Die Aktionäre von Tesla haben dem milliardenschweren Vergütungspaket für CEO Elon Musk zugestimmt. Dieses Paket umfasst rund 425 Millionen leistungsbezogene Aktien, die Musk über das nächste Jahrzehnt erhalten soll, wenn er bestimmte ehrgeizige Ziele erreicht. Die Entscheidung markiert einen wichtigen Schritt für das Unternehmen und seinen umstrittenen CEO.
Die Genehmigung erfolgte bei der Jahreshauptversammlung am 6. November. Dieses Paket könnte Musk zum ersten CEO der Geschichte machen, dessen Vergütung eine Billion US-Dollar erreicht, falls alle Leistungsziele erfüllt werden.
Wichtige Erkenntnisse
- Tesla-Aktionäre haben Elon Musks Vergütungspaket genehmigt.
- Das Paket umfasst 425 Millionen leistungsbezogene Aktien über zehn Jahre.
- Musks Besitzanteil an Tesla soll auf 25 % erhöht werden.
- Die Vergütung könnte bei vollständiger Zielerreichung eine Billion US-Dollar erreichen.
Ein historisches Vergütungspaket
Das nun genehmigte Vergütungspaket ist nicht das erste seiner Art für Elon Musk. Schon 2012 erhielt er rund 80 Millionen leistungsbezogene Aktien, die heute etwa 34 Milliarden US-Dollar wert sind. Im Jahr 2018 folgte ein weiteres Paket über 300 Millionen Aktienoptionen. Dieses wurde jedoch von einem Gericht in Delaware wegen unzureichender Offenlegung für nichtig erklärt. Die Aktionäre stimmten jedoch dafür, Musk dieses Paket erneut zuzusprechen, welches derzeit einen Wert von etwa 120 Milliarden US-Dollar hat.
Mit der jüngsten Genehmigung der 425 Millionen Aktien hat Musk insgesamt rund 380 Millionen Aktien im Wert von über 150 Milliarden US-Dollar verdient, noch bevor das neue Paket greift. Dies entspricht einer jährlichen Vergütung von etwa 12 Milliarden US-Dollar.
Faktencheck
- 425 Millionen Aktien: Die Anzahl der neuen, leistungsbezogenen Aktien im aktuellen Paket.
- 1 Billion US-Dollar: Die potenzielle Gesamtsumme, die Musk bei Erreichen aller Ziele erhalten könnte.
- 25 %: Der angestrebte Besitzanteil von Musk an Tesla.
- 400 Milliarden US-Dollar: Das EBITDA-Ziel über 12 Monate, das Musk erreichen muss.
Die Rolle der psychologischen Verankerung
Die Höhe des Vergütungspakets wirft Fragen auf, wie der Tesla-Vorstand zu einer solchen Summe kam. Jo-Ellen Pozner, außerordentliche Professorin an der Leavey School of Business der Santa Clara University, sieht hier einen psychologischen Effekt am Werk: die Verankerung.
"Wir werden sehr schnell beeinflusst, und ein Teil davon ist das psychologische Phänomen der Verankerung", erklärt Pozner.
Verankerung bedeutet, dass Menschen dazu neigen, sich übermäßig auf die erste Information zu verlassen, die sie hören. Dies kann bei Verhandlungen eine entscheidende Rolle spielen. Wer zuerst ein hohes Angebot macht, verschiebt oft die Erwartungen der Gegenseite nach oben. Dieses Prinzip könnte auch bei der Festlegung von Musks gigantischem Vergütungspaket eine Rolle gespielt haben.
Hintergrund: Verankerungseffekt
Der Verankerungseffekt ist ein kognitiver Bias, bei dem Menschen ihre Entscheidungen stark an einem anfänglichen Referenzpunkt, dem sogenannten Anker, ausrichten. Selbst wenn dieser Anker irrelevant ist, beeinflusst er die nachfolgende Urteilsfindung. Im Kontext von Verhandlungen kann ein hoher erster Vorschlag die gesamte Preisspanne verschieben.
Leistungsziele und potenzielle Einnahmen
Um die 425 Millionen Aktien zu erhalten, muss Elon Musk eine Reihe anspruchsvoller Leistungsziele über die kommenden zehn Jahre erreichen. Dazu gehört unter anderem, ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von 400 Milliarden US-Dollar über einen Zeitraum von zwölf Monaten zu generieren. Zum Vergleich: Für 2025 wird Teslas EBITDA laut FactSet auf etwa 13 Milliarden US-Dollar geschätzt. Dies zeigt die immense Herausforderung, die diese Ziele darstellen.
Sollte Musk alle Meilensteine erreichen, würde er über den Zehnjahreszeitraum hinweg täglich etwa 275 Millionen US-Dollar verdienen. Wenn man Wochenenden ausklammert, wären es sogar 385 Millionen US-Dollar pro Tag. Die durchschnittliche Jahresvergütung für einen CEO eines S&P 500-Unternehmens liegt laut Bloomberg bei etwa 20 Millionen US-Dollar. Musk würde also täglich das 13- bis 19-fache dessen verdienen, was andere CEOs im Jahr erhalten.
Musks Besitzanteil und seine Forderung
Ein zentrales Ziel des neuen Pakets ist es, Musks Besitzanteil an Tesla langfristig wieder auf 25 % zu bringen. Die Frage, warum genau 25 %, wird oft gestellt. Die einfachste Antwort ist, dass dies die von Musk geforderte Zahl war.
Experten wie Professorin Pozner sehen auch hier einen Faktor des Egos. Die Aussicht, der erste CEO in der Geschichte zu sein, dessen Vergütung eine Billion US-Dollar erreicht, verleiht enorme Prestigerechte. Dies könnte ein starker Anreiz für Musk sein, die anspruchsvollen Ziele zu verfolgen.
Die Entscheidung der Aktionäre, das Paket mit einer Mehrheit von mehr als drei zu eins zu genehmigen, zeigt die Unterstützung für Musks Führung, trotz der immensen Summen und der damit verbundenen Kontroversen.




