras "die Rechte der texanischen Bürger untergraben" könnten. Er wies darauf hin, dass den Staatsanwälten eine klare rechtliche Grundlage für die Verfolgung der Fälle fehlte.
In seinem Antrag argumentierte Gonzales, dass das texanische Gesetz Kreisbeamte nicht zur Nutzung automatisierter Verkehrsüberwachungssysteme ermächtigt. Er verwies auf eine Stellungnahme des Generalstaatsanwalts aus dem Jahr 2016, die zu einem ähnlichen Ergebnis kam. Er äußerte auch Bedenken hinsichtlich des ordnungsgemäßen Verfahrens und stellte die Beschaffung der Ausrüstung in Frage. Er bemerkte, dass das System nicht vom Bexar County Commissioners Court genehmigt wurde.
Hintergrund der Kontroverse
Das Programm der Geschwindigkeitskameras im Bexar County wurde von Constable Mark Vojvodich mit dem Ziel eingeführt, die Verkehrstoten zu reduzieren. Trotz dieser Absicht stieß es auf erheblichen Widerstand. Gesetzgeber, darunter Repräsentant Briscoe Cain, reichten Gesetzesentwürfe ein, um den Einsatz von Geschwindigkeitskameras landesweit zu verbieten. Vojvodich betonte, dass keine Steuergelder für die Ausrüstung ausgegeben wurden, da es sich lediglich um eine Testphase handelte und die Geräte inzwischen an den Hersteller zurückgeschickt wurden.
Auswirkungen der Stellungnahme und nächste Schritte
Die neue Stellungnahme des Generalstaatsanwalts bestätigt Gonzales' Position. Sie kommt zu dem Schluss, dass Landkreise und Konstabler keine Befugnis haben, Geschwindigkeitsübertretungen per Post mittels automatisierter Systeme auszustellen. Die Stellungnahme bekräftigt, dass die Verkehrsüberwachung der texanischen Verfassung, dem Transportgesetz und der Strafprozessordnung entsprechen muss.
Das Büro des Bezirksstaatsanwalts teilte am Freitag mit, dass es die Gerichte angewiesen habe, Anhörungen zu diesen Strafzetteln auszusetzen, bis die Stellungnahme vorliegt. Die offensichtliche Frage für die betroffenen Fahrer lautet nun: Muss ich den Strafzettel noch bezahlen?
Die Antwort darauf ist derzeit noch offen. Das Büro des Bezirksstaatsanwalts des Bexar County erklärte in einer Stellungnahme, es prüfe noch die Auswirkungen der Entscheidung. "Unser Büro hat ursprünglich die Stellungnahme des Generalstaatsanwalts angefordert und das Gericht angewiesen, alle Anhörungen im Zusammenhang mit diesen Fällen bis zur Zustellung der Stellungnahme zu verschieben. Wir prüfen derzeit, wie viele Personen betroffen waren, und werden das Gericht gegebenenfalls über angemessene Abhilfemaßnahmen informieren."
Wichtige Zahlen und Daten
- Gesetzliche Grundlage: Texas-Gesetz erfordert eine rechtmäßige Verkehrskontrolle.
- Fehlende Genehmigung: System nicht vom Bexar County Commissioners Court genehmigt.
- Rücksendung der Geräte: Laut Constable Vojvodich wurden die Geräte nach einer Testphase zurückgeschickt.
Offene Fragen für betroffene Fahrer
Die Stellungnahme des Generalstaatsanwalts führt nicht automatisch zur Aufhebung von Strafzetteln oder zur Anordnung von Rückerstattungen. Jegliche Erleichterung für die Fahrer – sei es die Abweisung anhängiger Fälle oder Maßnahmen bei bereits bezahlten Strafzetteln – hängt davon ab, wie die lokalen Gerichte reagieren, sobald die Staatsanwälte Empfehlungen abgeben.
Diese Entwicklung unterstreicht die Bedeutung einer klaren rechtlichen Grundlage für den Einsatz von Technologien in der Verkehrsüberwachung. Für die betroffenen Fahrer im Bexar County bleibt die Situation vorerst ungewiss, während die Behörden die nächsten Schritte prüfen.




