Autofahrer in Chautauqua County zahlen an der Zapfsäule weiterhin deutlich mehr als in benachbarten Regionen, obwohl die lokale Verkaufssteuer auf Benzin niedriger ist. Lokale Beamte zeigen sich zunehmend frustriert, da Bitten um eine Untersuchung durch staatliche und bundesstaatliche Behörden bisher ohne Ergebnis blieben.
Wichtige Erkenntnisse
- Trotz einer niedrigeren Benzinsteuer (4 %) sind die Preise in Chautauqua County höher als im benachbarten Erie County (4,75 % Steuer).
- County Executive PJ Wendel fordert seit sechs Monaten eine Untersuchung der Preisgestaltung durch höhere Instanzen.
- Die Generalstaatsanwaltschaft von New York sieht keinen Anhaltspunkt für illegale Aktivitäten und lehnt eine Untersuchung ab.
- Auch das benachbarte Warren County in Pennsylvania kämpft mit unerklärlich hohen Benzinpreisen, obwohl es eine eigene Raffinerie besitzt.
Ein lokales Preisparadox
Für die Bewohner von Chautauqua County ist der Blick auf die Preistafeln an den Tankstellen oft ernüchternd. Obwohl die Preise in der letzten Woche um etwa fünf Cent gefallen sind, bleibt das grundlegende Problem bestehen: Das Tanken ist hier teurer als anderswo. Der Vergleich mit dem benachbarten Erie County macht die Situation besonders deutlich.
In Chautauqua County beträgt die Verkaufssteuer auf Benzin 4 Prozent. In Erie County liegt sie mit 4,75 Prozent sogar höher. Dennoch zahlen die Autofahrer in Chautauqua County durchweg mehr. Dieser Widerspruch sorgt seit Monaten für Unmut und wirft Fragen nach den Ursachen der regionalen Preisunterschiede auf.
Der Steuerunterschied im Detail
Die unterschiedliche Besteuerung sollte theoretisch zu niedrigeren Preisen in Chautauqua County führen. Dass das Gegenteil der Fall ist, deutet darauf hin, dass andere Faktoren wie Lieferketten, Wettbewerbsdichte oder die Preisstrategien der Anbieter eine entscheidendere Rolle spielen als die lokale Steuerpolitik.
Behörden lehnen Untersuchung ab
PJ Wendel, der County Executive von Chautauqua County, kämpft seit einem halben Jahr um Aufklärung. Er hat sich wiederholt an die Generalstaatsanwältin von New York, Letitia James, sowie an die Bundesstaatsanwaltschaft für den westlichen Bezirk von New York gewandt. Sein Ziel: eine offizielle Untersuchung der Preisstruktur für Kraftstoffe in seiner Region.
Die Reaktion war bisher enttäuschend. Das Büro der Generalstaatsanwältin teilte mit, dass aus ihrer Sicht keine illegalen Aktivitäten vorliegen und daher keine Untersuchung eingeleitet wird. Von der Bundesstaatsanwaltschaft gab es bisher keine Antwort.
„Familien, kleine Unternehmen und Pendler in Chautauqua County zahlen mehr an der Zapfsäule als ihre Nachbarn“, erklärte Wendel. „Ich tanke wie jeder andere auch, und dieses Problem wirkt sich weiterhin auf die Lebenshaltungskosten in unserer Gemeinde aus. Wir geben nicht auf.“
Wendel ermutigt die Bürger, aktiv Preise zu vergleichen und die günstigsten Tankstellen anzufahren. Werkzeuge wie die Website GasBuddy können dabei helfen. Er hofft, dass informierte Verbraucherentscheidungen den Wettbewerbsdruck erhöhen und so zu niedrigeren Preisen in der gesamten Region beitragen können.
Ein Blick über die Grenze nach Pennsylvania
Das Problem der hohen Spritpreise ist nicht auf Chautauqua County beschränkt. Ein ähnliches Bild zeigt sich im benachbarten Warren County, Pennsylvania. Obwohl die Stadt Warren eine eigene Raffinerie beheimatet, gehören die Benzinpreise dort regelmäßig zu den höchsten in West-Pennsylvania.
Preisvergleich in Pennsylvania
Laut einem aktuellen Bericht von AAA East Central lag der Durchschnittspreis in West-Pennsylvania bei 3,095 US-Dollar pro Gallone. In Warren County mussten Autofahrer zur gleichen Zeit jedoch 3,55 US-Dollar zahlen – ein Aufschlag von fast 45 Cent pro Gallone im Vergleich zum regionalen Durchschnitt.
Diese Preisdifferenz ist erheblich. Im Vergleich zu anderen Bezirken wie Bradford (15 Cent günstiger) oder Erie (34 Cent günstiger) wird die Ausnahmesituation von Warren County noch deutlicher. Die Annahme, dass eine lokale Raffinerie automatisch für günstige Preise sorgt, erweist sich hier als Trugschluss.
Woher kommt der Kraftstoff?
Eine frühere Vermutung von Wendel war, dass ein Großteil des in Chautauqua County verkauften Benzins von der United Refinery in Warren stammt. Gespräche mit Vertretern der Raffinerie ergaben jedoch ein anderes Bild.
Nur etwa 25 Prozent des Kraftstoffs in der Region kommen von dort, hauptsächlich an Tankstellen, die direkt mit dem Unternehmen verbunden sind, wie Kwik Fill. Der Rest wird von anderen Anbietern geliefert, was die Preisbildung komplexer macht und die Suche nach einer einzigen Ursache erschwert.
Was können Verbraucher tun?
Solange keine offizielle Untersuchung eingeleitet wird, bleibt den Verbrauchern nur, den Markt selbst zu beobachten. Die Preise innerhalb von Chautauqua County schwanken erheblich. Während in Jamestown und Fredonia Preise um 3,36 Dollar pro Gallone verlangt wurden, konnten Autofahrer in Westfield und Ripley für 2,99 Dollar tanken.
Diese Preisspanne von fast 40 Cent innerhalb desselben Countys unterstreicht die Empfehlung von PJ Wendel, gezielt nach den günstigsten Angeboten zu suchen. Durch bewusstes Tanken bei preiswerteren Anbietern können Verbraucher nicht nur ihren eigenen Geldbeutel schonen, sondern auch ein Signal an den Markt senden. Ob dieser Druck ausreicht, um die Preise flächendeckend zu senken, bleibt abzuwarten.




