Die globale Automobilindustrie erlebt einen grundlegenden Wandel. Im Jahr 2025 ist mehr als ein Viertel aller weltweit verkauften Neuwagen entweder ein batterieelektrisches Fahrzeug (BEV) oder ein Plug-in-Hybrid (PHEV). Dies zeigt, dass die Elektromobilität nicht länger nur in Europa und China stark wächst, sondern sich in Schwellenländern rasch ausbreitet.
Wichtige Erkenntnisse
- Über 25 % der Neuwagenverkäufe sind 2025 Plug-in-Fahrzeuge.
- Schwellenländer wie Vietnam und Singapur übertreffen etablierte Märkte.
- Chinesische Exporte von Elektrofahrzeugen konzentrieren sich auf Nicht-OECD-Märkte.
- Elektrofahrzeuge reduzieren den fossilen Brennstoffverbrauch erheblich.
Ein Viertel aller Neuwagen sind elektrifiziert
Die Verkaufszahlen für Elektrofahrzeuge (EVs) und Plug-in-Hybride (PHEVs) haben dieses Jahr einen wichtigen Meilenstein erreicht. Eine aktuelle Analyse des globalen Energie-Thinktanks Ember zeigt, dass diese Fahrzeuge zusammen über 25 Prozent der weltweiten Neuwagenverkäufe ausmachen. Im Jahr 2019 lag dieser Anteil noch bei unter drei Prozent.
Diese Entwicklung widerlegt die Annahme, dass die Akzeptanz von Elektrofahrzeugen außerhalb Europas und Chinas stagnieren würde. Die Daten umfassen monatliche Verkaufszahlen aus 60 Ländern, die 2024 über 97 Prozent der weltweiten EV-Verkäufe ausmachten.
Faktencheck: Globale EV-Verkäufe
- 2019: Weniger als 3 % der Neuwagen waren BEVs oder PHEVs.
- 2025: Über 25 % der Neuwagen sind BEVs oder PHEVs.
- 39 Länder: Haben einen EV-Anteil von über 10 % an den Neuwagenverkäufen.
Schwellenländer übernehmen Führung
Ein bemerkenswerter Trend ist das schnelle Wachstum in Schwellenländern. Viele dieser Märkte überholen inzwischen etablierte Volkswirtschaften bei der Einführung von Elektrofahrzeugen. Gab es 2019 nur vier Länder mit einem EV-Anteil von über zehn Prozent, sind es 2025 bereits 39 Länder.
Besonders die ASEAN-Region (Verband Südostasiatischer Nationen) hat sich als wichtiger Treiber erwiesen. Ein Drittel der Länder, die jetzt einen EV-Verkaufsanteil von über zehn Prozent aufweisen, stammen aus dieser Region.
"Dies ist ein wichtiger Wendepunkt", sagte Euan Graham, Elektrizitäts- und Datenanalyst bei Ember. "Im Jahr 2025 hat sich der Schwerpunkt verschoben. Schwellenländer holen nicht mehr auf; sie führen den Wandel zur Elektromobilität an."
Beeindruckendes Wachstum in Asien
Singapur und Vietnam verzeichnen einen EV-Anteil von rund 40 Prozent. Damit übertreffen sie das Vereinigte Königreich mit 33 Prozent und die Europäische Union mit 26 Prozent. Vietnams Entwicklung ist besonders bemerkenswert, da der EV-Anteil 2021 noch unter 0,05 Prozent lag.
Auch Indien, Mexiko und Brasilien weisen höhere EV-Verkaufszahlen auf als Japan. Indonesien hat sogar die Vereinigten Staaten überholt. Weitere dynamische Märkte sind Uruguay und die Türkei.
Hintergrund: Chinas Rolle im EV-Export
Seit Mitte 2023 stammt fast das gesamte Wachstum der chinesischen Exporte von Elektrofahrzeugen aus Nicht-OECD-Märkten. Brasilien, Mexiko, die Vereinigten Arabischen Emirate und Indonesien gehören zu den zehn größten Abnehmern chinesischer EV-Exporte im Jahr 2025. Diese Entwicklung wird durch gezielte staatliche Fördermaßnahmen in diesen Ländern unterstützt.
Vorteile von Elektrofahrzeugen für die Umwelt
Die zunehmende Verbreitung von Elektrofahrzeugen wirkt sich positiv auf die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen aus. Die genaue Reduzierung der Emissionen hängt vom jeweiligen Strommix eines Landes ab. In Brasilien, das dank seiner Wasserkraftwerke einen sehr sauberen Strommix hat, tragen BEVs zu einer geschätzten Reduzierung des fossilen Brennstoffbedarfs um 90 Prozent im Vergleich zu Verbrennungsmotoren bei.
Selbst in Ländern mit einem weniger sauberen Strommix bieten Elektrofahrzeuge Vorteile. Verbrennungsmotoren verschwenden etwa 80 Prozent der Energie des Kraftstoffs. Elektrofahrzeuge nutzen hingegen fast 80 Prozent des verbrauchten Stroms effizient. Dies führt zu einer erheblichen Reduzierung des gesamten Verbrauchs fossiler Brennstoffe, selbst wenn die Stromversorgung eines Landes stark von fossilen Quellen abhängt.
- Effizienz: EVs nutzen fast 80 % der Energie, Verbrenner nur 20 %.
- Emissionen: Reduzierung des fossilen Brennstoffbedarfs, abhängig vom Strommix.
China bleibt dominierender Markt
China bleibt der größte Markt für Elektrofahrzeuge. Das Land wird voraussichtlich zum ersten Mal einen EV-Anteil von über 50 Prozent erreichen und damit zum zweiten Mal in Folge fast zwei Drittel der weltweiten EV-Verkäufe ausmachen. Die dortige Entwicklung beeinflusst maßgeblich den globalen Markt.
Die strategischen Vorteile von Elektrofahrzeugen, wie sauberere Luft und geringere Abhängigkeit von fossilen Brennstoffimporten, treiben die Akzeptanz in immer mehr Ländern voran. Investitionen in Ladeinfrastruktur und frühe Unterstützung werden entscheidend sein, um dieses Momentum aufrechtzuerhalten.




