Toyota Motor hat sein Angebot zur Übernahme seiner größten Tochtergesellschaft, Toyota Industries, auf 5,4 Billionen Yen (rund 34 Milliarden US-Dollar) erhöht. Dieser Schritt erfolgt nach intensiver Kritik von aktivistischen Investoren und Aktionären, die das ursprüngliche Angebot als zu niedrig und die Bewertungsmethode als intransparent bemängelten. Die Transaktion gilt als wichtiger Test für die Unternehmensführungsreformen in Japan.
Wichtige Erkenntnisse
- Toyota Motor erhöht das Angebot für Toyota Industries um 15 Prozent auf 18.800 Yen pro Aktie.
- Das neue Angebot beläuft sich auf insgesamt 5,4 Billionen Yen (34 Milliarden US-Dollar).
- Aktivistische Investoren kritisierten das ursprüngliche Angebot als zu niedrig.
- Der Vorstand von Toyota Industries empfiehlt nun die Annahme des Angebots.
- Die Transaktion ist ein wichtiger Indikator für die Unternehmensführungsreformen in Japan.
Neues Angebot übertrifft Erwartungen
Das japanische Automobilunternehmen Toyota Motor hat am Mittwoch bekannt gegeben, sein Angebot für Toyota Industries um 15 Prozent auf 18.800 Yen pro Aktie anzuheben. Das ursprüngliche Angebot lag bei 4,7 Billionen Yen. Die Erhöhung ist eine direkte Reaktion auf den Druck von Investoren und Corporate-Governance-Experten, die eine faire Bewertung forderten.
Toyota Industries ist ein wichtiger Lieferant von Motoren und Komponenten für Toyota Motor. Darüber hinaus ist das Unternehmen der weltweit größte Hersteller von Gabelstaplern. Die strategische Bedeutung der Tochtergesellschaft für den Mutterkonzern ist erheblich.
Zahlen und Fakten
- Ursprüngliches Angebot: 4,7 Billionen Yen
- Neues Angebot: 5,4 Billionen Yen (ca. 34 Milliarden US-Dollar)
- Angebot pro Aktie: 18.800 Yen (Anstieg um 15 Prozent)
- Beginn des Angebotszeitraums: Donnerstag
- Ende des Angebotszeitraums: 12. Februar
Druck von aktivistischen Investoren
Die ursprüngliche Offerte von Toyota Motor stieß auf erheblichen Widerstand. Aktivistische Investoren, darunter Elliott Management, kritisierten das Angebot als unzureichend. Elliott Management hatte eine fünfprozentige Beteiligung an Toyota Industries erworben und signalisierte, dass es weitere Schritte unternehmen könnte, um das Übernahmeangebot zu blockieren.
Die Kritik konzentrierte sich auf die niedrige Bewertung und die mangelnde Transparenz der Berechnungsmethode. Solche Praktiken können die Rechte von Minderheitsaktionären beeinträchtigen, insbesondere bei komplexen konzerninternen Übernahmen.
„Der Buchwert pro Aktie von Toyota Industries lag Ende Dezember wahrscheinlich bei über 19.000 Yen. Selbst das könnte die Vorteile des Deals für Toyota Motor, insbesondere in Bezug auf Steuern, unterschätzen.“
Hintergrund der Unternehmensführungsreformen
Die Bemühungen von Toyota Motor, seine Konzernstruktur neu zu gestalten, sind Teil eines umfassenderen Trends in Japan. Das Land strebt Reformen der Unternehmensführung an, um Cross-Shareholdings aufzulösen. Diese verschachtelten Beteiligungen sind traditionell in japanischen Konzernen weit verbreitet und können die Rechte von Minderheitsaktionären schwächen.
Die Auflösung solcher Beteiligungen soll die Transparenz erhöhen und die Unternehmenswerte für alle Aktionäre verbessern. Die Übernahme von Toyota Industries durch Toyota Motor ist daher ein wichtiger Testfall für die Wirksamkeit dieser Reformen.
Cross-Shareholdings in Japan
Cross-Shareholdings sind eine traditionelle Praxis in Japan, bei der Unternehmen gegenseitig Anteile aneinander halten. Diese Praxis soll die Stabilität von Geschäftsbeziehungen fördern und feindliche Übernahmen verhindern. Kritiker bemängeln jedoch, dass sie die Corporate Governance schwächt, da Vorstände weniger Druck von externen Aktionären erfahren und Entscheidungen nicht immer im besten Interesse aller Aktionäre getroffen werden.
Reaktion des Vorstands und Ausblick
Der Vorstand von Toyota Industries hatte das vorherige Angebot nicht empfohlen. Mit dem erhöhten Angebot von 18.800 Yen pro Aktie hat sich die Situation jedoch geändert. Nun empfiehlt der Vorstand den Aktionären, ihre Aktien im Rahmen des Angebots zu verkaufen. Der Prozess beginnt am Donnerstag und endet am 12. Februar.
Akio Toyoda, der Vorsitzende von Toyota Motor, war nach Unternehmensangaben nicht in die Nachverhandlungen involviert. Toyota Motor betonte, dass die Bedingungen des Deals weder dem Vorsitzenden noch der Immobiliengruppe Toyota Fudosan, die ebenfalls an der Transaktion beteiligt ist und von Toyoda geleitet wird, ungerechtfertigte Vorteile verschaffen würden.
Trotz des erhöhten Preises bleiben einige Analysten skeptisch. Travis Lundy, ein unabhängiger Analyst für Sondersituationen, äußerte Bedenken hinsichtlich der Fairness des Angebots. Er schlug vor, dass der Preis über 25.000 Yen liegen müsste, um als wirklich fair angesehen zu werden, insbesondere unter Berücksichtigung der steuerlichen Vorteile für Toyota Motor.
Die Transaktion wird nun die Aufmerksamkeit des Marktes auf sich ziehen. Die Empfehlung des Vorstands von Toyota Industries könnte den Erfolg des Übernahmeversuchs maßgeblich beeinflussen und einen Präzedenzfall für zukünftige Corporate-Governance-Fälle in Japan schaffen.




