Der europäische Automobilmarkt hat im Jahr 2025 eine historische Wende vollzogen. Erstmals sind Hybridfahrzeuge die beliebteste Antriebsart bei Neuwagenkäufern in der Europäischen Union. Währenddessen setzen reine Elektroautos ihren Wachstumskurs fort, doch die einst dominanten Benzin- und Dieselfahrzeuge erleben einen dramatischen Einbruch.
Obwohl die Gesamtzahl der Neuzulassungen im Vergleich zum Vorjahr leicht um 1,8 % gestiegen ist, bleibt das Volumen deutlich unter dem Niveau vor der Pandemie. Die Daten zeigen eine klare Verschiebung der Verbraucherpräferenzen hin zu elektrifizierten Antrieben und markieren einen entscheidenden Moment in der Transformation der Branche.
Wichtige Erkenntnisse
- Hybrid-Elektrofahrzeuge (HEV) sind mit einem Marktanteil von 34,5 % die neue Nummer eins bei den Neuzulassungen in der EU.
- Der Marktanteil von reinen Elektroautos (BEV) stieg auf 17,4 %, was einem Zuwachs von 1,88 Millionen Fahrzeugen entspricht.
- Benzin- und Dieselfahrzeuge machen zusammen nur noch 35,5 % des Marktes aus, ein starker Rückgang gegenüber 45,2 % im Vorjahr.
- Plug-in-Hybride (PHEV) festigen ihre Position mit einem Marktanteil von 9,4 % und verzeichnen in Schlüsselmärkten ein starkes Wachstum.
Der Siegeszug der Hybridtechnologie
Die Verkaufszahlen für das Jahr 2025 bestätigen einen Trend, der sich seit einiger Zeit abzeichnet: Hybrid-Elektrofahrzeuge sind zur bevorzugten Wahl für europäische Autokäufer geworden. Mit insgesamt 3.733.325 Neuzulassungen haben sie sich an die Spitze des Marktes gesetzt.
Dieser Erfolg wird maßgeblich von den vier größten Märkten der EU getragen. Spanien verzeichnete mit einem Plus von 23,1 % das stärkste Wachstum, dicht gefolgt von Frankreich mit 21,6 %. Auch in Deutschland (+8 %) und Italien (+7,9 %) legten die Hybrid-Verkäufe deutlich zu. Damit stellen sie nun mehr als ein Drittel (34,5 %) aller Neufahrzeuge in der Union.
Warum sind Hybride so beliebt?
Hybridfahrzeuge bieten eine Brückentechnologie für viele Verbraucher. Sie kombinieren die Vertrautheit eines Verbrennungsmotors mit der Effizienz eines Elektroantriebs, ohne dass eine Ladeinfrastruktur zwingend erforderlich ist. Dies senkt die Einstiegshürde in die Elektromobilität und spricht eine breite Käuferschicht an, die Kraftstoff sparen, aber noch nicht vollständig auf ein reines Elektroauto umsteigen möchte.
Elektroautos auf dem Vormarsch
Auch reine Elektroautos (BEV) konnten ihre Position im Jahr 2025 weiter ausbauen. Insgesamt wurden 1.880.370 batterieelektrische Fahrzeuge neu zugelassen, was einem Marktanteil von 17,4 % entspricht. Im Vorjahr lag dieser Wert noch bei 13,6 %.
Die Dynamik ist in den Kernmärkten besonders sichtbar. Deutschland, der größte Automarkt Europas, verzeichnete ein beeindruckendes Wachstum von 43,2 % bei den BEV-Zulassungen. Auch die Niederlande (+18,1 %), Belgien (+12,6 %) und Frankreich (+12,5 %) trugen maßgeblich zu diesem Ergebnis bei. Diese vier Länder allein sind für 62 % aller Neuzulassungen von Elektroautos in der EU verantwortlich.
Plug-in-Hybride bleiben eine feste Größe
Neben den reinen E-Autos gewinnen auch Plug-in-Hybride (PHEV) weiter an Bedeutung. Ihre Zulassungen stiegen auf 1.015.887 Einheiten, was ihren Marktanteil von 7,2 % auf 9,4 % erhöhte. Besonders stark war das Wachstum in Spanien (+111,7 %), Italien (+86,6 %) und Deutschland (+62,3 %). Diese Fahrzeuge, die sowohl extern geladen als auch mit Benzin betrieben werden können, bleiben für viele eine attraktive Option.
Starker Jahresabschluss für E-Mobilität
Der Dezember 2025 zeigte eine bemerkenswerte Beschleunigung des Trends. Im Vergleich zum Vorjahresmonat stiegen die Zulassungen von reinen Elektroautos um 51 % und die von Plug-in-Hybriden um 36,7 %.
Der dramatische Niedergang der Verbrenner
Die Kehrseite des elektrifizierten Aufschwungs ist der anhaltende und sich beschleunigende Rückgang bei traditionellen Verbrennungsmotoren. Sowohl Benzin- als auch Dieselfahrzeuge mussten 2025 erhebliche Verluste hinnehmen.
Die Neuzulassungen von Benzinfahrzeugen sanken um 18,7 % auf 2.880.298 Einheiten. Ihr Marktanteil fiel damit von 33,3 % im Vorjahr auf nur noch 26,6 %. Dieser Rückgang war in allen großen Märkten spürbar, wobei Frankreich mit einem Minus von 32 % den stärksten Einbruch erlebte. Auch Deutschland (-21,6 %), Italien (-18,2 %) und Spanien (-16 %) verzeichneten zweistellige Verluste.
Marktanteile im Wandel: 2024 vs. 2025
- Hybrid (HEV): von unter 30% auf 34,5 %
- Benzin: von 33,3 % auf 26,6 %
- Batterie-Elektrisch (BEV): von 13,6 % auf 17,4 %
- Diesel: von 11,9 % auf 8,9 %
- Plug-in-Hybrid (PHEV): von 7,2 % auf 9,4 %
Diesel verliert weiter an Boden
Noch drastischer fiel der Rückgang beim Diesel aus. Mit einem Minus von 24,2 % schrumpfte der Marktanteil auf nur noch 8,9 %. Vor wenigen Jahren war der Dieselmotor in Europa noch die dominierende Antriebsart. Die anhaltenden Diskussionen über Emissionen und drohende Fahrverbote in Städten haben das Vertrauen der Käufer nachhaltig erschüttert.
Der kombinierte Marktanteil von Benzin und Diesel ist somit innerhalb eines Jahres von 45,2 % auf 35,5 % gesunken. Erstmals machen elektrifizierte Fahrzeuge (BEV, PHEV, HEV) die klare Mehrheit der Neuzulassungen in der Europäischen Union aus.
Ausblick auf die Zukunft des Automarktes
Die Zahlen für 2025 markieren einen Wendepunkt. Die Verschiebung weg von reinen Verbrennungsmotoren hin zu elektrifizierten Antrieben ist keine Zukunftsvision mehr, sondern die gegenwärtige Realität auf dem europäischen Markt. Hybride haben sich als Übergangslösung etabliert, während reine Elektroautos stetig an Boden gewinnen.
Für die Automobilhersteller bedeutet dies, dass die Investitionen in neue Technologien und Produktionskapazitäten für Elektro- und Hybridmodelle entscheidend für den zukünftigen Erfolg sind. Gleichzeitig stellt der schrumpfende Markt für Verbrenner eine große Herausforderung für bestehende Geschäftsmodelle dar. Die kommenden Jahre werden zeigen, wie schnell sich die vollständige Elektrifizierung durchsetzen wird und ob das Gesamtniveau der Autoverkäufe wieder das Vorkrisenniveau erreichen kann.




