Eine neue Studie von J.D. Power zeigt eine beispiellose Zufriedenheit unter Besitzern von Elektrofahrzeugen. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Elektromobilität trotz veränderter Marktbedingungen eine treue Anhängerschaft gewonnen hat, die nicht mehr zu Verbrennungsmotoren zurückkehren möchte.
Die am 18. Februar 2026 veröffentlichte J.D. Power U.S. Electric Vehicle Experience (EVX) Ownership Study liefert klare Zahlen: Eine überwältigende Mehrheit der aktuellen E-Auto-Fahrer würde sich erneut für ein rein elektrisches Fahrzeug entscheiden. Dieser Trend hat sich in den letzten Jahren kontinuierlich verstärkt.
Wichtige Erkenntnisse
- 96 % der Besitzer von Elektroautos würden als nächstes Fahrzeug wieder ein E-Auto in Betracht ziehen – ein Rekordwert.
- Die Zufriedenheit stieg trotz des Auslaufens staatlicher Förderungen in den USA im September 2025.
- Verbesserungen bei der öffentlichen Ladeinfrastruktur sind der größte Treiber für die gestiegene Zufriedenheit.
- Die Fahrzeugqualität, insbesondere im Premium-Segment, hat sich deutlich verbessert.
- Besitzer von reinen Elektroautos (BEVs) sind erheblich zufriedener als Besitzer von Plug-in-Hybriden (PHEVs).
Rekordhohe Loyalität in einem reifenden Markt
Die zentrale Erkenntnis der Studie ist die außergewöhnlich hohe Markentreue. Ganze 96 % der Befragten gaben an, dass sie bei ihrem nächsten Autokauf den Erwerb oder das Leasing eines weiteren reinen Elektroautos (BEV) in Erwägung ziehen würden. Dies ist der höchste Wert, der seit Beginn der jährlichen Erhebung im Jahr 2021 gemessen wurde.
Interessanterweise scheint dieser positive Trend von externen Faktoren wie staatlichen Subventionen entkoppelt zu sein. Obwohl in den USA die bundesweite Steuergutschrift im September 2025 auslief, was zu einem kurzfristigen Rückgang des Marktanteils führte, bleibt die Zufriedenheit der bestehenden Kunden unberührt und wächst sogar weiter.
Die Methodik der Studie
Die J.D. Power EVX Ownership Study befragt Tausende von E-Auto-Besitzern innerhalb ihres ersten Eigentumsjahres. Sie bewertet 10 Schlüsselfaktoren, darunter die Reichweite, die Verfügbarkeit von Ladestationen, die Ladefreundlichkeit zu Hause, die Betriebskosten, das Fahrvergnügen und die Fahrzeugqualität.
Brent Gruber, Executive Director der EV-Abteilung bei J.D. Power, betont die Bedeutung der technologischen Fortschritte.
„Verbesserungen bei der Batterietechnologie, der Ladeinfrastruktur und der allgemeinen Fahrzeugleistung haben die Kundenzufriedenheit auf ein Allzeithoch getrieben. Die überwiegende Mehrheit der derzeitigen E-Auto-Besitzer sagt, dass sie beim nächsten Mal wieder ein E-Auto in Betracht ziehen werden.“
Verbesserte Ladeinfrastruktur als entscheidender Faktor
Der wohl größte Sprung in der Zufriedenheit lässt sich auf die verbesserte Verfügbarkeit von öffentlichen Ladestationen zurückführen. Dieser Punkt wurde in der Studie als der am stärksten verbesserte Faktor identifiziert, sowohl im Premium- als auch im Massenmarktsegment.
Die Zufriedenheitswerte für die öffentliche Ladeinfrastruktur stiegen auf einer 1.000-Punkte-Skala deutlich an:
- Premium-BEV-Besitzer: 652 Punkte (ein Anstieg um 101 Punkte gegenüber dem Vorjahr)
- Massenmarkt-BEV-Besitzer: 511 Punkte (ein Anstieg um 115 Punkte gegenüber dem Vorjahr)
Der Ausbau des Ladenetzes sowie die Öffnung des Tesla-Supercharger-Netzwerks für andere Marken haben maßgeblich zu dieser positiven Entwicklung beigetragen. Selbst Tesla-Fahrer, die sich nun die Stationen teilen müssen, zeigen eine sich erholende Zufriedenheit, da sie sich an den erweiterten Zugang gewöhnen.
Qualität und Zuverlässigkeit überzeugen die Fahrer
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die spürbar gestiegene Fahrzeugqualität. Besonders im Premium-Segment wurden signifikante Fortschritte erzielt. Die Anzahl der gemeldeten Probleme pro 100 Fahrzeuge (PP100) sank hier auf einen neuen Tiefstwert.
Probleme pro 100 Fahrzeuge (PP100)
Im Premium-Segment sank die Problemrate um 15,9 auf nur noch 75,0 PP100. Im Massenmarkt liegt der Wert bei 92,2 PP100. Verbesserungen wurden vor allem bei Innenraumgeräuschen wie Quietschen und Klappern sowie bei Fahrerassistenzsystemen festgestellt.
Die Studie zeigt auch einen klaren Vorteil für reine Elektroautos gegenüber Plug-in-Hybriden (PHEVs). Besitzer von BEVs sind durchweg zufriedener. Im Premium-Segment liegt der Zufriedenheitswert von BEVs um 114 Punkte höher als bei PHEVs. Im Massenmarkt beträgt der Unterschied sogar 117 Punkte. Dies unterstreicht, dass das rein elektrische Fahrerlebnis für die meisten Nutzer überzeugender ist.
Die beliebtesten Modelle im Ranking
Die Studie listet auch die Modelle mit der höchsten Kundenzufriedenheit auf. Tesla dominiert weiterhin das Premium-Segment, während sich im Massenmarkt eine größere Vielfalt an Herstellern zeigt.
Top-Modelle im Premium-Segment (BEV)
- Tesla Model 3 – 804 Punkte
- Tesla Model Y – 797 Punkte
- BMW i4 – 795 Punkte
- BMW iX – 794 Punkte
Top-Modelle im Massenmarkt (BEV)
- Ford Mustang Mach-E – 760 Punkte
- Hyundai IONIQ 6 – 748 Punkte
- Kia EV9 – 745 Punkte
- Hyundai IONIQ 5 & Kia EV6 – 743 Punkte
Insgesamt stieg die durchschnittliche Zufriedenheit im Premium-Segment von 756 auf 786 Punkte. Im Massenmarkt gab es einen leichten Anstieg von 725 auf 727 Punkte. Diese Zahlen belegen, dass die positiven Erfahrungen nicht auf einige wenige Modelle beschränkt sind, sondern einen breiten Trend in der Branche darstellen.
Ausblick: Ein klares Signal für die Zukunft
Die Ergebnisse der J.D. Power Studie senden ein starkes Signal an die Automobilindustrie und die Verbraucher. Die hohe Zufriedenheit und Loyalität der E-Auto-Besitzer deuten darauf hin, dass die anfängliche Skepsis gegenüber der Technologie einer breiten Akzeptanz gewichen ist. Wer einmal die Vorteile wie leises Fahren, starke Beschleunigung und das bequeme Laden zu Hause erlebt hat, möchte diese Erfahrung offenbar nicht mehr missen.
Für die Automobilhersteller bedeutet dies, dass Investitionen in Batterietechnologie, Fahrzeugqualität und vor allem in eine robuste Ladeinfrastruktur der Schlüssel zum langfristigen Erfolg sind. Die wachsende Zufriedenheit der „Early Adopter“ und der ersten Massenmarktkunden dürfte die Kaufentscheidung für viele Unentschlossene in den kommenden Jahren positiv beeinflussen.




