Ein wichtiger Liefervertrag für Teslas 4680-Batteriezellen wurde drastisch gekürzt, was auf erhebliche Probleme bei der Nachfrage nach dem Cybertruck und der internen Batterieproduktion hindeutet. Der südkoreanische Materiallieferant L&F Co. gab bekannt, dass der Wert seines Vertrags mit Tesla um über 99 Prozent gesunken ist.
Dies ist ein starkes Signal, dass das 4680-Batterieprogramm und das darauf angewiesene Fahrzeug, der Cybertruck, in Schwierigkeiten stecken könnten. Der ursprüngliche Vertrag aus dem Jahr 2023 hatte ein Volumen von 2,9 Milliarden US-Dollar und sollte die Lieferung von hoch Nickel-haltigen Kathodenmaterialien an Tesla sichern.
Wichtige Erkenntnisse
- L&F-Liefervertrag für Tesla-Batteriematerial um über 99% gekürzt.
- Der Wert sank von 2,9 Milliarden US-Dollar auf rund 7.400 US-Dollar.
- Geringe Nachfrage nach dem Cybertruck ist Hauptursache.
- Teslas 4680-Batteriezellen werden hauptsächlich im Cybertruck verwendet.
- Das 4680-Programm, einst als Schlüssel zur Kostenreduzierung beworben, kämpft mit Produktions- und Akzeptanzproblemen.
Massiver Einbruch beim Liefervertrag
Der südkoreanische Batterie-Materiallieferant L&F Co. hat heute eine alarmierende Nachricht veröffentlicht. Der ursprünglich 2,9 Milliarden US-Dollar schwere Liefervertrag mit Tesla für hoch Nickel-haltige Kathodenmaterialien wurde auf lediglich 7.386 US-Dollar reduziert. Dieser drastische Rückgang von über 99 Prozent deutet auf einen massiven Einbruch der Nachfrage nach Teslas selbst produzierten 4680-Batteriezellen hin.
L&F gab als Grund lediglich eine „Änderung der Liefermenge“ an, doch die Zusammenhänge sind klar. Die Kathodenmaterialien waren für die 4680-Zellen von Tesla bestimmt, und der Cybertruck ist derzeit das einzige Fahrzeug, das diese Zellen nutzt.
Faktencheck
- Ursprünglicher Vertragswert: 2,9 Milliarden US-Dollar
- Neuer Vertragswert: 7.386 US-Dollar
- Reduktion: Über 99%
- Betroffenes Produkt: Hoch Nickel-haltige Kathodenmaterialien für 4680-Batteriezellen
Der Cybertruck als Problemfall
Die geringe Nachfrage nach dem Cybertruck ist seit Monaten ein wiederkehrendes Thema. Berichte über Lagerbestände und Verkaufsanreize häufen sich. Bereits im März begannen die ersten Anzeichen, als Tesla vergünstigte Finanzierungsoptionen anbot, um Fahrzeuge zu verkaufen. Im Juni folgten sogar 0-Prozent-APR-Anreize, während sich die Bestände auf den Parkplätzen in den USA stapelten.
Obwohl die Giga Texas Fabrik eine Produktionskapazität von 250.000 Einheiten pro Jahr für den Cybertruck hat, liegt die aktuelle Verkaufsrate nur bei etwa 20.000 bis 25.000 Einheiten jährlich. Dies zeigt eine deutliche Diskrepanz zwischen Produktionspotenzial und tatsächlicher Marktakzeptanz.
„Wenn Tesla keine Cybertrucks baut, braucht es keine 4680-Zellen. Und wenn es keine 4680-Zellen braucht, hat L&F niemanden, an den es sein Kathodenmaterial verkaufen kann.“
Produktionsprobleme und Marktstrategie
Im September stellte Tesla sogar die Produktion der günstigsten Cybertruck-Variante ein. Die Begründung war einfach: Es gab kaum Nachfrage nach einer abgespeckten Version eines Lastwagens, der ohnehin Schwierigkeiten hatte, Käufer zu finden. Diese Entscheidung unterstreicht die Herausforderungen, mit denen der Cybertruck auf dem Markt konfrontiert ist.
Die 4680-Zellen waren ursprünglich als „Heiliger Gral“ angepriesen worden. Sie sollten die Batteriekosten halbieren und günstigere Elektrofahrzeuge ermöglichen. Fünf Jahre nach dem sogenannten „Battery Day“ im Jahr 2020 scheinen die Zellen jedoch immer noch schwierig in großem Maßstab zu produzieren, insbesondere aufgrund des Trockenelektrodenverfahrens. Ihre einzige Anwendung findet sich derzeit in einem Nischen-Pickup-Truck, der kommerziell nicht erfolgreich ist.
Hintergrund: Teslas 4680-Zellen-Versprechen
Beim „Battery Day“ 2020 stellte Elon Musk die 4680-Batteriezellen vor. Er versprach:
- Standardisiertes 4680-Zellenformat für alle Tesla-Fahrzeuge, auch von externen Lieferanten.
- Fahrzeuge mit 54% mehr Reichweite.
- 56% Reduzierung der Kosten pro kWh auf Fahrzeugebene.
- Ein Model S Plaid Plus mit über 830 km Reichweite.
- Ein Elektroauto für 25.000 US-Dollar.
Bisher wurden diese Versprechen nicht vollständig erfüllt. Außer dem Cybertruck verwenden keine anderen Tesla-Modelle die strukturelle Batteriepack-Bauweise oder die 4680-Zellen.
Ausblick auf zukünftige Modelle
Auch das geplante „Cybercab“, ein autonomes Taxi, soll die 4680-Zellen nutzen. Elon Musk kündigte an, dass es Anfang 2026 ohne Lenkrad auf den Markt kommen soll. Tesla hat jedoch noch keine Lösung für Level-4-Autonomes Fahren gefunden. Sollte das Cybercab tatsächlich ohne Lenkrad auf den Markt kommen, wäre sein Volumen voraussichtlich noch stärker begrenzt als das des Cybertrucks.
Die Situation im Bereich der Batterielieferungen und kritischen Mineralien entwickelt sich schnell. China kontrolliert einen Großteil dieser Ressourcen. Die Verfügbarkeit und Kosten dieser Materialien sind entscheidend für die Zukunft der Elektromobilität.
- Zukünftige Modelle: Cybercab soll ebenfalls 4680-Zellen nutzen.
- Starttermin: Angeblich Anfang 2026 ohne Lenkrad.
- Herausforderung: Level-4-Autonomes Fahren ist noch nicht gelöst.
- Potenzielle Volumenbegrenzung: Ähnlich oder stärker begrenzt als der Cybertruck.
Die aktuellen Entwicklungen werfen ernste Fragen zur Skalierbarkeit und Wirtschaftlichkeit von Teslas 4680-Batterieprogramm auf. Ein 99-prozentiger Rückgang eines Liefervertrags kommt einer Stornierung gleich und deutet darauf hin, dass Tesla die 4680-Produktion nicht hochfährt, sondern möglicherweise sogar reduziert.




