Die Verkaufszahlen für Elektrofahrzeuge (EVs) in den USA sind im vierten Quartal 2025 drastisch zurückgegangen. Dies geschah unmittelbar nach dem Auslaufen der staatlichen Steuergutschrift von 7.500 US-Dollar für saubere Fahrzeuge am 30. September 2025. Viele Automobilhersteller verzeichneten erhebliche Rückgänge, was die Zukunft der Elektromobilität ohne Subventionen in Frage stellt.
Wichtigste Erkenntnisse
- Die staatliche Steuergutschrift von 7.500 US-Dollar für Elektrofahrzeuge lief am 30. September 2025 aus.
- Im vierten Quartal 2025 sanken die EV-Verkäufe bei vielen Herstellern dramatisch.
- Das dritte Quartal 2025 zeigte einen Kaufrausch, da Verbraucher die letzte Chance auf die Gutschrift nutzten.
- Modelle wie der VW ID.4 und der Chevrolet Equinox EV erlitten erhebliche Einbußen.
- Tesla zeigte sich widerstandsfähiger, konnte aber den Q3-Höchststand nicht halten.
- Teurere EV-Modelle scheinen besser ohne die Subvention zurechtzukommen.
Der Einfluss des Steueranreizes auf den Markt
Das Ende der Steuergutschrift hatte einen unmittelbaren Effekt auf den US-amerikanischen EV-Markt. Die Preise für Elektroautos stiegen effektiv an, und attraktive Leasingangebote verschwanden weitgehend. Automobilhersteller legten ihre Verkaufszahlen für das vierte Quartal 2025 vor, was einen direkten Vergleich zu den Zahlen des zweiten Quartals ermöglicht, als die Subvention noch in Kraft war.
Im dritten Quartal 2025, kurz vor dem Auslaufen der Gutschrift, erlebte der Markt einen regelrechten Kaufrausch. Verbraucher wussten, dass dies ihre letzte Gelegenheit war, von dem finanziellen Vorteil zu profitieren. Fast alle großen EV-Modelle verzeichneten in diesem Zeitraum erhebliche Zuwächse im Vergleich zum zweiten Quartal.
Faktencheck: Q3-Verkaufsboom
Einige bemerkenswerte Zuwächse von Q2 zu Q3 2025:
- Kia EV9: +535,4% (von 1.182 auf 7.510 Einheiten)
- VW ID.4: +526% (von 1.992 auf 12.470 Einheiten)
- Honda Prologue: +141,2% (von 8.390 auf 20.236 Einheiten)
- Hyundai Ioniq 5: +109,9% (von 10.481 auf 21.999 Einheiten)
- Ford Mustang Mach-E: +98,2% (von 10.178 auf 20.177 Einheiten)
Einbruch der Verkaufszahlen im vierten Quartal
Die Euphorie des dritten Quartals war jedoch nur von kurzer Dauer. Im vierten Quartal 2025, ohne die Steuergutschrift, brachen die Verkaufszahlen dramatisch ein. Mit Ausnahme von Tesla und nur sechs weiteren EV-Modellen verzeichnete jedes untersuchte Fahrzeug einen Rückgang der Verkäufe im Vergleich zum zweiten Quartal 2025.
Experten hatten eine Normalisierung der Verkaufszahlen erwartet, aber das Ausmaß des Rückgangs übertraf die meisten Prognosen. Einige Modelle, die im dritten Quartal noch stark waren, fielen im vierten Quartal weit unter ihre Q2-Werte zurück.
Modelle mit starken Rückgängen im Q4
Einige Modelle, die trotz anhaltendem Verkauf drastische Rückgänge verzeichneten:
- Fiat 500: 66 Einheiten verkauft (98,66% Rückgang gegenüber Q2)
- VW ID.4: 248 Einheiten verkauft (87,55% Rückgang gegenüber Q2)
- Dodge Charger Daytona: 346 Einheiten verkauft (85,29% Rückgang gegenüber Q2)
- Jeep Wagoneer S: 438 Einheiten verkauft (88,06% Rückgang gegenüber Q2)
- Chevrolet Blazer EV: 1.812 Einheiten verkauft (72,33% Rückgang gegenüber Q2)
Selbst ehemals starke Verkäufer wie der Chevrolet Equinox EV und der Hyundai Ioniq 5 erlebten massive Rückgänge. Der Equinox EV fiel im Q4 auf 5.111 Einheiten, ein Rückgang von 70,66% gegenüber Q2. Der Ioniq 5, trotz einer deutlichen Preissenkung, um das Auslaufen der Steuergutschrift auszugleichen, verzeichnete im Q4 nur 5.948 Einheiten, ein Rückgang von 43,25% gegenüber Q2.
„Die Zahlen zeigen eine klare Tendenz: Ohne die Anreize scheinen viele Verbraucher weniger bereit zu sein, in ein Elektrofahrzeug zu investieren“, kommentierte ein Branchenanalyst die aktuellen Entwicklungen.
Teslas relative Stärke im schwierigen Marktumfeld
Im Gegensatz zu vielen anderen Herstellern zeigte sich Tesla widerstandsfähiger. Obwohl auch Tesla im dritten Quartal 2025 von einem Anstieg der Verkäufe profitierte (Model 3/Y stieg um 53,3%), konnte das Unternehmen seine Verkäufe im vierten Quartal im Vergleich zum zweiten Quartal sogar steigern.
Tesla im Vergleich (globale Verkaufszahlen)
Model 3/Y:
- Q2: 373.728 Einheiten
- Q3: 481.166 Einheiten (+53,3% gegenüber Q2)
- Q4: 406.585 Einheiten (+8,79% gegenüber Q2)
Andere Modelle (S/X/Cybertruck):
- Q2: 10.394 Einheiten
- Q3: 15.933 Einheiten (+28,7% gegenüber Q2)
- Q4: 11.624 Einheiten (+12,01% gegenüber Q2)
Die globalen Verkaufszahlen von Tesla für Model 3 und Model Y lagen im vierten Quartal 2025 bei 406.585 Einheiten. Dies übertraf alle anderen EVs auf der Liste um mehr als das Sechsfache. Obwohl die US-spezifischen Q4-Daten von Tesla noch nicht vorliegen, deuten die verfügbaren Registrierungsdaten darauf hin, dass auch in den USA eine Steigerung gegenüber Q2 erfolgte.
Das Model 3 verzeichnete im Q3 einen Anstieg von 10,4%, während das beliebtere Model Y einen Zuwachs von 33,4% sah. Selbst die teureren Modelle wie Model S, Model X und Cybertruck, die nur für Leasingverträge die Steuergutschrift erhielten, zeigten einen Anstieg von etwa 25% von Q2 zu Q3.
Überleben teurerer Elektrofahrzeuge
Die Modelle, die am stärksten vom Auslaufen der Steuergutschrift betroffen waren, sind die kostengünstigeren Optionen wie der Equinox EV und der ID.4. Am anderen Ende des Spektrums konnten sich teurere Elektrofahrzeuge am Jahresende erholen und sogar höhere Verkaufszahlen im Q4 als im Q2 erzielen.
EVs mit Verkaufsanstieg von Q2 zu Q4
Nur sechs EVs konnten im vierten Quartal höhere Verkaufszahlen als im zweiten Quartal erzielen, und alle gehören zum höheren Preissegment:
- Audi A6 Sportback e-tron: 220 Einheiten im Q4 (+22,91% gegenüber Q2)
- Volkswagen ID. Buzz: 1.206 Einheiten im Q4 (+113,83% gegenüber Q2)
- GMC Sierra EV: 1.849 Einheiten im Q4 (+21,33% gegenüber Q2)
- Cadillac Escalade IQ: 2.085 Einheiten im Q4 (+15,19% gegenüber Q2)
- Cadillac Vistiq: 2.210 Einheiten im Q4 (+26,72% gegenüber Q2)
- Kia EV9: 2.603 Einheiten im Q4 (+120,22% gegenüber Q2)
Eine Ausnahme bildet der Toyota bZ, der als einziges Modell im Q4 (3.345 Einheiten) mehr verkaufte als im Q3 (+10,95%). Dies lag jedoch hauptsächlich an der sehr geringen Verfügbarkeit im dritten Quartal, wo nur 61 Einheiten verkauft wurden.
Die Zukunft der Elektromobilität ohne Subventionen
Betrachtet man alle gelisteten Elektrofahrzeuge zusammen (ohne Tesla), ergibt sich ein deutliches Bild. Im Q2 2025 wurden insgesamt 127.092 Einheiten verkauft. Diese Zahl stieg im Q3 auf 211.189 Einheiten an (ein Zuwachs von 66,2%), was den Einfluss der Steuergutschrift verdeutlicht.
Im vierten Quartal stürzten diese Verkaufszahlen jedoch auf nur noch 64.474 Einheiten ab. Dies entspricht einem Rückgang von 69,47% gegenüber Q3 und einem Rückgang von 49,27% gegenüber Q2. Innerhalb von nur drei Monaten ohne staatliche Unterstützung halbierten sich die EV-Verkäufe der Nicht-Tesla-Hersteller praktisch.
Diese Entwicklung wirft ernsthafte Fragen zur Nachhaltigkeit des EV-Marktes ohne staatliche Anreize auf. Automobilhersteller könnten gezwungen sein, unrentable EV-Modelle aus ihren Produktpaletten zu streichen, insbesondere da die Anreize zur Einhaltung von Kraftstoffeffizienzstandards ebenfalls gelockert wurden.
Die nächsten Monate werden zeigen, ob sich der Markt an die neuen Gegebenheiten anpassen kann oder ob die Elektromobilität in den USA vor einer schwierigen Phase steht.




