Raj Jegannathan, Teslas Vizepräsident für Informationstechnologie und Leiter des nordamerikanischen Vertriebs, hat das Unternehmen nach 13 Jahren verlassen. Sein Weggang markiert den jüngsten einer Reihe hochrangiger Abgänge bei dem Elektroautohersteller, der mit sinkenden Verkaufszahlen zu kämpfen hat.
Wichtige Erkenntnisse
- Raj Jegannathan verlässt Tesla nach 13 Jahren.
- Er war zuletzt Leiter des Nordamerika-Vertriebs.
- Dies ist der zweite Verlust eines Vertriebsleiters in Nordamerika innerhalb eines Jahres.
- Der Abgang erfolgt inmitten eines Talentabflusses und sinkender Umsätze bei Tesla.
- Tesla verzeichnete 2025 erstmals einen jährlichen Umsatzrückgang von 3 Prozent.
Ein weiterer hochrangiger Abgang
Raj Jegannathan gab seinen Abschied am Sonntag in einem LinkedIn-Post bekannt. Er beschrieb seine Zeit bei Tesla als eine Reise der kontinuierlichen Entwicklung. Jegannathan war ursprünglich Vizepräsident für Informationstechnologie, KI-Infrastruktur, Geschäftsanwendungen und Informationssicherheit.
Im vergangenen Jahr übernahm er zusätzlich die Leitung des nordamerikanischen Vertriebsteams. Diese Rolle wurde frei, nachdem der langjährige Vertriebsleiter Troy Jones im Juli 2025 entlassen wurde. Jegannathans Abschied bedeutet, dass Tesla innerhalb weniger als eines Jahres zwei nordamerikanische Vertriebsleiter verloren hat.
Wichtige Daten
- 13 Jahre: Raj Jegannathans Dienstzeit bei Tesla.
- Juli 2025: Entlassung von Troy Jones, dem vorherigen Leiter des Nordamerika-Vertriebs.
- 3 Prozent: Umsatzrückgang von Tesla im Jahr 2025 im Vergleich zum Vorjahr, der erste in der Unternehmensgeschichte.
Hintergrund des Talentabflusses
Dieser Abgang reiht sich ein in eine Serie von hochrangigen Austritten bei Tesla. Seit den Entlassungen im April 2024, die über 10 Prozent der Belegschaft betrafen, haben zahlreiche Führungskräfte das Unternehmen verlassen. Die Situation ist besonders besorgniserregend, da Tesla mit erheblichen Nachfrageproblemen konfrontiert ist.
Der Umsatz des Unternehmens sank 2025 um 3 Prozent. Dies war der erste jährliche Rückgang in der Geschichte von Tesla. Faktoren hierfür sind eine alternde Modellpalette und eine wahrgenommene Verbraucherreaktion auf die politischen Aktivitäten von CEO Elon Musk.
„Die Reise bei Tesla war eine der kontinuierlichen Evolution. Von den technischen Feinheiten des Entwurfs, Aufbaus und Betriebs eines der weltweit größten KI-Cluster bis hin zu wirkungsvollen Beiträgen in IT, Sicherheit, Vertrieb und Service war es ein Privileg zu dienen.“
Weitere prominente Abgänge im Vertrieb und Service
- Troy Jones: Leiter Vertrieb (Nordamerika) — Juli 2025
- Omead Afshar: VP/Leiter Vertrieb und Fertigung (Nordamerika und Europa) — Juni 2025
- Unbekannter Leiter: Leiter des Kundendienstes in Nordamerika — August 2025
Diese Liste zeigt einen klaren Trend: Schlüsselpositionen im Vertrieb und Service sind stark betroffen. Der Verlust von Fachkräften in diesen Bereichen kann die Bemühungen des Unternehmens, die Verkaufszahlen zu steigern, weiter erschweren.
Herausforderungen im Vertrieb
Die Position des Vertriebsleiters für Nordamerika scheint bei Tesla zu einem Schleudersitz zu werden. Dies ist kein gutes Zeichen, wenn die Nachfrage das größte Problem darstellt. Jegannathan war kein erfahrener Vertriebsmanager; seine Expertise lag in der IT und KI-Infrastruktur.
Die Tatsache, dass Tesla ihn nach den Abgängen von Jones und Afshar im letzten Jahr für die Vertriebsleitung eingesetzt hat, deutet auf einen Mangel an qualifizierten internen Kandidaten hin. Es könnte auch bedeuten, dass Tesla die Vertriebsprobleme eher als operativ denn als strategisch betrachtet.
Hintergrundinformationen
Die jüngsten Abgänge bei Tesla fallen in eine Zeit, in der das Unternehmen auch mit Enthüllungen über eine engere Beziehung zwischen CEO Elon Musk und Jeffrey Epstein konfrontiert ist. Dies könnte zusätzlich zur Unsicherheit beitragen und die Attraktivität des Unternehmens für Top-Talente mindern.
Blick in die Zukunft
Der Verlust von Jegannathan nach nur wenigen Monaten in der Vertriebsposition bedeutet, dass sein Nachfolger unter erheblichem Druck stehen wird. Die Probleme im Vertrieb sind tiefgreifend und erfordern eine stabile Führung. Elon Musk selbst sollte die Position nach dem Abgang von Afshar übernehmen, was jedoch aufgrund seines vollen Terminkalenders als unrealistisch galt.
Es ist denkbar, dass Jegannathan als Übergangslösung fungierte und die Aufgabe einfach zu umfangreich war. Tesla muss nun schnell eine geeignete Führungspersönlichkeit finden, um die Verkaufsherausforderungen in Nordamerika effektiv anzugehen und das Vertrauen der Investoren und Kunden zurückzugewinnen.
Die anhaltende Fluktuation in wichtigen Führungspositionen könnte die Marktposition von Tesla weiter schwächen. Das Unternehmen benötigt dringend Stabilität und eine klare Strategie, um die aktuellen Schwierigkeiten zu überwinden und wieder auf Wachstumskurs zu kommen.




