Der Kia EV2, das neueste und kleinste Elektromodell des koreanischen Herstellers, hat bei einem anspruchsvollen Winter-Reichweitentest in Norwegen beeindruckende Ergebnisse erzielt. Trotz eisiger Temperaturen von bis zu -8°C legte der Prototyp mit 61-kWh-Batterie fast 311 Kilometer zurück und verlor dabei weniger als 25 Prozent seiner angegebenen Reichweite. Dies unterstreicht die Fortschritte in der Elektromobilität und die Alltagstauglichkeit auch unter extremen Bedingungen.
Wichtige Erkenntnisse
- Der Kia EV2 Prototyp erreichte 310,6 Kilometer Reichweite bei -8°C.
- Der Reichweitenverlust betrug weniger als 25 Prozent der WLTP-Angabe.
- Die Kabine wurde während der Fahrt auf 21°C geheizt.
- Das Fahrzeug wurde unter normalen Fahrbedingungen getestet, nicht im Eco-Modus.
- Noch 1 Prozent Batterieladung und 15 Kilometer Restreichweite bei Testende.
Beeindruckende Leistung unter extremen Bedingungen
Der jährliche Reichweitentest der Norwegischen Automobil Föderation (NAF) gilt als einer der härtesten für Elektrofahrzeuge. In dieser jüngsten Ausgabe stellte sich ein Kia EV2 Prototyp mit der 61-Kilowattstunden-Langstreckenbatterie der Herausforderung. Die offizielle WLTP-Reichweite dieses Modells liegt bei rund 413 Kilometern. Bei Temperaturen, die nie über -8°C stiegen, schaffte der Kleinwagen 310,6 Kilometer.
Dieser Wert bedeutet einen Reichweitenverlust von weniger als 25 Prozent. Damit zeigte der EV2 eine der besten Leistungen im Vergleich zu seiner angegebenen Reichweite unter allen getesteten Fahrzeugen. Die Fahrt erfolgte unter normalen Bedingungen, ohne spezielle Spartechniken. Auch der Eco-Modus des Fahrzeugs wurde nicht genutzt.
Faktencheck: Kälte und Reichweite
- Bei Kälte erhöht sich der Energieverbrauch von Elektroautos.
- Die Heizung der Kabine benötigt ebenfalls viel Strom.
- Batteriemanagementsysteme verbrauchen Energie, um die Batterie auf optimaler Temperatur zu halten.
Alltagstauglichkeit im Fokus
Ein wichtiges Detail des Tests war die Fahrweise. Die Fahrzeuge wurden nicht im „Hypermiling“-Modus bewegt, um maximale Reichweite zu erzielen. Stattdessen fuhren die Tester sie normal, unter Einhaltung der Geschwindigkeitsbegrenzungen auf Landstraßen. Ein weiterer Faktor war der Komfort im Innenraum: Die Kabine des EV2 wurde während der gesamten Fahrt auf angenehme 21°C geheizt, was den Energieverbrauch zusätzlich beeinflusst.
Dieses Ergebnis ist besonders relevant für potenzielle Käufer in kälteren Regionen. Es zeigt, dass der Kia EV2 auch unter widrigen Bedingungen eine zuverlässige Reichweite bietet, ohne dass Fahrer auf Komfort verzichten müssen. Die Entwicklung von Elektrofahrzeugen hat in den letzten Jahren enorme Fortschritte gemacht, was sich in solchen Praxistests deutlich zeigt.
„Die Fähigkeit des Kia EV2, fast 200 Meilen (310 km) bei eisigen Temperaturen zurückzulegen, ist ein Beweis für die Reife der modernen Elektromobilität. Es gibt den Fahrern ein hohes Maß an Vertrauen, dass diese Fahrzeuge auch im Winter zuverlässig sind.“
Technische Details und Effizienz
Der Kia EV2 ist als kleinstes Mitglied der elektrischen Modellpalette von Kia konzipiert. Sein Design zielt darauf ab, ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Kompaktheit, Effizienz und Alltagstauglichkeit zu bieten. Die Langstreckenbatterie mit 61 kWh Kapazität ist dabei ein zentraler Bestandteil.
Während des Tests zeigte der EV2 eine durchschnittliche Effizienz von etwa 18 kWh pro 100 Kilometer. Dies ist ein bemerkenswerter Wert für Fahrten bei Minustemperaturen. Es wird angenommen, dass das Batterietemperaturmanagement bei Temperaturen unter -15°C verstärkt arbeiten musste, um die Batterie in einem optimalen Temperaturbereich zu halten. Dies geht zwar zulasten der Gesamteffizienz, sichert aber die Leistung und Lebensdauer der Batterie.
Hintergrund: NAF Wintertest
Der Reichweitentest der Norwegischen Automobil Föderation (NAF) ist bekannt für seine realitätsnahen Bedingungen. Er simuliert den täglichen Gebrauch von Elektrofahrzeugen im norwegischen Winter, wo tiefe Temperaturen und anspruchsvolle Straßenverhältnisse die Norm sind. Die Ergebnisse sind eine wichtige Orientierung für Verbraucher und Hersteller.
Was bedeutet das für die Zukunft?
Dass ein kleineres Elektrofahrzeug wie der Kia EV2 unter solch harten Bedingungen fast 311 Kilometer zurücklegen kann, ist ein starkes Signal für die gesamte Branche. Es demonstriert, dass Reichweitenangst bei Kälte zunehmend der Vergangenheit angehört. Der Test endete erst, als der EV2 nur noch 1 Prozent Batterieladung und eine angezeigte Restreichweite von etwa 15 Kilometern hatte.
Dies deutet darauf hin, dass das Fahrzeug auch am Ende seiner Kapazität noch Reserven für kurze Strecken bietet. Da es sich um einen Prototyp handelte, könnten die angezeigten Werte noch nicht vollständig präzise sein. Dennoch zeigt die Leistung, wie weit die Entwicklung von Elektrofahrzeugen fortgeschritten ist und wie zuverlässig sie im Alltag geworden sind.
- Verlässlichkeit: Der Test unterstreicht die Zuverlässigkeit moderner E-Autos auch bei extremen Wetterlagen.
- Technologie: Verbesserte Batterietechnologie und Wärmemanagementsysteme sind entscheidend für die Wintertauglichkeit.
- Verbrauchervertrauen: Ergebnisse wie diese stärken das Vertrauen der Verbraucher in die Elektromobilität.
Dieser Erfolg des Kia EV2 in Norwegen ist ein wichtiger Meilenstein. Er beweist, dass auch kleinere, für den Stadtverkehr konzipierte Elektroautos eine beeindruckende Langstreckentauglichkeit unter extremen Bedingungen aufweisen können. Für potenzielle Käufer in kälteren Klimazonen bietet dies eine große Beruhigung und zeigt, dass Kompromisse bei der Wahl eines Elektrofahrzeugs immer seltener werden.




