In Michigan ist zu Jahresbeginn ein neues System zur Besteuerung von Kraftstoffen in Kraft getreten. Ziel ist es, die Einnahmen für den Straßenbau neu zu strukturieren. Obwohl die Kraftstoffsteuer pro Gallone deutlich steigt, wird der Preis an der Zapfsäule für die meisten Autofahrer voraussichtlich nur geringfügig ansteigen.
Wichtige Punkte
- Michigans Kraftstoffsteuer steigt von 31 Cent auf 52,4 Cent pro Gallone.
- Die 6-prozentige Umsatzsteuer auf Benzin entfällt.
- Die Preise an der Zapfsäule sollen nur um etwa 1,5 Cent pro Gallone steigen.
- Alle Einnahmen fließen direkt in die Straßenfinanzierung.
- Jährliche Erhöhungen der Steuer sind an die Inflation gekoppelt.
- Besitzer von Elektrofahrzeugen zahlen höhere Zulassungsgebühren.
Neustrukturierung der Kraftstoffbesteuerung
Das neue Steuersystem in Michigan ersetzt die bisherige doppelte Besteuerung von Kraftstoffen. Zuvor zahlten die Autofahrer eine feste Kraftstoffsteuer und zusätzlich eine 6-prozentige Umsatzsteuer, deren Höhe mit steigenden Benzinpreisen variierte. Mit der neuen Regelung entfällt die Umsatzsteuer auf Benzin vollständig.
Die Kraftstoffsteuer selbst erhöht sich von 31 Cent auf 52,4 Cent pro Gallone. Dies stellt eine erhebliche Erhöhung der direkten Kraftstoffsteuer dar. Die staatlichen Behörden prognostizieren jedoch, dass die Verbraucher an der Zapfsäule nur eine geringe Preisänderung bemerken werden.
Faktencheck
Die staatliche Schätzung besagt, dass der Preis pro Gallone Benzin um etwa 1,5 Cent steigen wird, trotz der deutlichen Erhöhung der reinen Kraftstoffsteuer.
Auswirkungen für Autofahrer
Viele Autofahrer äußern Bedenken hinsichtlich der potenziellen Auswirkungen auf ihre Finanzen. Tina Barrett, eine lokale Fahrerin, die beruflich viel unterwegs ist, kommentierte:
„Ich bin nicht glücklich darüber, ich fahre beruflich. Es wird definitiv meine Tasche belasten.“
Richard Terlizzi, ein weiterer Autofahrer, äußerte sich ebenfalls kritisch:
„Ich fand es einfach verrückt. Ich denke, die Benzinpreise sind ohnehin schon hoch genug.“Die Wahrnehmung der Autofahrer ist entscheidend, auch wenn die tatsächliche Erhöhung gering ausfällt.
Langfristige finanzielle Belastung
Für Vielfahrer könnten selbst geringe Erhöhungen über das Jahr hinweg eine spürbare Belastung darstellen. Juliana Poletti, die jährlich zwischen 50.000 und 60.000 Meilen fährt, betonte:
„Wenn der Benzinpreis jetzt nur um ein oder zwei Cent steigt, ist das für mich immer noch wichtig, weil ich so viele Meilen im Jahr fahre.“Das neue System hat auch eine variable Komponente. Bei hohen Benzinpreisen könnten die Autofahrer insgesamt weniger Steuern zahlen als zuvor, da die prozentuale Umsatzsteuer entfällt. Bei niedrigen Preisen könnten die Gesamtsteuern jedoch höher ausfallen.
Hintergrundinformationen
Vor der Reform wurden die Einnahmen aus der Umsatzsteuer auf Benzin nicht ausschließlich für den Straßenbau verwendet. Ein Teil floss in andere staatliche Programme. Das neue System stellt sicher, dass jeder gesammelte Dollar direkt der Finanzierung der Straßeninfrastruktur zugutekommt.
Inflation und Elektrofahrzeuge
Eine weitere wichtige Änderung ist die Kopplung der Kraftstoffsteuer an die Inflation. Die Steuer wird nun jedes Jahr automatisch erhöht. Diese jährlichen Erhöhungen basieren auf einer größeren Steuerbasis als zuvor, was zu höheren Einnahmen für den Staat führen soll.
Auch Besitzer von Elektrofahrzeugen sind von den Änderungen betroffen. Sie sind zwar von der Kraftstoffsteuer befreit, müssen aber höhere Zulassungsgebühren entrichten. Für reine Elektroautos steigen diese Gebühren um etwa 105 US-Dollar, für Plug-in-Hybride um rund 52 US-Dollar.
- Erhöhung für E-Autos: ca. 105 US-Dollar
- Erhöhung für Plug-in-Hybride: ca. 52 US-Dollar
Diese Anpassung soll sicherstellen, dass auch Fahrer von emissionsfreien Fahrzeugen ihren Beitrag zur Straßenfinanzierung leisten. Einige Betroffene sehen dies jedoch kritisch. Juliana Poletti, die selbstständig ist, befürchtet:
„Es wird mich mehr kosten, zu arbeiten.“Erwartete Einnahmen und Kritik
Der Staat Michigan erwartet, dass dieses neue Steuersystem jährlich über eine Milliarde US-Dollar zusätzlich für den Straßenbau generieren wird. Diese Mittel sind dringend notwendig, um die oft marode Infrastruktur des Staates zu verbessern.
Trotz der prognostizierten Vorteile für die Infrastruktur äußern einige Bürger weiterhin Unzufriedenheit. Tina Barrett fasst die Gefühle vieler zusammen:
„Ich finde es einfach nicht fair. Es bestraft uns irgendwie immer noch. Nehmen und nehmen und nehmen. Und was bekommen wir wirklich dafür?“Die Debatte um die Fairness und Effizienz des neuen Systems wird voraussichtlich anhalten, während die Autofahrer die tatsächlichen Auswirkungen an der Zapfsäule und bei den jährlichen Gebühren spüren.
Wichtige Zahlen
- Prognostizierte zusätzliche Einnahmen für Straßen: über 1 Milliarde US-Dollar jährlich.
- Anstieg der Kraftstoffsteuer: von 31 auf 52,4 Cent pro Gallone (+69%).
- Wegfall der 6% Umsatzsteuer.




