Kalifornien führt ein neues Pilotprogramm namens FAST ein, das drastische Konsequenzen für Fahrer vorsieht, die mit über 160 km/h erwischt werden. Führerscheine können nun schneller entzogen oder suspendiert werden, unabhängig von Gerichtsverfahren.
Wichtigste Erkenntnisse
- Das FAST-Programm zielt auf Fahrer ab, die über 160 km/h fahren.
- Führerscheine können unabhängig von Gerichtsentscheidungen suspendiert oder entzogen werden.
- Die Initiative ist eine gemeinsame Anstrengung von DMV und California Highway Patrol.
- Geschwindigkeit ist für etwa ein Drittel der Verkehrstoten in Kalifornien verantwortlich.
- Rund 1.600 Personen werden monatlich wegen Überschreitung von 160 km/h erwischt.
Das FAST-Programm: Eine neue Ära der Verkehrsüberwachung
Das am 22. Dezember 2025 vom kalifornischen DMV (Department of Motor Vehicles) und der California Highway Patrol (CHP) angekündigte Programm „Forwarded Actions for Speeding Tickets“ (FAST) markiert einen Wendepunkt in der Bekämpfung von Raserei. Es ermöglicht eine schnellere Reaktion auf extrem rücksichtsloses Fahrverhalten.
Fahrer, die von der CHP mit Geschwindigkeiten von über 100 Meilen pro Stunde (ca. 160 km/h) erwischt werden, werden automatisch an die Abteilung für Fahrersicherheit des DMV verwiesen. Diese Abteilung prüft den Vorfall und die bisherige Fahrbilanz des Fahrers.
Wichtige Statistik
In den letzten zehn Jahren war überhöhte Geschwindigkeit für etwa ein Drittel aller verkehrsbedingten Todesfälle oder Verletzungen auf kalifornischen Straßen verantwortlich.
Unabhängige Maßnahmen durch das DMV
Eine Besonderheit des FAST-Programms ist, dass die Entscheidungen des DMV über die Suspendierung oder den Entzug des Führerscheins unabhängig von gerichtlichen Maßnahmen getroffen werden. Eine Verurteilung ist nicht notwendig, um diese Sanktionen auszulösen. Auch Fahrer ohne vorherige Punkte können ihren Führerschein verlieren.
„Unter der Führung von Gouverneur Newsom ergreift Kalifornien mutige, datengestützte Maßnahmen, um rücksichtsloser Raserei direkt entgegenzutreten“, erklärte Toks Omishakin, Verkehrsminister von Kalifornien. „Das FAST-Pilotprogramm spiegelt unser Engagement für Innovation, Rechenschaftspflicht und Prävention wider – indem wir Echtzeitinformationen nutzen, um einzugreifen, bevor gefährliches Fahren tödlich wird.“
Die Notwendigkeit strengerer Maßnahmen
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Geschwindigkeitsüberschreitungen sind ein Hauptfaktor bei Verkehrsunfällen mit Todesfolge oder Verletzungen. Die Zahl der Todesfälle und schweren Verletzungen, die mit überhöhter Geschwindigkeit und aggressivem Fahren zusammenhängen, ist seit 2010 um 52 % gestiegen.
Das DMV und die CHP hoffen, dass diese Initiative dazu beitragen kann, die Zahl der Verkehrstoten und -verletzten zu senken. Sie sehen in der frühzeitigen Intervention einen Schlüssel zur Rettung von Menschenleben.
„Wir glauben, dass frühzeitiges Eingreifen der Schlüssel zur Rettung von Menschenleben ist“, sagte Steve Gordon, Direktor des DMV. „Wir wollen sofortige Maßnahmen gegen gefährliche Fahrer ergreifen, bevor ihre Nachlässigkeit zu einem tödlichen Unfall führt.“
Hohe Zahlen von Rasern
Monatlich erhalten in Kalifornien etwa 1.600 Personen ein Bußgeld, weil sie 100 mph oder schneller fahren. Im Jahr 2024 stellte die CHP über 18.000 solcher Verwarnungen aus. Diese Zahlen unterstreichen die Dringlichkeit der neuen Maßnahmen.
„Über 100 Meilen pro Stunde zu fahren, ist kein Fehler; es ist eine rücksichtslose Entscheidung, die jeden auf der Straße gefährdet“, fügte CHP-Kommissar Sean Duryee hinzu. „Dieses neue Programm liefert schnelle Konsequenzen, um gefährliche Fahrer von Kaliforniens Straßen fernzuhalten, bevor ihre Handlungen irreversible Schäden verursachen.“
Hintergrund der Initiative
Die Einführung des FAST-Programms folgt auf die Bereitstellung von 100 unauffälligen, speziell gekennzeichneten Patrouillenfahrzeugen durch die CHP im Mai 2025. Diese Fahrzeuge wurden entwickelt, um „Videospiel-artiges“ Fahrverhalten zu erkennen und sich lange genug in den Verkehr einzufügen, um Gesetzesbrecher zu fassen.
In den ersten sechs Monaten des Einsatzes dieser Fahrzeuge wurden landesweit 33.000 geschwindigkeitsbezogene Verwarnungen ausgestellt. Über 1.100 dieser Verwarnungen betrafen Geschwindigkeiten von über 100 mph.
Ausblick und Auswirkungen
Das FAST-Programm ist ein klares Signal der kalifornischen Behörden, dass rücksichtsloses Fahren nicht toleriert wird. Die schnelle und unabhängige Reaktion des DMV soll eine präventive Wirkung entfalten und Fahrer von extremen Geschwindigkeitsüberschreitungen abhalten.
Experten erwarten, dass diese strengeren Maßnahmen zu einer deutlichen Reduzierung von Geschwindigkeitsüberschreitungen und damit verbundenen Unfällen führen könnten. Die Kombination aus verstärkter Überwachung durch neue Patrouillenfahrzeuge und schnellen administrativen Konsequenzen bildet eine umfassende Strategie zur Verbesserung der Verkehrssicherheit.
- Verstärkte Überwachung: Einsatz von 100 neuen, unauffälligen Patrouillenfahrzeugen.
- Schnellere Konsequenzen: Direkte Weiterleitung an das DMV für Führerscheinentzug oder -suspension.
- Präventive Wirkung: Abschreckung von Rasern durch die Aussicht auf sofortige Sanktionen.
Die Initiative unterstreicht das Engagement Kaliforniens, die Sicherheit auf seinen Straßen für alle Verkehrsteilnehmer zu gewährleisten. Es bleibt abzuwarten, wie sich das Programm langfristig auf die Unfallstatistik auswirken wird.




