Ein Bundesgericht in Seattle hat entschieden, dass die Regierung die Mittel für den Ausbau der Elektrofahrzeug-Ladeinfrastruktur nicht einseitig kürzen darf. Diese Entscheidung ist ein Erfolg für 20 von Demokraten geführte Bundesstaaten, die gegen die Einstellung der Finanzierung geklagt hatten. Die Richterin urteilte, dass die Regierung den Willen des Kongresses missachtet hat.
Wichtige Erkenntnisse
- Bundesrichterin Tana Lin erklärte die Mittelkürzung für rechtswidrig.
- 20 Bundesstaaten und der District of Columbia hatten Klage eingereicht.
- Die Regierung hatte 2025 Milliarden von Dollar für Ladeinfrastruktur blockiert.
- Audi verzögert US-Werk wegen Zöllen und fehlender Anreize.
- Indien senkt Zölle auf EU-Autoimporte deutlich.
- BMW hält an der Produktion von V12-Motoren fest.
Gericht stärkt Kongress-Willen beim E-Ladeausbau
Die Entscheidung von US-Bezirksrichterin Tana Lin vom Freitag ist klar: Die Regierung durfte die Finanzierung für den Ausbau der Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge nicht aussetzen. Diese Mittel wurden vom Kongress im Jahr 2021 unter der Biden-Regierung beschlossen. Die Richterin betonte, dass das Gesetz keine temporären Pausen bei der Finanzierung vorsieht.
Die Klage wurde von Bundesstaaten wie Kalifornien, Colorado und Washington im Mai 2025 eingereicht. Sie warfen der Regierung vor, Milliarden von Dollar unrechtmäßig zurückzuhalten. Die Regierung hatte argumentiert, es handele sich lediglich um eine vorübergehende Aussetzung. Diese wurde später beendet, nachdem die Richterin bereits eine einstweilige Verfügung erlassen hatte.
Faktencheck
- 20 von Demokraten geführte Staaten und der District of Columbia klagten.
- Die Mittelkürzung erfolgte im Februar 2025.
- Das Programm wurde 2021 vom Kongress verabschiedet.
Audi zögert mit US-Produktion
Während die US-Regierung den Ausbau der Elektromobilität durch Finanzierung fördern soll, haben Zölle eine unerwartete Wirkung auf internationale Hersteller. Volkswagen erwägt seit Langem ein zweites US-Werk für Audi, doch die Pläne kommen nicht voran. Oliver Blume, CEO von Volkswagen, erklärte gegenüber der Handelsblatt, dass die Zölle und fehlende lokale Anreize die Entscheidung beeinflussen.
Die Überlegungen für ein Audi-Werk in den USA reichen bis ins Jahr 2018 zurück. Damals machten Subventionen eine Investition wirtschaftlich attraktiv. Die Einführung von Zöllen auf europäische Autohersteller durch die Trump-Administration hat diese Kalkulation jedoch verändert. Volkswagen sah sich in den ersten neun Monaten des Jahres 2025 mit Zollkosten von rund 2,1 Milliarden Euro (2,5 Milliarden US-Dollar) konfrontiert.
"Die Pläne für ein mögliches Audi-Werk in den USA kommen nicht voran, da die Zölle von Präsident Donald Trump und fehlende lokale Anreize die Lage belasten", so Oliver Blume, CEO von Volkswagen.
Handelshemmnisse und ihre Folgen
Die Zölle sollen eigentlich Anreize schaffen, um die Produktion in die USA zu verlagern. Im Fall von Audi bewirken sie jedoch das Gegenteil. Die Importkosten für Teile und die allgemeine Unsicherheit durch Handelspolitik machen den Standort weniger attraktiv. Dies zeigt, wie protektionistische Maßnahmen unbeabsichtigte Nebenwirkungen auf globale Lieferketten haben können.
Indien öffnet sich für europäische Autoimporte
Gleichzeitig öffnet sich ein anderer großer Markt: Indien. Das Land, das lange Zeit Importen von Fahrzeugen skeptisch gegenüberstand und auf lokale Produktion setzte, lockert nun seine Einfuhrbestimmungen. Quellen zufolge plant Indien, die Zölle auf Autos aus der Europäischen Union von bis zu 110 % auf 40 % zu senken.
Hintergrund: Indiens Markt
Indien hat traditionell hohe Importzölle auf Autos erhoben, um die heimische Industrie zu schützen und ausländische Unternehmen zur lokalen Produktion zu bewegen. Die aktuelle Senkung ist Teil eines angestrebten Freihandelsabkommens mit der EU.
Diese drastische Reduzierung betrifft zunächst eine begrenzte Anzahl von Autos aus der EU mit einem Importpreis von über 15.000 Euro. Langfristig sollen die Zölle sogar auf 10 % gesenkt werden. Dies würde europäischen Autoherstellern wie Volkswagen, Mercedes-Benz und BMW einen deutlich leichteren Zugang zum indischen Markt ermöglichen. Ein Freihandelsabkommen könnte bereits in Kürze abgeschlossen werden.
BMW hält an V12-Motoren fest
In einer Zeit, in der viele Hersteller auf Elektromobilität umstellen, überrascht BMW mit einer klaren Aussage: Große Verbrennungsmotoren, darunter V8- und V12-Aggregate, bleiben ein zentraler Bestandteil der Strategie. Obwohl BMW selbst keine V12-Motoren mehr in seinen eigenen Fahrzeugen anbietet, produziert das Unternehmen diese weiterhin für Rolls-Royce.
Gerüchte über ein Auslaufen der großen Motoren kamen auf, nachdem BMW Ende 2025 die V8-Produktion in seinem Werk Steyr in Österreich eingestellt hatte. Ein BMW-Sprecher stellte jedoch klar, dass es sich um eine Verlagerung und nicht um eine komplette Einstellung handelte. Die Nachfrage nach Luxusfahrzeugen mit leistungsstarken Verbrennungsmotoren, insbesondere in den USA, bleibt bestehen.
Die Entscheidung, an diesen Motoren festzuhalten, zeigt, dass der Übergang zur Elektromobilität nicht überall im gleichen Tempo erfolgt. Besonders im Luxussegment schätzen Kunden weiterhin die Leistung und das Prestige von großen Verbrennungsmotoren.
- V8- und V12-Motoren bleiben wichtig für BMW.
- Produktion wird für Rolls-Royce fortgesetzt.
- Gerüchte über Auslaufen nach Verlagerung der V8-Produktion widerlegt.




